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16:30 Uhr

Helmut Lachenmanns „Tableau für Orchester“ & Gustav Mahlers „Symphonie Nr. 2 c-Moll“

Digital Concert Hall

Helmut Lachenmanns „Tableau für Orchester“ & Gustav Mahlers „Symphonie Nr. 2 c-Moll“ Quelle: Digital Concert Hall, Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle (Dirigent)
Rundfunkchor Berlin, Magdalena Kožená (Mezzosopran), Simon Halsey (Einstudierung), Kate Royal (Sopran)
 
Programm:
Helmut Lachenmann, Tableau für Orchester (15:37)
Gustav Mahler, Symphonie Nr. 2 c-Moll Auferstehung (01:33:29)
 
Einführung von Zhu He, Professor am Zentralen Musikkonservatorium Chinas
 
„Du wirst sehen: ich erlebe den Sieg meiner Sache nicht mehr!“, erklärte Gustav Mahler kurz nach der Uraufführung seiner Zweiten Symphonie: „Zu fremd und neu ist alles, was ich schreibe, den Hörern, die keine Brücke zu mir finden.“
 
Was Mahler 1896 im Hinblick auf sein eigenes Schaffen formulierte, wurde im 20. Jahrhundert zu einer Grunderfahrung modernen Komponierens.
 
So begann Helmut Lachenmann 1985 einen Vortrag mit dem programmatischen Titel „Hören ist wehrlos – ohne Hören“ mit einer Beschreibung jener „vielbeschworenen Kluft“, die bereits 90 Jahre vor ihm Mahler beunruhigt hatte: „Es ist die Kluft zwischen dem Musikliebhaber, welcher Musik liebt und pflegt wegen ihrer in den Werken der Tradition bewährten expressiven Sprachgewalt, wegen ihrer im Tonalen wurzelnden Erfahrung von Schönheit, in denen das Subjekt sich emphatisch erhöht widerspiegelt, und dem Komponisten, welcher der Tradition dadurch gehorcht, dass er sie fortsetzt, statt solche Erfahrungen zu konservieren.“
 
2011 hat Sir Simon Rattle in einem Konzert der Berliner Philharmoniker erstmals auf die innere Verwandtschaft beider Komponisten aufmerksam gemacht. Diesen interpretatorischen Diskurs setzt er nun fort, leitet in einem Konzert Aufführungen von Lachenmanns Tableau für Orchester und Mahlers Zweiter Symphonie, in deren Zusammenhang der Komponist einmal schrieb: „Man wird mit Keulen zu Boden geschlagen und dann auf Engelsfittichen zu den höchsten Höhen gehoben.“ – Fraglos eine Situation, von der auch Lachenmann als einer der disputabelsten Komponisten seiner Generation ein Lied singen kann.

Am 10. September 2016 findet erneut eine Vorführung der Digital Concert Hall in Kooperation mit den Berliner Philharmoniker im Goethe-Institut Peking statt. Wir laden Sie herzlich ein, die Werke des renommierten zeitgenössischen Komponisten Helmut Lachenmann und von Gustav Mahler dem Vorreiter der Moderne, mit einer Einführung von Professor Zhu He an dem Musikkonservatorium China zu genießen.