Online via Zoom | Hybrides Podiumsgespräch Theater der Zukunft: Taipei, Shanghai, Peking und Hongkong im Gespräch

Theater der Zukunft: Taipei, Shanghai, Peking und Hongkong im Gespräch © Goethe-Institut Taipei

Sa, 11.06.2022

14:30 - 16:30

Online Präsenz am Taipei Performing Arts Center

Vier Großstädte, vier kreative und spannende Theaterszenen. Wo stehen sie nach über zwei Jahren Pandemie und wie schaut man dort auf die so herbeigesehnte Post-Corona-Zeit?

Die Goethe-Institute in Taipei, Shanghai, Peking und Hongkong bringen Expert:innen aus ihren lokalen Theaterszenen auf der hybriden Bühne zusammen. Aus der Sicht dieser vier ostasiatischen Großstädte diskutieren Vee Leong (Hongkong), Jianjun Li (Peking), Ophelia Huang (Shanghai) und Baboo Liao (Taipei) aktuelle Entwicklungen im zeitgenössischen Theater, den Einfluss der Pandemie auf die darstellenden Künste, den internationalen Austausch und die Bedeutung des Theaters in den städtischen Kulturszenen.
 
Die Pandemie hat die vier Städte immer noch unterschiedlich stark im Griff und wirkt sich entsprechend auch auf die Veranstaltungsformate vor Ort aus: Während in Hongkong, Shanghai und Peking die Veranstaltung rein digital durchgeführt wird und den Zuschauerzahlen somit keine Grenzen gesetzt sind, gibt es in Taipei auch die Möglichkeit vor Ort an dem Podiumsgespräch teilzunehmen. In Taipei findet die Veranstaltung am und in Kooperation mit dem Taipei Performing Arts Center (TPAC) statt, welches im Herbst 2022 seine große Eröffnung feiert. Neben Baboo Liao und Keng Yi-wei, Moderator des Gesprächs, wird auch Vee Leong auf der Bühne im TPAC sitzen.

Q&A: Alle Zuschauer:innen – sowohl online als auch vor Ort – sind dazu eingeladen, gegen Ende der Veranstaltung den vier Theaterexpertinnen und -experten Fragen zu stellen und mit ihnen zu diskutieren.
 

GESPRÄCHSTEILNEhMER:INNEN

BABOO LIAO Foto (Ausschnitt): BABOO LIAO © Kris Kang Teilnehmer aus Taipei
BABOO LIAO

Fester Regisseur des Ensembles Shakespeare's Wild Sisters Group. 2017 war er Residenzkünstler an der National Theater and Concert Hall in Taipei. 2018 wurde ihm ein Forschungsstipendium des „Asian Cultural Council“ verliehen und er nahm an einem Künstlerprogramm in New York teil. Im Jahr darauf absolvierte Baboo Liao eine Residenz an der Cité internationale des arts in Paris und 2022 war er Fulbright-Preisträger.
Seit seinem Debut als Theaterregisseur 1997 hat er bei rund dreißig Produktionen Regie geführt. Für zwei dieser Werke wurde ihm der Preis „Taishin Arts Awards“ für eine der besten 10 Produktionen des Jahres in darstellender Kunst verliehen. Er wird häufig zu internationalen Austauschprogrammen und für Aufführungen eingeladen und als produktiver, junger Regisseur genießt er einen hohen Bekanntheitsgrad und erhält viel Aufmerksamkeit aus verschiedenen Bereichen der Kunst. Seine Arbeiten wurden bereits in New York, Berlin, Paris, Kopenhagen, Avignon und Seoul aufgeführt. Zu den Werken, bei denen er in den letzten Jahren Regie führte, gehören: Mythology II: Artificial Hells, Am Königsweg, Corona Villa, Chroma: A Derek Jarman Project, Mythology Upon the Table, God Knows. Baboo Liao hat das Masterstudium in Regie an der Taipei National University of the Arts abgeschlossen.


Jiadai Huang Foto: Jiadai Huang © Xiaowen Ding Teilnehmerin aus Shanghai
OPHELIA JIADAI HUANG

Kuratorin, Künstlerin und Dramaturgin aus Shanghai. Derzeit arbeitet sie als Leiterin für die internationalen Projekte am Shanghai Dramatic Arts Center und als Programmdirektorin für ACT Shanghai International Theatre Festival. Sie hat für das British Council als Dramaturgin in mehreren internationalen Projekten der darstellenden Künste wie Royal Court New Writing for Theatre in China gearbeitet. Zu ihren jüngsten künstlerischen Projekten gehören Galaxy Talk, Game#1 und MOTHERLAND. Viele Solo- und Gemeinschaftsarbeiten von ihr wurden in Theatern und Museen in Asien und Europa sowie auf internationalen Festivals wie Forest Fringe und AsiaTOPA gezeigt. Als Kritikerin schreibt sie über die darstellenden Künste und spielt eine aktive Rolle in der regionalen und lokalen Kunstszene wie etwa dem Asia Network for Dance. Ophelia Huang schloss ihr Masterstudium an der University of Warwick und der University of Arts in Belgrad ab.


