28.02.2019, 18:30 Uhr
Programm 6: Alain Brossat und Jean-Gabriel Périot
Debatte und Film|Die Realität problematisieren: Begegnungen von Kunst, Film und Philosophie
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Goethe-Institut Lissabon, Lissabon
- Sprache Englisch
- Preis Eintritt frei
Am 27. März um 18:30 Uhr findet im Auditorium des Goethe-Instituts in Lissabon im Rahmen der Programmreihe Problematising Reality ein Gespräch zwischen Philosophen Alain Brossat und dem Cineasten Jean-Gabriel Périot statt.
Kunstwerke, insbesondere solche, die mit dokumentarischen Materialien arbeiten, fordern eine aktive Auseinandersetzung mit der Realität. Die indexikalische Verbindung, die Ton und Bild mit der Realität eingehen, lässt ihnen eine bestimmte Glaubwürdigkeit zukommen. Die Haltung des Künstlers wiederum, seine ästhetische, thematische und politische Einstellung sowie seine selbstreflexive Haltung, können zu einer kritischen Bewertung der Verfasstheit der Realität führen. An dieser Stelle trifft Kunst auf Philosophie. Reflexionen über das Verhältnis zwischen der faktischen Welt und ihrer subjektiven Aneignung, die die hegemoniale Inanspruchnahme von Objektivität und Autorität in Frage stellen und die inhärenten gesellschaftlichen Widersprüche thematisieren, sind immanent philosophische Fragen.
Jean-Gabriel Périot (Frankreich, 1974) lebt und arbeitet in Paris. Seine Werke, die sich zwischen Film und Gegenwartskunst bewegen, werden durch Archivbilder inspiriert und setzen geschichtliche Themen der politischen Bühne mit einem starken, emotionalen Ansatz zwischen Dokumentarfilm, Experimentalfilm und Fiktion in Beziehung. Zu seinen Arbeiten zählen: „Lumières d'été” (2016) und „Une jeunesse allemande” (2015) sowie zahlreiche kurze, kuratorische Arbeiten. Sein erster Spielfilm, „Une jeunesse allemande”, wurde bei der Eröffnungssitzung der Panorama-Sektion der Berliner Festspiele 2015 gezeigt und erhielt mehrere Auszeichnungen.
Alain Brossat (Frankreich, 1946) lebt und arbeitet in Paris. Er unterrichtet am Lehrstuhl für Philosophie der Université Paris VIII. Seine Forschung umfasst Themen wie politische Systeme, Biopolitik, Gewalt und Politik, Völkermord und Massenvernichtungen, Demokratie und Totalitarismus oder auch kollektive Erinnerung. Er konzentriert sich dabei auf Autoren wie Michel Foucault, Gilles Deleuze, Hannah Arendt, Norbert Elias, Walter Benjamin, Pierre Clastres, Zygmunt Baumann, Jacques Rancière, Alain Badiou und Giorgio Agamben. Zu seinen jüngsten Publikationen zählen: „Éloge du pilori. Considérations intempestives sur les arts de punir – Entretien avec Tony Ferri” (2015), „Dictionnaire Foucault” (2014), „Le plébéien enragé. Une contre-histoire de la modernité de Rousseau à Losey, Le passager clandestin” (2013), „Autochtone imaginaire, étranger imaginé: Retours sur la xénophobie ambiante” (2013), “Droit à la vie? (2010)”, „Tous Coupat Tous Coupables” (2009) und „Le Grand Dégoût culturel” (2008).
Kunstwerke, insbesondere solche, die mit dokumentarischen Materialien arbeiten, fordern eine aktive Auseinandersetzung mit der Realität. Die indexikalische Verbindung, die Ton und Bild mit der Realität eingehen, lässt ihnen eine bestimmte Glaubwürdigkeit zukommen. Die Haltung des Künstlers wiederum, seine ästhetische, thematische und politische Einstellung sowie seine selbstreflexive Haltung, können zu einer kritischen Bewertung der Verfasstheit der Realität führen. An dieser Stelle trifft Kunst auf Philosophie. Reflexionen über das Verhältnis zwischen der faktischen Welt und ihrer subjektiven Aneignung, die die hegemoniale Inanspruchnahme von Objektivität und Autorität in Frage stellen und die inhärenten gesellschaftlichen Widersprüche thematisieren, sind immanent philosophische Fragen.
Jean-Gabriel Périot (Frankreich, 1974) lebt und arbeitet in Paris. Seine Werke, die sich zwischen Film und Gegenwartskunst bewegen, werden durch Archivbilder inspiriert und setzen geschichtliche Themen der politischen Bühne mit einem starken, emotionalen Ansatz zwischen Dokumentarfilm, Experimentalfilm und Fiktion in Beziehung. Zu seinen Arbeiten zählen: „Lumières d'été” (2016) und „Une jeunesse allemande” (2015) sowie zahlreiche kurze, kuratorische Arbeiten. Sein erster Spielfilm, „Une jeunesse allemande”, wurde bei der Eröffnungssitzung der Panorama-Sektion der Berliner Festspiele 2015 gezeigt und erhielt mehrere Auszeichnungen.
Alain Brossat (Frankreich, 1946) lebt und arbeitet in Paris. Er unterrichtet am Lehrstuhl für Philosophie der Université Paris VIII. Seine Forschung umfasst Themen wie politische Systeme, Biopolitik, Gewalt und Politik, Völkermord und Massenvernichtungen, Demokratie und Totalitarismus oder auch kollektive Erinnerung. Er konzentriert sich dabei auf Autoren wie Michel Foucault, Gilles Deleuze, Hannah Arendt, Norbert Elias, Walter Benjamin, Pierre Clastres, Zygmunt Baumann, Jacques Rancière, Alain Badiou und Giorgio Agamben. Zu seinen jüngsten Publikationen zählen: „Éloge du pilori. Considérations intempestives sur les arts de punir – Entretien avec Tony Ferri” (2015), „Dictionnaire Foucault” (2014), „Le plébéien enragé. Une contre-histoire de la modernité de Rousseau à Losey, Le passager clandestin” (2013), „Autochtone imaginaire, étranger imaginé: Retours sur la xénophobie ambiante” (2013), “Droit à la vie? (2010)”, „Tous Coupat Tous Coupables” (2009) und „Le Grand Dégoût culturel” (2008).
In der Veranstaltungsreihe „Die Realität problematisieren: Begegnungen von Kunst, Film und Philosophie“ beschäftigen sich international renommierte Künstler und Forscher mit solchen Momenten, in denen Kunst, Kino und Philosophie in einen produktiven Dialog treten. Die Reihe findet seit Juni 2018 an verschiedenen Veranstaltungsorten in Lissabon statt und wird durch die Kooperationspartner IFILNOVA (CineLab) / FCSH / UNL, Goethe-Institut Portugal und Maumaus / Lumiar Cité in Zusammenarbeit mit Apodoc / Doc's Kingdom organisiert.
Ort
Goethe-Institut Lissabon
Campo do Mátires da Pátria 37
1169-016 Lissabon
Portugal
Campo do Mátires da Pátria 37
1169-016 Lissabon
Portugal
Veranstaltungsort: Auditorium