19.09.2023, 19:00 Uhr
Thomas Mann: Joseph und seine Brüder
Gespräch|Mit Gilda Encarnação und Filipa Melo
-
Goethe-Institut Lissabon, Lissabon
- Sprache Portugiesisch
- Preis Eintritt frei
Am 19. September findet um 19 Uhr in der Bibliothek des Goethe-Instituts in Lissabon ein Gespräch über die Tetralogie Joseph und seine Brüder von Thomas Mann mit der Übersetzerin des Werks, Gilda Lopes Encarnação, und Filipa Melo statt.
Warum beschloss Thomas Mann auf dem Höhepunkt des Nationalsozialismus, auf dem Höhepunkt des Antisemitismus, während eines Weltkriegs, sich dem zu widmen, was er als sein größtes Werk betrachten würde?
Auch wenn der Schriftsteller diese Erzählung nicht als "Roman über die Juden oder das Judentum" betrachtete, so ist doch unbestreitbar, dass die gesamte Erzählung von einer biblisch-jüdischen Dimension durchzogen ist, die der damals vorherrschenden Ideologie, der Verfolgung und Dezimierung eines ganzen Volkes, einer Rasse, einer Kultur und einer Religion, absolut zuwiderläuft: Exodus und Exil, Akzeptanz und Gleichgültigkeit, Integration und Verweigerung, Verrat und Rache, Vergebung und Versöhnung, Aufnahme und Diaspora. Welche Utopie kann uns in der "Hölle unserer Zeit", in der "Unterwelt", in die die Menschheit hinabgestiegen ist und in der sie gefangen ist, noch retten?
Thomas Mann nannte dieses Werk ein über die Menschheit und der Menschheit gewidmetes Gedicht, eine epische Satire, eine wunderbare (und komische) Geschichte der Menschheit.
Welche Auswirkungen haben diese Überlegungen Manns für Leser*innen im 21. Jahrhundert im Allgemeinen und für Übersetzer*innen im Besonderen? Welche Bedeutung hat diese Tetralogie heute noch? Diese und andere Fragen wollen wir mit der Übersetzerin Gilda Lopes Encarnação und der Schriftstellerin, Journalistin und Literaturkritikerin Filipa Melo diskutieren.
Gilda Lopes Encarnação hat einen Abschluss in Modernen Sprachen und Literatur von der Fakultät für Literatur der Universität Lissabon (FLUL), einen Master in Germanistik von der FLUL und der Universität Freiburg im Breisgau, Deutschland, und einen Doktortitel in Deutscher Literatur mit einer Arbeit über Paul Celan (Nova Universität Lissabon und Universität Salzburg, Österreich). Sie war Dozentin für portugiesische Sprache, Kultur und Literatur an der Universität Salzburg (1997-2003) und arbeitete mit der Fakultät für Literaturwissenschaft im Rahmen eines Lehrstuhls für den Studiengang Übersetzung zusammen. Sie unterrichtet Englisch und Deutsch an Gymnasien und hat u.a. Jürgen Habermas, Robert Musil, Paul Celan, Thomas Mann, Karl Marx, Stefan Zweig, Gershom Scholem, Joseph Roth, Marlen Haushofer und Franz Kafka übersetzt. Sie unterrichtet Englisch und Deutsch am Gymnasium. Sie verbrachte lange Zeit im deutschsprachigen Raum, um wissenschaftliche Arbeiten zu entwickeln und hat an Wörterbüchern und Sammelbänden zur Übersetzungstheorie und -kritik mitgearbeitet.
Filipa Melo ist Schriftstellerin, Literaturkritikerin und Journalistin. Ihr Roman Este É o Meu Corpo (2001) wurde in sieben Sprachen übersetzt. Weitere Werke sind die Reportage Os Últimos Marinheiros (2015) und das Dicionário Sentimental do Adultério (2017). Seit 20 Jahren arbeitet Filipa Melo für die Presse und das Fernsehen im Bereich Literatur, moderiert Lesezirkel, organisiert Veranstaltungen und gibt Workshops für Kreatives Schreiben. Außerdem leitet sie den Postgraduiertenstudiengang "Schreiben und Fiktion" an der Universidade Lusófona in Lissabon.
