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20:00 Uhr
Online-Theater „Wir sind noch einmal davon gekommen“
Im Rahmen des Beijing Fringe Festival
Die Corona-Pandemie 2020 hat für die Theaterarbeit Herausforderungen, aber auch neue Chancen mit sich gebracht. Während Aufführungen, Gastspiele und Theaterfestivals abgesagt oder verschoben werden, versuchten immer mehr Theatermacher*innen, Onlineformate zu entwickeln, und die ästhetischen und inhaltlichen Dimensionen des Online-Theaters zu erweitern. Im Oktober 2020 lädt das Goethe-Institut China in Kooperation mit dem 13. Beijing Fringe Festival den Theaterkritiker und Co-Redaktionsleiter des Theaterportals nachtkritik.de, Christian Rakow, ein, ein deutschsprachiges Programm für die Sektion „Online-Theater“ im Rahmen des Beijing Fringe Festivals zu kuratieren. Dabei wurden drei bemerkenswerte deutschsprachige Online-Theaterproduktionen ausgewählt, die während der Pandemie entstanden sind: „Wir sind noch einmal davon gekommen“ (nach Thornton Wilder, Regie: Marcel Kohler, Theaterakademie August Everding), „zeitfuereinander: Staffel 1 und 3“ (Regie: Anne Lenk, Camill Jammal und Philipp Arnold) und „Dekalog: Episode 5, 7 und 8“ (Regie: Christopher Rüping, frei nach der Filmreihe Krzysztof Kieślowski, Schauspielhaus Zürich). Sie werden jeweils am 17/18. Oktober, 24/25. Oktober und am 31. Oktober 2020 live auf bilibili.com übertragen. Wir freuen uns besonders, dass Christopher Rüping am 31. Oktober 2020 am Q&A im Anschluss an das Screening teilnehmen wird, um sich mit chinesischen Theatermacher*innen und Zuschauer*innen auszutauschen.
Online-Theater „Wir sind davon gekommen“
Zeit: 17/18.10.2020, 20:00
Für den bilibili-Link scannen Sie bitte den QR-Code:
Wir sind noch einmal davongekommen
nach Thornton Wilder
Regie: Marcel Kohler
Theaterakademie August Everding
Dauer: 1 Stunde
Die Welt ist in der Krise, Katastrophen brechen ein, Menschen ringen ums Überleben und um einen Rest Optimismus im Daseinskampf. Im Schatten des Zweiten Weltkriegs schrieb Thornton Wilder 1943 „Wir sind noch einmal davongekommen“. Das Drama zeichnet eine typische amerikanische Kleinfamilie, in deren Alltag sich biblische Katastrophen spiegeln. Die Geschichte von Kain und Abel, die Eiszeit, die Sintflut wiederholt sich in ihrem amerikanischen Mittelschichtsdasein. Gegenwart und mythische Zeit sind eng ineinander verwoben.
Regisseur Marcel Kohler hat Wilders Drama mit Studierenden des Dritten Jahrgangs der Münchner Theaterakademie August Everding erarbeitet. Durch den Corona-Lockdown der Bühnen fand die Probenarbeit komplett online in Videokonferenzen statt. Die Premiere und weitere Aufführungen wurden im April und Mai dieses Jahres als Livestream realisiert. Zu sehen ist ein Ensemblestück, das in atemberaubender Rasanz einen gemeinsamen virtuellen Spielraum herstellt. Die Akteure agieren aus ihren je eigenen Wohnungen heraus und sind per Zoom zusammengeschaltet. Ein ausgeklügeltes Livestream-Design puzzelt die Bilder zueinander. Eine vorbereitetes Voice-over sorgt für Dynamik, während die Akteure ihre Figuren über auf Lip sync, prononcierte Mimik und punktgenau aufeinander abgestimmte Gestik modellieren. Der komödiantisch aufgedrehte Spielstil erinnert an Traditionen der Commedia dell'arte. „Wir sind noch einmal davongekommen“ gilt als eine der spielfreudigsten und komplexesten Distanz-Ensemblearbeiten, die während der Corona-Krise entstanden sind.
