|
19:00 Uhr
Ilias
Theateraufführung|Nach „Ilias“ von Homer
-
Goethe-Institut Bulgarien, Sofia
- Preis Eintritt frei
Regisseurin: Ani Vaseva
Schauspieler: Leonid Yovchev
Berater: Boyan Manchev
Grafikdesign: Katrin Metodieva
Als „trostloses Gedicht über die Macht“ (Simone Weil) fasziniert die Ilias seit Jahrhunderten Leser, Wissenschaftler und Künstler. Sie verbindet auf verstörende Weise eine scheinbar lebensbejahende, in Wahrheit blutrünstige Energie mit dem Heldentum hinterhältiger Helden und der kalten Grausamkeit herzloser Götter. Gewalt, Maßlosigkeit und Brutalität durchziehen das Werk ebenso wie die Verantwortungslosigkeit und Infantilität seiner Figuren – Züge, die man zunächst nicht in der Welt der Helden vermuten würde. Wir haben uns dem Bann dieser Urform aller Superheldengeschichten hingegeben und laden dazu ein, sich mit uns in den Strudel der Ilias ziehen zu lassen – an der Grenze zwischen Himmlischem und (Unter-)Irdischem.
Ein episches Gedicht über die Kräfte, die das Schicksal der Menschheit bestimmen; eine Enzyklopädie der mythologischen Welt; eine Anthologie menschlicher Leidenschaften – seit Jahrtausenden hallt die Ilias in den Gegenwarten der Welt wider. Sie gilt heute nicht nur als zeitlos aktueller Grundpfeiler kultureller Werte, sondern auch als Quelle poetischer Techniken, die ungebrochenes und leidenschaftliches Forschungsinteresse wecken.
Doch was ist die Ilias eigentlich? Ein Epos der Unsterblichen? Eine Satire auf menschliche Kleinlichkeit? Ein Bild von Grausamkeit ohne Aussicht auf Ende? Einmal entfesselt, kennt die Gewalt kein Innehalten – sie brennt, bis alles zerstört ist, bis nichts mehr bleibt als Schutt und Asche. Das Kriegstheater ist dabei nicht nur eine Bühne des Heldentums, sondern auch der Niedertracht, Feigheit und Gemeinheit – unvergleichlich und dennoch neben der Tragödie existierend. Zugleich eröffnet die Ilias ein poetisches Terrain der Fantasie: ein Raum voller Metamorphosen und Wunder, in dem jeder noch ein Gott oder ein Monster sein kann.
„Ilias“ ist Teil des langfristigen Projekts von Meteor, das bis vor Kurzem „Lasst uns Literatur spielen“ hieß und seit Ende 2025 in „Proteide“ umbenannt wurde. In unserer künstlerischen Interpretation sind die Proteide metamorphe Kräfte, vergleichbar mit Proteus – der altgriechischen Gottheit, die wesenhaft mit der Metamorphose verbunden ist. Die neue Bezeichnung bündelt unsere theatralische und literarische Erfahrung im Umgang mit dem, was keine feste Form hat und sich in ständigem Wandel befindet. Dies betrifft in erster Linie das Theater selbst – immer im Wandel, niemals dasselbe, selbst in der Wiederholung. Dies ist auch unser Ansatz im Umgang mit den ausgewählten literarischen Texten.
Wir verwandeln sie in Theater nicht (nur), indem wir sie von einer Sprache in eine andere übersetzen (vom Schriftlichen ins Mündliche, vom Literarischen ins Theatrale), sondern indem wir sie auf der Bühne transformieren: Wir nutzen ihr Potenzial, integrieren Paralleltexte und Metatexte, Analysen und spätere Fassungen sowie unser eigenes Verständnis der Welt des Werkes. Das Ergebnis ist ein Text-im-Wandel, ein Text-Theater, ein proteischer Text – eine theatrale Aufführung, die das Theater selbst kommentiert als das, was es seinem Wesen nach ist: Handlung, Veränderung.
Der Beginn von „Lasst uns Literatur spielen“ wurde 2021 mit Gogols „Die Nase“ und „Der Mantel“ gesetzt. Die treibende Kraft hinter der Reihe war der Wunsch, das Hindernis zwischen den großen Werken der klassischen Literatur und ihren neuen Leser:innen zu überwinden – ein Hindernis, das vor allem auf die schnelle Alterung der Sprache und auf die Schwierigkeit für jüngere Leser:innen zurückzuführen ist, in die Welt der Werke einzudringen. Doch in diesen fünf Jahren – Jahren, in denen wir innerhalb derselben Reihe auch Inszenierungen nach Ovids „Metamorphosen“, Goethes „Faust“ und Homers „Ilias“ geschaffen haben – ist das Ergebnis deutlich über die ursprüngliche Intention hinausgewachsen.
Im Prozess der Erforschung und Entwicklung der Aufführungen stellten wir fest, dass wir nicht mehr daran arbeiten, den Zugang zu erleichtern, sondern vielmehr unserem Wunsch nach einer neuen Art der Begegnung mit Literatur und Theater folgen: das Verborgene freizulegen, mit Fantasie und Material zu spielen und unsere Begeisterung für diese wundersame Begegnung von Literatur und Theater zu teilen, in der alles ebenso auf die Ewigkeit ausgerichtet wie flüchtig ist.
Die Aufführung wird aus dem Programm „Kultur“ der Stadt Sofia finanziert und von Meteor in Partnerschaft mit dem Goethe-Institut Bulgarien realisiert.
Die Veranstaltung wird vom Programm „Kultur“ der Stadt Sofia gefördert. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit von Metheor mit dem Goethe-Institut Bulgarien.
