27.11.2018, 18:00 Uhr

Fragen des Urbanen: Wie kann die Diversität der Stadt bewahrt werden?

Internationale Debatte|Auftaktveranstaltung der Reihe „Retomar a Cidade“

  • Porto, Porto

  • Sprache Deutsch und Portugiesisch, mit Simultanübersetzung
  • Preis Eintritt frei

Retomar a cidade Bild: © João Ferreira

Am 27. November findet im Mira Forum in Porto die erste Veranstaltung der Reihe Retomar a Cidade statt, die das Goethe-Institut Portugal und die Friedrich-Ebert-Stiftung Portugal in diesem und dem kommenden Jahr gemeinsam organisieren. Die Auftaktveranstaltung zum Thema Oportunidades e desafios: como preservar a diversidade urbana (Möglichkeiten und Herausforderungen: wie kann die Diversität der Stadt bewahrt werden), die von der Forschungsgruppe Morfologias e Dinâmicas do Território (CEAU-FAUP) und der Vereinigung Habitar Porto mitorganisiert wird, besteht aus einem geschlossenen Workshop tagsüber und einer offenen Debatte am Abend, um 18 Uhr, im Mira Forum.

Die öffentliche Diskussionsrunde wird von der Journalistin Mariana Correia Pinto moderiert. Nach einer kurzen theoretischen Einführung durch die  Architektin Joana Fonseca berichten Theresa Schütz aus Wien, Esther Borkam aus Berlin und Eva Raga aus Valencia von Herausforderungen und Strategien im Umgang mit der Veränderung ihrer Städte. Nuno Travasso von der Universidade do Porto fasst die Ergebnisse der Arbeitsgruppen des Workshops zusammen. Der gesamte Tag widmet sich einem grundlegenden Aspekt des Rechts auf Stadt: der Diversität, die Städte als Lebensräume charakterisiert und urbanen Mehrwert schafft, der Städte von Monokulturen des Konsums unterscheidet. Wie kann diese Vielfalt in Zeiten von Homogenisierung und Kommerzialisierung der urbanen Zentren bewahrt werden? Was steht auf dem Spiel? Wie können  aktuelle Transformationen mit den legitimen Interessen der Bevölkerung in Einklang gebracht werden? Diese Fragen sollen im Hinblick auf gemeinsame Anliegen und Lösungsstrategien diskutiert werden, der Blick nach außen – auf andere europäische Städte und ihre ganz eigenen Problematiken und Lösungsansätze – soll das Panorama der Diskussion erweitern und Impulse für neue Denkrichtungen geben.
 

Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern

Mariana Correia Pinto ist Journalistin bei der Tageszeitung Público. Städtischer Wandel zählt zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit.

Joana Fonseca schloss ihren integrierten Master in Architektur in diesem Jahr mit einer Arbeit zu Wohnraum und gemeinschaftlichen Dynamiken im Viertel Bonfim in Porto ab.

Theresa Schütz ist Architektin und Gründerin des Projekts T/abor in Wien, einem Labor für andere Umgangsformen mit Ressourcen im urbanen Alltag.

Eva Raga war als Architektin am Konzept für eine nachhaltige Entwicklung des Viertels El Cabanyal in Valencia beteiligt.

Esther Borkam setzt sich in der Berliner Initiative Bizim Kiez für den Erhalt von traditionellem Gewerbe und einen offenen Dialog mit der lokalen Verwaltung ein.

Nuno Travasso ist Architekt und forscht als Doktorand in der Gruppe Morfologias e Dinâmicas do Território schwerpunktmäßig zu aktuellen Prozessen der urbanen Raumproduktion.
 
Die Reihe „Retomar a Cidade" ist eine gemeinsame Initiative des Goethe-Instituts Portugal und der Friedrich-Ebert-Stiftung Portugal, die sich über den Zeitraum eines Jahres mit den drängenden Fragen der Stadtentwicklung in Porto und Lissabon beschäftigt. Gesetzliche Liberalisierungen im Zuge der Finanzkrise sowie ein starker Fokus auf den Tourismus als Wachstumsmarkt führten in beiden Städten in den letzten Jahren zu zunehmendem Einfluss ausländischer Investoren, steigenden Mieten und Preisen vor allem in den historischen Vierteln – bei immer geringerer Verfügbarkeit von Wohnraum für Langzeitvermietung. Betroffen von dieser Entwicklung ist neben den Anwohnern auch der lokale, teils traditionelle Einzelhandel. Dem gegenüber stehen Initiativen und Bewegungen, die versuchen, den städtischen Raum für die Anwohner zurückzugewinnen. Die Reihe will den Fokus auf Lösungsstrategien richten und den Austausch zwischen lokalen und internationalen Akteurinnen und Akteuren der Stadtentwicklung stärken.