Über den Regisseur:
Marcel Kohler, geboren 1991 in Mainz, ist Schauspieler und seit 2015 Ensemblemitglied des Deutschen Theaters Berlin. 2016 erhielt er den Alfred‑Kerr‑Darstellerpreis für die beste Leistung eines jungen Schauspielers im Rahmen des Berliner Theatertreffens und wurde im selben Jahr in der Kritikerumfrage der Zeitschrift „Theater heute“ zum Nachwuchsschauspieler des Jahres gewählt. Kohler ist Gründungsmitglied des Neuen Künstlertheaters und arbeitet regelmäßig als Regisseur und Bühnenbildner an Schauspielschulen.
Über die Theaterakademie August Everding:
Die Theaterakademie wurde 1993 auf Initiative des Regisseurs und Intendanten August Everdings gegründet. Sie hat ihren Sitz im Münchner Prinzregententheater. Mit derzeit acht Studiengängen und drei professionell ausgestatteten Theatern (Prinzregententheater, Akademietheater, Akademiestudio) ist die Theaterakademie August Everding die größte Ausbildungsstätte für Bühnenberufe im deutschsprachigen Raum. Die Studiengänge umfassen Schauspiel, Regie, Musiktheater/Operngesang, Musical, Dramaturgie, Bühnenbild und -kostüm, Maskenbild – Theater und Film sowie Theater-, Film- und Fernsehkritik.
Credits:
Wir sind noch einmal davon gekommen
nach Thornton Wilder
Inszenierung und Bühne: Marcel Kohler; Kostüm: Natalie Soroko; Dramaturgie: Peter Sampel; Digitale Konzeption und Videodesign: Thilo David Heins; Streaming-Operator: Stefan Arndt; Akustische Regie: Nils Strunk; Sounddesign und Liveton-Mischung: Georgios Maragkoudakis; Licht: David Jäkel; Regieassistenz und Abendspielleitung: Benjamin Kohler; Regiehospitanz: Marie Fuchs.
Mit: Fabio Savoldelli, Tamara Romera Ginés, Sandra Julia Reils, Steffen Recks, Luiza Monteiro, Sebastian Kremkow, Oscar Bloch, Aydin Aydin, Berit Vander.
Über den Kurator:
Christian Rakow, geboren 1976 in Rostock, studierte Germanistik und Philosophie in Rostock, Sheffield und Berlin und promovierte in Literaturwissenschaft (Deutsche Philologie) in Münster. Er lebt in Berlin und ist Co-Redaktionsleiter des Theaterportals nachtkritik.de, der größten Online-Theaterplattform in deutschsprachigen Raum. Als Kritiker schreibt er zudem für das Fachblatt „Theater heute“ und die Berliner Zeitung. Er war Mitglied der Jury des Berliner Theatertreffens 2017–2019 und Juror beim Mülheimer Dramatikerpreis 2014.
Online-Theater „Wir sind davon gekommen“
Zeit: 17/18.10.2020, 20:00
Für den bilibili-Link scannen Sie bitte den QR-Code:
Wir sind noch einmal davongekommen
nach Thornton Wilder
Regie: Marcel Kohler
Theaterakademie August Everding
Dauer: 1 Stunde
Die Welt ist in der Krise, Katastrophen brechen ein, Menschen ringen ums Überleben und um einen Rest Optimismus im Daseinskampf. Im Schatten des Zweiten Weltkriegs schrieb Thornton Wilder 1943 „Wir sind noch einmal davongekommen“. Das Drama zeichnet eine typische amerikanische Kleinfamilie, in deren Alltag sich biblische Katastrophen spiegeln. Die Geschichte von Kain und Abel, die Eiszeit, die Sintflut wiederholt sich in ihrem amerikanischen Mittelschichtsdasein. Gegenwart und mythische Zeit sind eng ineinander verwoben.
