30. - 31. Oktober 2026 um 19:30 Uhr

SIAM SI

Zeitgenössischer Tanz | Erstellt von Jitti Chompee und Juan Kruz Díaz de Garaio Esnaola und präsentiert vom National Choreography Centre of Thailand (NCCT) zusammen mit der Spanischen Botschaft in Thailand

  • Goethe Saal, Goethe-Institut Thailand, Bangkok

  • Preis 600 THB

SIAM SI © NCCT

SIAM SI © NCCT

Was kann uns ein traditionelles thailändisches Objekt über die Art, wie wir heute leben, glauben und uns verhalten erzählen?

„Siam Si“ ist ein internationales choreografisches Forschungs- und Produktionsprojekt des National Choreography Centre of Thailand in Zusammenarbeit mit dem spanischen Choreografen Juan Kruz Díaz de Garaio Esnaola.

Juan Kruz Díaz de Garaio Esnaola ist Professor an der Folkwang Universität, Mitglied der Schaubühne und langjähriger künstlerischer Kooperationspartner von Jitti Chompee, mit dem er 2024 im Rahmen des Unfolding Kafka Festival in Bangkok zusammenarbeitete.

Nun kehrt Juan Kruz Díaz de Garaio Esnaola nach Bangkok zurück, um mit einer jungen Generation thailändischer Tänzer*innen zu arbeiten, die im Rahmen des Trainingsprogramms des National Choreography Centre of Thailand (NCCT) und des Khon Kaen Choreography Development (KKCD) Programms ausgewählt wurden.

Das Projekt präsentiert kein bereits bestehendes Werk, sondern versteht sich als lebendiger Prozess des künstlerischen Austauschs, der Forschung und der gemeinsamen künstlerischen Entwicklung. Es bringt zeitgenössische choreografische Praktiken mit thailändischem kulturellem Wissen, verkörperten Traditionen und unterschiedlichen Formen des Weltverständnisses zusammen.

 „Siam Si“ entsteht auf der Grundlage der Object-Generated Choreography, einer von Jitti Chompee entwickelten Methode, bei der die Choreografie nicht vom menschlichen Körper, sondern vom Objekt ausgeht. Anstatt Objekte lediglich als Requisiten oder Symbole zu betrachten, stellt das Projekt die Frage: Was geschieht, wenn ein Objekt selbst zum Ausgangspunkt von Choreografie wird?

Im Zentrum des Projekts steht „Siam Si“ (เซียมซี), der traditionelle Behälter mit Orakelstäbchen, wie man ihn in buddhistischen Tempeln in ganz Thailand findet. Generationen von Thailänderinnen und Thailändern ist er als alltäglicher Gegenstand vertraut, der mit Glauben, Ungewissheit, Hoffnung, Ritualen und dem Wunsch verbunden ist, zu erfahren, was die Zukunft bringen könnte.

Für „Siam Si“ erhält dieses vertraute Ritualobjekt eine neue Rolle: Es wird selbst zu einem choreografischen Akteur. Durch Bewegung, Klang, Rhythmus und Interaktion wird das Objekt zum Ausgangspunkt für Fragen danach, wie Glaube den Körper beeinflusst, wie kollektive Rituale unser Verhalten prägen und wie scheinbar alltägliche Gegenstände vielschichtige Erinnerungen und Bedeutungen in sich tragen können.

Anstatt zu versuchen, thailändische kulturelle Identität abzubilden oder zu illustrieren, erkundet „Siam Si“ etwas Intimeres und zugleich Universelles: die unsichtbaren Kräfte, die unser alltägliches Leben unbemerkt choreografieren.