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DaF-Pioniere feiern 25 Jahre Ausbildungsrunde DaF am Goethe-Institut in Peking

Tagung
@Goethe-Institut China

Die älteste DaF-Pionierin in China lehrt seit 66 Jahren Deutsch. Das war eines der Ergebnisse der Erfahrungsschlange, mit dem rund 100 chinesische Dozierende aus Hochschulen und Deutschlehrkräfte aus Schulen in das „Treffen der DaF-Pioniere“ in Peking starteten.

Seit den 1980er Jahren arbeitet das Goethe-Institut in China eng mit Expert*innen für Deutsch und Deutsch als Fremdsprache in China zusammen. Vor allem die Zusammenarbeit mit der chinesischen Germanistik hat eine lange Tradition. Ein wichtiger Grundstein hierfür wurde in den Jahren 1995 bis 1998 gelegt, als junge chinesische Germanistik-Dozent*innen in drei halbjährigen Ausbildungsrunden und einem Lehrgang für Fortbildner*innen am Goethe-Institut in Peking im Bereich Deutsch als Fremdsprache aus- und fortgebildet wurden. Heute sind viele dieser Teilnehmenden renommierte Professor*innen oder setzen sich auf anderen wichtigen Positionen in chinesischen Bildungsinstitutionen für die deutsche Sprache ein.

Diese DaF-Pioniere begaben sich nun vom 8.-10. November im ehrwürdigen Kempinski Hotel, das als erstes deutsches Hotel in Peking ebenfalls Anfang der 1990er Jahre gegründet wurde, mit ihren deutschen und chinesischen Ausbildungsleiterinnen auf eine Zeitreise. Gemeinsam mit weiteren DaF-Expert*innen aus ganz China durchlebten sie noch einmal die damalige Aufbruchstimmung, die Gründung unzähliger Germanistikabteilungen in den 1990er Jahren in China und die flächendeckende Einführung von Deutsch an Schulen durch die PASCH-Initiative in den 2000er Jahren. Unter dem Motto „Gestern – Heute – Morgen“ diskutierten die Teilnehmer*innen zudem den aktuellen Stand und die neuen Möglichkeiten von DaF in China.
 

 

Deutsch weiterhin im Aufwind in China
Laut der aktuellen Deutschlernerhebung des Auswärtigen Amts lernen derzeit 20% mehr Menschen in China Deutsch als noch im Jahre 2014. Im Schulbereich hat sich die Zahl mit rund 25.000 Deutschlernenden Schüler*innen sogar verdoppelt.  Seit Ende 2018 ist das erste vom chinesischen Bildungsministerium eingeführte Curriculum für Deutsch an Schulen in Kraft, welches eine Verankerung von Deutsch als Unterrichtsfach und das Ablegen der Hochschulzulassungsprüfung im Fach Deutsch ermöglicht. Zugleich hat die deutsche Kultusministerkonferenz im Sommer 2019 den Zugang an deutsche Hochschulen für chinesische Schüler*innen deutlich erleichtert. Die hohe Nachfrage nach Deutsch bringt jedoch auch einen stark erhöhten Bedarf an qualifizierten Deutschlehrkräften in allen Bildungsbereichen im Land mit sich.
 
Vernetzung der DaF-Pioniere mit neuen DaF-Expert*innen

„Durch die neuen Herausforderungen ergeben sich natürlich auch Chancen. [...] Die chinesischen Germanistikstudiengänge sollten ihre Lehrerausbildung endlich aufbauen, und zwar mit ihren deutschen Partnern zusammen.“, sagte Li Yuan, stellvertretende Leiterin der Fakultät für Fremdsprachen an der Zhejiang Universität. Um dieses Anliegen zu unterstützen, war ein wichtiges Ziel des Treffens die Vernetzung der DaF-Pioniere mit neuen DaF-Expert*innen im Land. Auf der Basis von Vorträgen deutscher und chinesischer Vertreter*innen aus dem Bildungsbereich sowie Erfahrungsberichten von Dozierenden aus Hochschulen und Lehrkräften an Schulen tauschten sich die Teilnehmenden in Panels und vier Workshops zu den Themen „Aus- und Fortbildung DaF“, „Anerkennung“, „Vernetzung“ und „DaF-Forschung“ zum Stand und den Perspektiven von DaF in China aus. „Lehrkräfte auszubilden, erschließt eigentlich ein ziemlich neues Gebiet, aber genau darin liegt die Stärke der Pädagogischen Universitäten.“, sagte Su Fu, Dekanin der Deutschabteilung an der Pädagogischen Universität der Hauptstadt. Die Anerkennung z.B. von besuchten Fortbildungen sowie der Aufbau einer Plattform für den Austausch von Erfahrungen und Forschungsprojekten ist den Teilnehmenden ebenfalls ein wichtiges Anliegen.

  • Liang Min @Goethe-Institut China
  • Liang Min Vortrag @Goethe-Institut China
  • Hu Zhongli @Goethe-Institut China
  • Tagung @Goethe-Institut China
  • Plenum @Goethe-Institut China
  • Xie Jianwen im Plenum @Goethe-Institut China
  • @Goethe-Institut China @Goethe-Institut China
  • Cui Lan @Goethe-Institut China
  • Zuschauerin @Goethe-Institut China
  • Liang Min und Kolleginnen @Goethe-Institut China
  • Gruppenfoto @Goethe-Institut China
  • Alfler @Goethe-Institut China
„Lehren ohne Forschung ist oberflächlich, Forschen ohne Lehren ist inhaltslos“
Einig waren sich die Teilnehmenden der Workshops auch, dass Unterrichten und Forschen zusammen gehörten. Um DaF in China weiter zu stärken, sei es ganz entscheidend, DaF als Forschungsgegenstand stärker zu etablieren. Das Goethe-Institut wird die chinesischen Bildungsinstitutionen wie z.B. das Anleitungskomitee für Germanistik, das Fortbildungszentrum an der Zhejiang Universität und das neu gegründete chinesische Schulbündnis auch weiterhin gemeinsam mit seinen deutschen Partnern wie z.B. dem DAAD oder der ZfA bei der Entwicklung eines neuen Konzepts zur systematischen und flächendeckenden Aus- und Fortbildung von Deutschlehrkräften unterstützen. Überlegt wurde beispielsweise die gemeinsame Qualifizierung lokaler DaF-Expert*innen an Schulen und Hochschulen zu Fortbildner*innen, der Ausbau von DLL-Hochschulkooperationen, ein Fortbildungsangebot zum Thema DaF-Forschung und die Verleihung von Forschungsstipendien.

Autorin: Karin Benkelmann-Zhang, Goethe-Institut China

Bericht Workshops DaF-Pioniere 2019
 

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