Regisseur Marcel Kohler hat Wilders Drama mit Studierenden des Dritten Jahrgangs der Münchner Theaterakademie August Everding erarbeitet. Durch den Corona-Lockdown der Bühnen fand die Probenarbeit komplett online in Videokonferenzen statt. Die Premiere und weitere Aufführungen wurden im April und Mai dieses Jahres als Livestream realisiert. Zu sehen ist ein Ensemblestück, das in atemberaubender Rasanz einen gemeinsamen virtuellen Spielraum herstellt. Die Akteure agieren aus ihren je eigenen Wohnungen heraus und sind per Zoom zusammengeschaltet. Ein ausgeklügeltes Livestream-Design puzzelt die Bilder zueinander. Eine vorbereitetes Voice-over sorgt für Dynamik, während die Akteure ihre Figuren über auf Lip sync, prononcierte Mimik und punktgenau aufeinander abgestimmte Gestik modellieren. Der komödiantisch aufgedrehte Spielstil erinnert an Traditionen der Commedia dell'arte. „Wir sind noch einmal davongekommen“ gilt als eine der spielfreudigsten und komplexesten Distanz-Ensemblearbeiten, die während der Corona-Krise entstanden sind.
Über den Regisseur:
Marcel Kohler, geboren 1991 in Mainz, ist Schauspieler und seit 2015 Ensemblemitglied des Deutschen Theaters Berlin. 2016 erhielt er den Alfred‑Kerr‑Darstellerpreis für die beste Leistung eines jungen Schauspielers im Rahmen des Berliner Theatertreffens und wurde im selben Jahr in der Kritikerumfrage der Zeitschrift „Theater heute“ zum Nachwuchsschauspieler des Jahres gewählt. Kohler ist Gründungsmitglied des Neuen Künstlertheaters und arbeitet regelmäßig als Regisseur und Bühnenbildner an Schauspielschulen.
Über die Theaterakademie August Everding:
Die Theaterakademie wurde 1993 auf Initiative des Regisseurs und Intendanten August Everdings gegründet. Sie hat ihren Sitz im Münchner Prinzregententheater. Mit derzeit acht Studiengängen und drei professionell ausgestatteten Theatern (Prinzregententheater, Akademietheater, Akademiestudio) ist die Theaterakademie August Everding die größte Ausbildungsstätte für Bühnenberufe im deutschsprachigen Raum. Die Studiengänge umfassen Schauspiel, Regie, Musiktheater/Operngesang, Musical, Dramaturgie, Bühnenbild und -kostüm, Maskenbild – Theater und Film sowie Theater-, Film- und Fernsehkritik.
Credits:
Wir sind noch einmal davon gekommen
nach Thornton Wilder
Inszenierung und Bühne: Marcel Kohler; Kostüm: Natalie Soroko; Dramaturgie: Peter Sampel; Digitale Konzeption und Videodesign: Thilo David Heins; Streaming-Operator: Stefan Arndt; Akustische Regie: Nils Strunk; Sounddesign und Liveton-Mischung: Georgios Maragkoudakis; Licht: David Jäkel; Regieassistenz und Abendspielleitung: Benjamin Kohler; Regiehospitanz: Marie Fuchs.
Mit: Fabio Savoldelli, Tamara Romera Ginés, Sandra Julia Reils, Steffen Recks, Luiza Monteiro, Sebastian Kremkow, Oscar Bloch, Aydin Aydin, Berit Vander.
Über den Kurator:
Christian Rakow, geboren 1976 in Rostock, studierte Germanistik und Philosophie in Rostock, Sheffield und Berlin und promovierte in Literaturwissenschaft (Deutsche Philologie) in Münster. Er lebt in Berlin und ist Co-Redaktionsleiter des Theaterportals nachtkritik.de, der größten Online-Theaterplattform in deutschsprachigen Raum. Als Kritiker schreibt er zudem für das Fachblatt „Theater heute“ und die Berliner Zeitung. Er war Mitglied der Jury des Berliner Theatertreffens 2017–2019 und Juror beim Mülheimer Dramatikerpreis 2014.