13.11.2018, 18:30 Uhr

Exorzismen: vom “neuen Bayreuth” bis zum Regietheater

Vortrag|Die Hauptströmungen der Wagner-Inszenierungen von den 1950er- bis in die 1970er-Jahre

  • Goethe-Institut Lissabon, Lissabon

  • Sprache Portugiesisch
  • Preis Eintritt frei
  • Teil der Reihe: Richard Wagner

Prémio Círculo Richard Wagner Bild: © Isabel Conduto

Am 13. November um 18:30 Uhr hält Paulo Ferreira de Castro auf Einladung des Richard-Wagner-Verbandes im Auditorium des Goethe-Instituts in Lissabon einen Vortrag zum Thema Exorzismen: vom “neuen Bayreuth” bis zum Regietheater.

Nach dem Ende des Nationalsozialismus wurden die Bayreuther Festspiele auf Anregung von Wieland Wagner in ihrer Ästhetik radikal erneuert. Dies führte zu einer stärkeren visuellen Abstraktion und zur Einbeziehung von neuen Interpretationsansätzen, die mit der Tradition brachen. In den 1960er-Jahren wurde die Ästhetik der Operninszenierungen vor allem durch den szenischen Realismus und die Dramaturgie von Bertholt Brecht sowie die Aufführungspraxis in der Deutschen Demokratischen Republik beeinflusst. Diese war geprägt von bedeutenden Künstlern wie Walter Felsenstein, Joachim Herz, Ruth Berghaus, Götz Friedrich und Harry Kupfer, deren Einfluss bis heute wirksam ist.

In der zweiten Veranstaltung dieser Reihe versucht der renommierte Musikwissenschaftler Paulo Ferreira de Castro, die Hauptströmungen der Wagner-Inszenierungen dieser Zeit vor dem Hintergrund der langen Inszenierungstradition aufzuzeigen. Dabei geht er auch auf die sogenannte Jahrhundertinszenierung von Patrice Chéreau ein.

Paulo Ferreira de Castro ist Musikwissenschaftler und Dozent an der sozial- und humanwissenschaftlichen Fakultät an der Universidade Nova de Lisboa. Neben seiner Tätigkeit als Dozent ist Ferreira de Castro als Musikkritiker für diverse Medien tätig und war Direktor des Teatro Nacional de São Carlos. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Aufsätze über europäische Musik des 18. bis 20. Jahrhunderts, in denen Themen rund um Richard Wagner eine besondere Stellung einnehmen. 2012 beteiligte sich Paulo Ferreira de Castro an dem Sammelband The Legacy of Richard Wagner (Brepols Publishers, 2012).

Das Goethe-Institut Portugal unterstützt diese Veranstaltung.