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19:00 Uhr

José Afonso und die Utopie, auf dem Weg nach Deutschland

Gespräch|Ein Gespräch mit Helena Afonso und Jorge Abegão, moderiert von Luís de Freitas Branco

  • Goethe-Institut Lissabon, Lissabon

  • Sprache Portugiesisch
  • Preis Eintritt frei

Zeca Afonso Foto: © unbekannter Autor

Zeca Afonso Foto: © unbekannter Autor

Am 19. Mai um 19:00 Uhr findet in der Bibliothek des Goethe-Instituts in Lissabon ein Gespräch zum Thema "José Afonso und die Utopie, auf dem Weg nach Deutschland" statt, mit Helena Afonso und Jorge Abegão sowie der Moderation von Luís de Freitas Branco. Die kostenlose Veranstaltung widmet sich der Diskussion und Vertiefung der vielfältigen Aspekte seines Werkes sowie der Beziehung zwischen dem Liedermacher und dem deutschen Kontext.

José Afonso (1929–1987), auch bekannt als Zeca Afonso, Liedermacher und Dichter, ist eine mythische Figur der portugiesischen Kultur. Er gilt als historische Referenz im Kampf für die Freiheit während der Diktatur und als Symbol der Revolution, die mit dem Militärputsch vom 25. April 1974 begann, bei dem ein von ihm komponiertes Lied, „Grândola Vila Morena“, als Signal für den Beginn der militärischen Operationen des Befreiungsschlags diente.

Seine besondere Verbindung zwischen künstlerischer Schöpfung und solidarischem Engagement im Einsatz für soziale und populäre Kämpfe für ein gerechteres Leben, ohne je in plakativen Aktivismus abzugleiten, war ein vorbildliches Beispiel für das Streben nach einem Gleichgewicht zwischen künstlerischer Authentizität und ethischem Handeln als engagierter Bürger.

Getragen von einer humanistischen und universellen Kultur lebte und wirkte José Afonso in verschiedenen Gemeinschaften außerhalb Portugals, insbesondere in Deutschland. Die revolutionäre Phase in Portugal nach dem 25. April weckte das Interesse vieler junger Deutscher, die sich solidarisch in Volksbewegungen und Genossenschaftsinitiativen engagierten, insbesondere in der Agrarreform. In diesem Kontext wurde José Afonso zu einer zentralen Referenzfigur und trug zum kulturellen und politischen Austausch zwischen Portugiesen und Deutschen bei.

Die geplante Diskussion ordnet sich in die Analyse des musikalischen und poetischen Werkes von José Afonso ein und konzentriert sich auf die besondere Beziehung des Künstlers zu seinen Tourneen in Deutschland sowie auf den Zustrom politisch und sozial motivierter junger Deutscher, die vom Wandel in Portugal angezogen wurden. Die Debatte möchte die Wirkung seiner Präsenz und seines Denkens hervorheben – sowohl im künstlerischen Bereich als auch im sozialen Engagement – und zeigen, wie sein Wirken entscheidend zur Schaffung von Brücken zwischen Kulturen und zur Stärkung humanistischer Werte beitrug.

Organisiert in Zusammenarbeit mit Gerador.

Teilnehmende

  • Tochter von José Afonso. Ausbildung zur Erzieherin an der Oberlin Seminar School of Education in West-Berlin. Abschluss in Sozialpädagogik an der Hochschule für Sozialwissenschaften in Leiria. Ab 1975 Mitarbeit im SAAL‑Team in den benachteiligten Vierteln Monarquina und Dias in Setúbal, anschließend Übergang zur Stadtverwaltung Setúbal (CMS). Tätigkeit in verschiedenen Kinder- und Vorschuleinrichtungen in West-Berlin. Für das Stadtschulamt Frankfurt am Main Begleitung von schulpflichtigen Kindern in „Sozialbrennpunkten“, Stadtteilen mit hoher Konzentration von Familien, die vor aufeinanderfolgenden Kriegen geflohen waren – vom Afghanistan bis zum ehemaligen Jugoslawien, von Eritrea bis zum Kosovo. Sozialpädagogin in Berlin, tätig mit jungen erwachsenen Geflüchteten oder mit geflüchteten Familien aus Palästina, Tschetschenien, Mali, Afghanistan, Irak und Iran. Mitarbeit im Team von Jorge Barreto Xavier in der Produktion und pädagogischen Betreuung des Projekts „Educação pela Arte“ für die Calouste‑Gulbenkian‑Stiftung und die DGRS in den Jahren 2006–2007.

  • Jorge Abegão ist Soziologe. Er war Gewerkschaftstechniker (1976–1991). Zwischen 1991 und 1996 arbeitete er als Berater sowie als Autor und Mitautor verschiedener Evaluierungsstudien zu öffentlichen Politiken in den Bereichen Soziales, Wirtschaft, Gesundheit und Kultur. Von 1997 bis 2020 war er Führungskraft in der öffentlichen Verwaltung und verantwortlich für die Überwachung und Bewertung der Programme der Strukturfonds im Bereich der Wirtschaft. Er veröffentlichte zahlreiche Artikel in Zeitungen und Zeitschriften. 1990–1991 war er ständiger Mitarbeiter der Kulturbeilage „Leituras“ der Zeitung Público. Er organisierte, schrieb das Vorwort und die Anmerkungen zur „Obra Poética“ von José Afonso, veröffentlicht 2022 bei Relógio D’Água. Er war Gründungsmitglied und Vorstandsmitglied der Associação José Afonso.

  • Luís de Freitas Branco ist Masterstudent der Musikwissenschaft an der Fakultät für Sozial- und Geisteswissenschaften der Universidade Nova de Lisboa und Musikkritiker. Er arbeitete für verschiedene Medien, sowohl in Portugal (Público, Blitz, Diário Económico, Jornal i, Observador) als auch in Brasilien (O Globo). Die Revolution vor der Revolution ist sein erstes Buch – ein editorischer Vorstoß, der sich in eine Familien­tradition des Schreibens und Nachdenkens über Musik einfügt: Er ist Ururenkel des Komponisten Luís de Freitas Branco, Urenkel des Musikwissenschaftlers João de Freitas Branco und Sohn des Musikers Pedro de Freitas Branco.