10.09.2018, 18:30 Uhr
Programm 3: Maria Augusta Ramos und Patrícia Mourão
Debatte und Film|Die Realität problematisieren: Begegnungen von Kunst, Film und Philosophie
-
Goethe-Institut Lissabon, Lissabon
- Sprache Englisch
- Preis Eintritt frei
Am 10. September um 18:30 Uhr findet im Auditorium des Goethe-Instituts in Lissabon im Rahmen der Programmreihe Problematising Reality ein Gespräch zwischen der Filmemacherin Maria Augusta Ramos und der Forscherin Patrícia Mourão statt. Im Rahmen der Veranstaltung wird der Film Juízo (2007, 90 Min.) von Maria Augusta Ramos gezeigt.
Kunstwerke aus dokumentarischem Material fordern unser Nachdenken über die Realität in besonderem Maße heraus. Während solche Kunstwerke durch ihre enge Verbindung mit der Realität einerseits besonders glaubwürdig erscheinen, generieren die künstlerische Haltung und die ästhetischen, thematischen und politischen Positionen des sich selbst reflektierenden Künstlers auf der anderen Seite eine kritische Bewertung dieser Realität. Die Reflexion der Beziehungen zwischen faktischer Welt und ihrer subjektiven Aneignung stellt Objektivität und Autorenschaft in Frage und verweist auf die inhärenten Widersprüche der Gesellschaft. Die damit verbundenen Fragen sind immanent philosophischer Natur. Hier trifft Kunst auf Philosophie.
In der Veranstaltungsreihe „Die Realität problematisieren: Begegnungen von Kunst, Film und Philosophie“ beschäftigen sich international renommierte Künstler und Forscher mit solchen Momenten, in denen Kunst, Kino und Philosophie in einen produktiven Dialog treten. Die Reihe findet seit Juni 2018 an verschiedenen Veranstaltungsorten in Lissabon statt und wird durch die Kooperationspartner IFILNOVA (CineLab) / FCSH / UNL, Goethe-Institut Portugal und Maumaus / Lumiar Cité in Zusammenarbeit mit Apodoc / Doc's Kingdom organisiert.
Die dritte Veranstaltung dieser Reihe findet in Kooperation mit dem Seminar Doc's Kingdom 2018 - Máquina do Mundo im Auditorium des Goethe-Instituts statt. Eingeladen sind die Forscherin Patrícia Mourão und die Filmemacherin Maria Augusta Ramos. Gezeigt wird der Dokumentarfilm Juízo (2007) von Maria Augusta Ramos, der Minderjährige begleitet, die sich im Netz der brasilianischen Justiz verfangen haben. Viele junge Männer und Frauen aus zumeist unterprivilegierten Verhältnissen sind in Brasilien konfrontiert mit Verurteilungen und Strafen für Verbrechen wie Diebstahl, Drogenhandel und Mord. Da es starke rechtliche Einschränkungen bei der Offenlegung der Identität von Minderjährigen gibt, werden die Angeklagten durch Jugendliche aus ähnlichen sozialen Verhältnissen gespielt. Die Richter, Staatsanwälte, Menschenrechtsverteidiger, Gefängniswärter und Familienangehörige hingegen sind reale Charaktere. Sie wurden während der Anhörungen am Jugendgericht in Rio de Janeiro und bei Besuchen in den Gefängnissen gefilmt.
Maria Augusta Ramos beleuchtet in ihren Filmen systematisch brasilianische Institutionen, insbesondere das Justiz- und Strafvollzugssystem des Landes. Ihre Arbeit steht in der Tradition des beobachtenden und nicht-intervenierenden Films. In ihrer Auseinandersetzung mit urbaner Gewalt und Kriminalität folgt Ramos einem Ansatz, den sie "Theatre of Justice" nennt. Dabei analysiert sie die Ähnlichkeit zwischen Gerichtssaal und Bühne sowie die performativen Aspekte der Arbeit von Richtern und Staatsanwälten. Ihre Filme wurden auf internationalen Festivals wie Visions du Réel, Mar del Plata, Cinéma du Réel, IDFA, Viennale, Berlin, Rotterdam, Locarno und IndieLisboa präsentiert und ausgezeichnet. Patrícia Mourão ist Gastkuratorin beim Seminar Doc's Kingdom 2018 - Máquina do Mundo, das vom 2. bis zum 7. September 2018 in Arcos de Valdevez stattfindet.
Patrícia Mourão ist Filmkuratorin und Postdoktorandin am Department of Visual Arts an der Universität von São Paulo, wo sie auch promovierte. Derzeit hat sie ein Forschungsstipendium an der Columbia University, New York. Sie kuratierte Filmretrospektiven zu Regisseuren wie Andrea Tonacci (Cinéma du Réel - Centre Pompidou, Paris), Strukturfilm (Caixa Cultural, Rio de Janeiro), Jonas Mekas (CCBB, São Paulo) und Harun Farocki (Brasilianisches Filmarchiv). Sie veröffentlichte Publikationen zu David Perlov, Pedro Costa, Straub-Huillet und Naomi Kawase und schreibt regelmäßig Beiträge für das brasilianische Online-Magazin Zum – Revista de Fotografia. Sie unterrichtet an Kunstinstitutionen wie dem MAM (Museum für Moderne Kunst São Paulo), dem MASP (Kunstmuseum São Paulo) und dem IMS (Instituto Moreira Salles).
