02.06., 16:00 Uhr
03.06., 18:00 Uhr

Projekt „Demythologize That History and Put it to Rest”

Öffentliche Performance|Zwei künstlerische Performances im öffentlichen Raum reflektieren die Narrative des Kolonialismus

  • Lissabon, Lissabon

  • Preis Eintritt frei

Demythologize that history and put it to rest Foto (Ausschnitt): © Márcio Carvalho

Am 02. Juni um 16.00 Uhr finden im Rahmen des interdisziplinären Projektes Demythologize That History and Put it to Rest am Denkmal D. Carlos I. (Largo da Ajuda) in Lissabon je eine Performance der Künstlerin Ângela Ferreira und des Künstlers und Kurators Márcio Carvalho statt.

Am Sonntag, den 03. Juni um 18:00 Uhr schließt sich eine Diskussionsrunde mit Márcio Carvalho und der Anthropologin Elsa Peralta in den Räumen des Hangar – Centro de Investigação Artística in Graça an.

Im Zentrum der künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum stehen die Statuen von D. Carlos I. (Largo da Ajuda, Lissabon) und Otto von Bismarck (Tiergarten, Berlin). D. Carlos I. und der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck übten in der Berliner Westafrika-Konferenz (1884/85) enormen Einfluss auf die Kolonisierung und Teilung des afrikanischen Kontinents aus. Die beiden Statuen glorifizieren jene koloniale Vergangenheit bis heute. Demythologize That History and Put it to Rest will die Denkmäler durch künstlerische Interventionen mit neuen Erinnerungen und Narrativen verknüpfen.
 
Initiiert wurde das Projekt durch den in Berlin und Lissabon lebenden Maler und Kurator Márcio Carvalho, der für die künstlerische Recherche und Auseinandersetzung mit der eurozentristischen Erinnerungskultur Künstlerinnen und Künstler aus Angola, Kamerun, Gabun, Irak, Mosambik und Portugal eingeladen hat. Neben der in Mozambique geborenen Künstlerin Ângela Ferreira sind folgende Künstler an dem Projekt beteiligt: das Künstlerduo Lavoisier, der aus Angola stammende Künstler Kiluanji Kia Henda, die aus Porto stammende Künstlerin und Filmemacherin Filipa César, die heute in Berlin lebt, die interdisziplinäre Künstlerin (Gabun/Berlin) Nathalie Mba Bikoro, die beiden aus dem Irak stammenden und in der Schweiz lebenden Künstler Ali Afatlawi und Whatiq Almeri, die ihre persönliche Geschichte des Exils reflektieren, und der aus Kamerun stammende Performancekünstler Christian Etongo, der zeitgenössische Tanzpraxis mit rituellen Tänzen seiner Heimat verknüpft.

Der erste Teil des Projektes hat im April dieses Jahres in Berlin begonnen und wird in Lissabon und Berlin fortgesetzt.

Demythologize That History and Put it to Rest ist ein Kunstprojekt des Künstlers Márcio Carvalho in Zusammenarbeit mit SAVVY Contemporary, seinem Archivprojekt Colonial Neighbours und HANGAR - Centro de Investigação Artística und dem Gabinete de Estudos Olisiponenses. Unterstützt wird das Projekt durch den  internationalen Koproduktionsfonds des Goethe-Instituts.       
 
Ângela Ferreira (Mozambique / Portugal)
Das Werk der Künstlerin besteht aus einer Holzskulptur, die sie rund um den Sockel der Statue von König Dom Carlos I. entstehen lässt. Ein Schauspieler trägt währenddessen Texte aus mehreren Geschichtsbüchern vor.
Dauer: 45 min.
 
Márcio Carvalho (Portugal / Deutschland)
Der Künstler beschäftigt sich mit den Auswirkungen der kollektiven Erinnerung auf das individuelle biographische Gedächtnis. In diesem Kontext soll eine Choreographie entstehen, die den Körper durch die Geschichte Portugals reisen lässt. Im Zentrum des Werks steht der Körper in seiner Beständigkeit. Die Performance findet auf der ovalen Treppe statt, an der sich der Sockel der Statue befindet.
Dauer: 45 min.