Jianjun Li Foto (privat): © Jianjun Li Teilnehmer aus Peking
JIANJUN LI

Selbständiger Theaterregisseur und wichtiger Praktiker des zeitgenössischen chinesischen Theaters. Er hat ein Studium an der Zentralen Theaterakademie abgeschlossen und gründete 2011 das Ensemble THE NEW YOUTH GROUP. Die Fragen, die er in seinen Werken erörtert, betreffen meist Probleme, mit denen die einfache chinesische Bevölkerung vor dem Hintergrund der Modernisierung Chinas unweigerlich konfrontiert ist. Er bezieht die Inspiration für seine Werke aus häufig zu beobachtenden Szenen des Alltags. Der wichtigste Wert der Kunst bestehe darin, dass sie die reale Welt behandelt. Zu seinen wichtigsten Werken zählen: One Fine Day, Popular Mechanics, A Madman’s Diary, A Man Who Flies Up To the Sky und World on a Wire. Er wird häufig eingeladen, seine Produktionen auf internationalen Kunstfestivals aufzuführen, z. B.: Aranya Theater Festival (2021), Festival Internationale Neue Dramatik (FIND), Schaubühne Berlin (2019), Ruhrfestspiele Recklinghausen und Beijing Fringe Festival (2017) sowie VIE Festival, Italien (2016).


Vee Leong Foto (privat): © Vee Leong Teilnehmerin aus Hong Kong
VEE LEONG

Dozentin für Dramaturgie an der Hong Kong Academy for Performing Arts. Sie arbeitet im textbasierten Theater und ist als Künstlerin medienübergreifend tätig, sie wirkt dabei als Stückeschreiberin und Regisseurin neuer europäischer textbasierter Stücke. Sie wurde mehrmals für einen Preis beim „The Hong Kong Theatre Libre“ und dem Hongkonger Preis für Theaterkritik „IATC (HK)“ nominiert. Im Jahr 2015 erhielt sie für die Regie des Theaterstücks Die Stadt von Martin Crimp den Preis für die beste Regie des „The Hong Kong Theatre Libre“. Ihr bekanntestes Stück Who killed the elephant wurde in China, Taiwan und England aufgeführt. In den letzten Jahren arbeitete sie für den „On & On Theatre Workshop“ in Hongkong als Regisseurin für das Ensemble und als mitarbeitende Künstlerin für das orleanaiproject. Sie hat an Kunstprojekten des HK Arts Festivals, des Taipei Arts Festivals und des Manchester International Festivals teilgenommen. Aus interdisziplinärer und feministischer Perspektive realisiert sie zeitgenössische Kunst und Theaterproduktionen zu sozial aufgeladenen Themen.


Keng Yi-wei Foto (Ausschnitt): © frenchfriesphoto Moderator

YI-WEI KENG

Dramaturg am National Kaohsiung Center for the Arts (Weiwuying) sowie Dozent für Theaterwissenschaften an der Taipei National University of the Arts und der National Taiwan University of Arts. Er erwarb seinen Bachelor-Abschluss an der philosophischen Fakultät der National Taiwan University und studierte Pantomime an der Akademie der darstellenden Künste, Fakultät für Musik und Tanz (HAMU) in Prag. Yi-wei Keng war künstlerischer Leiter des Taipei Arts Festival (2012-2017), wurde mit der Freundschaftsmedaille des Deutschen Instituts Taipei (2017) und mit der französischen Freundschaftsmedaille l'ordre des Arts et des Lettres (2019) ausgezeichnet. Er ist Ko-Kurator des Want to Dance Festival in Taipei und kuratiert das Taoyuan Iron Rose Festival. In 2020 hat er die Ausstellung Between Earth and the Sky: The Spiritual State of Our Times im Taipei Fine Arts Museum kuratiert und das Hualien Performing Public Space Festival gegründet. Sein zuletzt veröffentlichtes Buch heißt Keywords for Cultural leadership (2018). Yi-wei Keng ist auch Übersetzer diverser Bücher im Bereich Theater, u.a. übersetzte er ins Chinesische das Buch Cambridge Introduction to Theatre Studies (2010).
 

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