Kunstwerke aus dokumentarischem Material fordern unser Nachdenken über die Realität in besonderem Maße heraus. Während solche Kunstwerke durch ihre enge Verbindung mit der Realität einerseits besonders glaubwürdig erscheinen, generieren die künstlerische Haltung und die ästhetischen, thematischen und politischen Positionen des sich selbst reflektierenden Künstlers auf der anderen Seite eine kritische Bewertung dieser Realität. Die Reflexion der Beziehungen zwischen faktischer Welt und ihrer subjektiven Aneignung stellt Objektivität und Autorenschaft in Frage und verweist auf die inhärenten Widersprüche der Gesellschaft. Die damit verbundenen Fragen sind immanent philosophischer Natur. Hier trifft Kunst auf Philosophie.
In der Veranstaltungsreihe „Die Realität problematisieren: Begegnungen von Kunst, Film und Philosophie“ beschäftigen sich international renommierte Künstler und Forscher mit solchen Momenten, in denen Kunst, Kino und Philosophie in einen produktiven Dialog treten. Die Reihe findet seit Juni 2018 an verschiedenen Veranstaltungsorten in Lissabon statt und wird durch die Kooperationspartner IFILNOVA (CineLab) / FCSH / UNL, Goethe-Institut Portugal und Maumaus / Lumiar Cité in Zusammenarbeit mit Apodoc / Doc's Kingdom organisiert.
Die dritte Veranstaltung dieser Reihe findet in Kooperation mit dem Seminar Doc's Kingdom 2018 - Máquina do Mundo im Auditorium des Goethe-Instituts statt. Eingeladen sind die Forscherin Patrícia Mourão und die Filmemacherin Maria Augusta Ramos. Gezeigt wird der Dokumentarfilm Juízo (2007) von Maria Augusta Ramos, der Minderjährige begleitet, die sich im Netz der brasilianischen Justiz verfangen haben. Viele junge Männer und Frauen aus zumeist unterprivilegierten Verhältnissen sind in Brasilien konfrontiert mit Verurteilungen und Strafen für Verbrechen wie Diebstahl, Drogenhandel und Mord. Da es starke rechtliche Einschränkungen bei der Offenlegung der Identität von Minderjährigen gibt, werden die Angeklagten durch Jugendliche aus ähnlichen sozialen Verhältnissen gespielt. Die Richter, Staatsanwälte, Menschenrechtsverteidiger, Gefängniswärter und Familienangehörige hingegen sind reale Charaktere. Sie wurden während der Anhörungen am Jugendgericht in Rio de Janeiro und bei Besuchen in den Gefängnissen gefilmt.
Maria Augusta Ramos beleuchtet in ihren Filmen systematisch brasilianische Institutionen, insbesondere das Justiz- und Strafvollzugssystem des Landes. Ihre Arbeit steht in der Tradition des beobachtenden und nicht-intervenierenden Films. In ihrer Auseinandersetzung mit urbaner Gewalt und Kriminalität folgt Ramos einem Ansatz, den sie "Theatre of Justice" nennt. Dabei analysiert sie die Ähnlichkeit zwischen Gerichtssaal und Bühne sowie die performativen Aspekte der Arbeit von Richtern und Staatsanwälten. Ihre Filme wurden auf internationalen Festivals wie Visions du Réel, Mar del Plata, Cinéma du Réel, IDFA, Viennale, Berlin, Rotterdam, Locarno und IndieLisboa präsentiert und ausgezeichnet. Patrícia Mourão ist Gastkuratorin beim Seminar Doc's Kingdom 2018 - Máquina do Mundo, das vom 2. bis zum 7. September 2018 in Arcos de Valdevez stattfindet.
Patrícia Mourão ist Filmkuratorin und Postdoktorandin am Department of Visual Arts an der Universität von São Paulo, wo sie auch promovierte. Derzeit hat sie ein Forschungsstipendium an der Columbia University, New York. Sie kuratierte Filmretrospektiven zu Regisseuren wie Andrea Tonacci (Cinéma du Réel - Centre Pompidou, Paris), Strukturfilm (Caixa Cultural, Rio de Janeiro), Jonas Mekas (CCBB, São Paulo) und Harun Farocki (Brasilianisches Filmarchiv). Sie veröffentlichte Publikationen zu David Perlov, Pedro Costa, Straub-Huillet und Naomi Kawase und schreibt regelmäßig Beiträge für das brasilianische Online-Magazin Zum – Revista de Fotografia. Sie unterrichtet an Kunstinstitutionen wie dem MAM (Museum für Moderne Kunst São Paulo), dem MASP (Kunstmuseum São Paulo) und dem IMS (Instituto Moreira Salles).
Ort
Goethe-Institut Lissabon
Campo do Mátires da Pátria 37
1169-016 Lissabon
Portugal
Campo do Mátires da Pátria 37
1169-016 Lissabon
Portugal
Veranstaltungsort: Auditorium