Jeden Monat veröffentlicht das Goethe-Institut Südafrika eine Reszension über eine*n Afrikanischen/Südafrikanischen Autor*in. Verfasst von Südafrikaner*innen für Südafrikaner*innen.
Darlings of Durban von der Soziologin und Autorin Shafinaaz Hassim erzählt die Geschichte von vier Frauen, die sich liebevoll als „Darlings” bezeichnen, während sie sich durch die Komplexität des Familienlebens, strenge religiöse Praktiken, erstickende kulturelle Erwartungen, komplizierte Beziehungen, zerbrochene Ehen, lähmende finanzielle Schwierigkeiten und viele andere Herausforderungen navigieren, während sie zur indischen Gemeinschaft von Durban gehören und inmitten dieser leben.
Der Roman ist eine gründliche und detaillierte Erkundung einer Gemeinschaft, die in der zeitgenössischen Literatur selten vertreten ist. Durch Shafinaaz Hassims Buch können die Leser all das genießen, was die indische Gemeinschaft so eng verbunden und kulturell lebendig macht. Wir als Leser lernen nicht nur köstliche Gerichte wie Sojee, Biryani und Akhnee kennen, die weltweit für die indische Küche stehen, sondern die Autorin zeigt auch, wie tief sie in ihrer Gemeinschaft verwurzelt ist, indem sie eine Geschichte über vielfältige und farbenfrohe Charaktere innerhalb einer Gemeinschaft erzählt, die viele aus Unwissenheit für homogen halten. Dies verleiht Darlings of Durban eine unvergleichliche Autorität und eine unheimliche Nahbarkeit, was bis zu einem gewissen Grad auf Hassims Hintergrund als Soziologin zurückzuführen sein könnte.
Die Geschichte dreht sich um Natasha, die nach eigenen Angaben aufgrund ihrer gemischten Herkunft weder als ausreichend indisch noch als ausreichend schwarz angesehen wurde. Sie ist bei weitem die abenteuerlustigste der „Darlings“, was ihre Beziehungen angeht, wie ihre gescheiterte, turbulente Beziehung zu Sizwe und ihre unerwartete Heirat mit Hasim zeigen. Zu den weiteren Figuren gehören Razia, Farhana und Sofia, die zusammen mit Natasha eine Art Schwesternschaft bilden, die durch ihre WhatsApp-Gruppe „Darlings“ gefestigt wird. In der Gruppe finden Diskussionen über Liebe, Sex, Familie und vieles mehr statt, was sie zu einer Art digitalem Zufluchtsort für die „Darlings“ macht.
Obwohl Shafinaaz Hassim in erster Linie für ihre akademische Arbeit bekannt ist, erhielt sie auch viel Lob für ihren Roman SoPhia (2012), der für den UJ Prize for Creative Writing in English (2013) und den K Sello Duiker Award bei den SA Literary Awards (2013) nominiert war. Ihre Kurzgeschichte The Pink Oysters, die in der Anthologie Africa39 veröffentlicht wurde, machte sie zu einer der Autorinnen unter 40, die von der UNESCO geehrt wurden. Im Jahr 2019 erhielt Hassim einen Preis des National Institute for Humanities and Social Sciences (NIHSS) für ihren Roman The Economics of Love and Happiness, der sich mit Menschenhandel befasst.
Über den Verfasser
Tonderai Chiyindiko
Tonderai Chiyindikist ein unersättlicher Leser, der dem betörenden Geruch neuer Bücher verfallen ist und gerne an Buchvorstellungen teilnimmt (wegen des kostenlosen Angebots an Wein, Käse und Snacks). Er lebt und arbeitet in Johannesburg. o
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Diese Rezension ist Teil in der Reihe Buch des Monats 2025 vom Goethe-Institut Südafrika.
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