Warum beschloss Thomas Mann auf dem Höhepunkt des Nationalsozialismus, auf dem Höhepunkt des Antisemitismus, während eines Weltkriegs, sich dem zu widmen, was er als sein größtes Werk betrachten würde?
Auch wenn der Schriftsteller diese Erzählung nicht als "Roman über die Juden oder das Judentum" betrachtete, so ist doch unbestreitbar, dass die gesamte Erzählung von einer biblisch-jüdischen Dimension durchzogen ist, die der damals vorherrschenden Ideologie, der Verfolgung und Dezimierung eines ganzen Volkes, einer Rasse, einer Kultur und einer Religion, absolut zuwiderläuft: Exodus und Exil, Akzeptanz und Gleichgültigkeit, Integration und Verweigerung, Verrat und Rache, Vergebung und Versöhnung, Aufnahme und Diaspora. Welche Utopie kann uns in der "Hölle unserer Zeit", in der "Unterwelt", in die die Menschheit hinabgestiegen ist und in der sie gefangen ist, noch retten?
Thomas Mann nannte dieses Werk ein über die Menschheit und der Menschheit gewidmetes Gedicht, eine epische Satire, eine wunderbare (und komische) Geschichte der Menschheit.
Welche Auswirkungen haben diese Überlegungen Manns für Leser*innen im 21. Jahrhundert im Allgemeinen und für Übersetzer*innen im Besonderen? Welche Bedeutung hat diese Tetralogie heute noch? Diese und andere Fragen wollen wir mit der Übersetzerin Gilda Lopes Encarnação und der Schriftstellerin, Journalistin und Literaturkritikerin Filipa Melo diskutieren.
Gilda Lopes Encarnação hat einen Abschluss in Modernen Sprachen und Literatur von der Fakultät für Literatur der Universität Lissabon (FLUL), einen Master in Germanistik von der FLUL und der Universität Freiburg im Breisgau, Deutschland, und einen Doktortitel in Deutscher Literatur mit einer Arbeit über Paul Celan (Nova Universität Lissabon und Universität Salzburg, Österreich). Sie war Dozentin für portugiesische Sprache, Kultur und Literatur an der Universität Salzburg (1997-2003) und arbeitete mit der Fakultät für Literaturwissenschaft im Rahmen eines Lehrstuhls für den Studiengang Übersetzung zusammen. Sie unterrichtet Englisch und Deutsch an Gymnasien und hat u.a. Jürgen Habermas, Robert Musil, Paul Celan, Thomas Mann, Karl Marx, Stefan Zweig, Gershom Scholem, Joseph Roth, Marlen Haushofer und Franz Kafka übersetzt. Sie unterrichtet Englisch und Deutsch am Gymnasium. Sie verbrachte lange Zeit im deutschsprachigen Raum, um wissenschaftliche Arbeiten zu entwickeln und hat an Wörterbüchern und Sammelbänden zur Übersetzungstheorie und -kritik mitgearbeitet.
Filipa Melo ist Schriftstellerin, Literaturkritikerin und Journalistin. Ihr Roman Este É o Meu Corpo (2001) wurde in sieben Sprachen übersetzt. Weitere Werke sind die Reportage Os Últimos Marinheiros (2015) und das Dicionário Sentimental do Adultério (2017). Seit 20 Jahren arbeitet Filipa Melo für die Presse und das Fernsehen im Bereich Literatur, moderiert Lesezirkel, organisiert Veranstaltungen und gibt Workshops für Kreatives Schreiben. Außerdem leitet sie den Postgraduiertenstudiengang "Schreiben und Fiktion" an der Universidade Lusófona in Lissabon.
Ort
Goethe-Institut Lissabon
Campo do Mátires da Pátria 37
1169-016 Lissabon
Portugal
Campo do Mátires da Pátria 37
1169-016 Lissabon
Portugal
Ort: Bibliothek