Schauspieler: Leonid Yovchev
Berater: Boyan Manchev
Grafikdesign: Katrin Metodieva
Als „trostloses Gedicht über die Macht“ (Simone Weil) fasziniert die Ilias seit Jahrhunderten Leser, Wissenschaftler und Künstler. Sie verbindet auf verstörende Weise eine scheinbar lebensbejahende, in Wahrheit blutrünstige Energie mit dem Heldentum hinterhältiger Helden und der kalten Grausamkeit herzloser Götter. Gewalt, Maßlosigkeit und Brutalität durchziehen das Werk ebenso wie die Verantwortungslosigkeit und Infantilität seiner Figuren – Züge, die man zunächst nicht in der Welt der Helden vermuten würde. Wir haben uns dem Bann dieser Urform aller Superheldengeschichten hingegeben und laden dazu ein, sich mit uns in den Strudel der Ilias ziehen zu lassen – an der Grenze zwischen Himmlischem und (Unter-)Irdischem.
Ein episches Gedicht über die Kräfte, die das Schicksal der Menschheit bestimmen; eine Enzyklopädie der mythologischen Welt; eine Anthologie menschlicher Leidenschaften – seit Jahrtausenden hallt die Ilias in den Gegenwarten der Welt wider. Sie gilt heute nicht nur als zeitlos aktueller Grundpfeiler kultureller Werte, sondern auch als Quelle poetischer Techniken, die ungebrochenes und leidenschaftliches Forschungsinteresse wecken.
Doch was ist die Ilias eigentlich? Ein Epos der Unsterblichen? Eine Satire auf menschliche Kleinlichkeit? Ein Bild von Grausamkeit ohne Aussicht auf Ende? Einmal entfesselt, kennt die Gewalt kein Innehalten – sie brennt, bis alles zerstört ist, bis nichts mehr bleibt als Schutt und Asche. Das Kriegstheater ist dabei nicht nur eine Bühne des Heldentums, sondern auch der Niedertracht, Feigheit und Gemeinheit – unvergleichlich und dennoch neben der Tragödie existierend. Zugleich eröffnet die Ilias ein poetisches Terrain der Fantasie: ein Raum voller Metamorphosen und Wunder, in dem jeder noch ein Gott oder ein Monster sein kann.
„Ilias“ ist Teil des langfristigen Projekts von Meteor, das bis vor Kurzem „Lasst uns Literatur spielen“ hieß und seit Ende 2025 in „Proteide“ umbenannt wurde. In unserer künstlerischen Interpretation sind die Proteide metamorphe Kräfte, vergleichbar mit Proteus – der altgriechischen Gottheit, die wesenhaft mit der Metamorphose verbunden ist. Die neue Bezeichnung bündelt unsere theatralische und literarische Erfahrung im Umgang mit dem, was keine feste Form hat und sich in ständigem Wandel befindet. Dies betrifft in erster Linie das Theater selbst – immer im Wandel, niemals dasselbe, selbst in der Wiederholung. Dies ist auch unser Ansatz im Umgang mit den ausgewählten literarischen Texten.
Wir verwandeln sie in Theater nicht (nur), indem wir sie von einer Sprache in eine andere übersetzen (vom Schriftlichen ins Mündliche, vom Literarischen ins Theatrale), sondern indem wir sie auf der Bühne transformieren: Wir nutzen ihr Potenzial, integrieren Paralleltexte und Metatexte, Analysen und spätere Fassungen sowie unser eigenes Verständnis der Welt des Werkes. Das Ergebnis ist ein Text-im-Wandel, ein Text-Theater, ein proteischer Text – eine theatrale Aufführung, die das Theater selbst kommentiert als das, was es seinem Wesen nach ist: Handlung, Veränderung.
Der Beginn von „Lasst uns Literatur spielen“ wurde 2021 mit Gogols „Die Nase“ und „Der Mantel“ gesetzt. Die treibende Kraft hinter der Reihe war der Wunsch, das Hindernis zwischen den großen Werken der klassischen Literatur und ihren neuen Leser:innen zu überwinden – ein Hindernis, das vor allem auf die schnelle Alterung der Sprache und auf die Schwierigkeit für jüngere Leser:innen zurückzuführen ist, in die Welt der Werke einzudringen. Doch in diesen fünf Jahren – Jahren, in denen wir innerhalb derselben Reihe auch Inszenierungen nach Ovids „Metamorphosen“, Goethes „Faust“ und Homers „Ilias“ geschaffen haben – ist das Ergebnis deutlich über die ursprüngliche Intention hinausgewachsen.
Im Prozess der Erforschung und Entwicklung der Aufführungen stellten wir fest, dass wir nicht mehr daran arbeiten, den Zugang zu erleichtern, sondern vielmehr unserem Wunsch nach einer neuen Art der Begegnung mit Literatur und Theater folgen: das Verborgene freizulegen, mit Fantasie und Material zu spielen und unsere Begeisterung für diese wundersame Begegnung von Literatur und Theater zu teilen, in der alles ebenso auf die Ewigkeit ausgerichtet wie flüchtig ist.
Die Aufführung wird aus dem Programm „Kultur“ der Stadt Sofia finanziert und von Meteor in Partnerschaft mit dem Goethe-Institut Bulgarien realisiert.
Die Veranstaltung wird vom Programm „Kultur“ der Stadt Sofia gefördert. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit von Metheor mit dem Goethe-Institut Bulgarien.
Ort
Goethe-Institut Bulgarien
Budapesta Str. 1
1000 Sofia
Bulgarien
Budapesta Str. 1
1000 Sofia
Bulgarien
Veranstaltungssaal
Ort
Goethe-Institut Bulgarien
Budapesta Str. 1
1000 Sofia
Bulgarien
Budapesta Str. 1
1000 Sofia
Bulgarien
Veranstaltungssaal