Pla(y)ces
Spielerische Orte
Über das Projekt
Gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus den Blocks 22 und 23 in Neu Belgrad initiiert das Projekt „Spielerische Orte“ einen Forschungsprozess zu formellen und informellen Spielräumen und dazu, wie unterschiedliche Generationen diese wahrnehmen, nutzen und verändern.
Im Rahmen einer fokussierten partizipativen Ethnografie des Spiels im öffentlichen Raum werden die Teilnehmenden gemeinsam Spielorte in ihrer Nachbarschaft kartieren, Spiele und Spielerinnerungen austauschen, die alltäglichen Räume des Viertels erkunden und mit unterschiedlichen Materialien, Gegenständen und Spielweisen experimentieren. Durch spielerische Begegnungen und gemeinsame Aktionen werden wir Räume, die nicht unbedingt als Spielplätze konzipiert wurden, temporär aktivieren und untersuchen, was es braucht, damit ein Ort zu einem Ort des Spiels werden kann.
Ziele
Aus diesem Prozess entsteht die Spielothek / Igroteka – ein lebendiges Archiv des Spiels, eine gemeinsam entwickelte Sammlung transgenerationaler Spiele, Geschichten, Erfahrungen, Gegenstände und Elemente für das freie Spiel. Die Igroteka hält fest, was wir während der Begegnungen entdecken, austauschen und gemeinsam entwickeln, und bleibt als offener Fundus für weiteres Spielen und Forschen bestehen.Begleitet wird die Igroteka von einem offenen Spielbegriffslexikon, das gemeinsam mit den Teilnehmenden entstehen wird. Damit möchten wir unser kollektives Verständnis von Spiel als universellem menschlichem Bedürfnis und als kultureller Praxis, die uns über verschiedene Lebensalter hinweg verbindet, hinterfragen, erweitern und neu beleben.
Spiel ist ein Akt der Freude, der Neugier und des Entdeckens, aber auch eine Art und Weise, wie wir Beziehungen zu anderen Menschen und zu dem Raum, der uns umgibt, aufbauen. Die zeitgenössische Stadt verortet das Spiel jedoch häufig innerhalb klar definierter Räume, Zeiten und Regeln – vor allem auf Kinderspielplätzen. Das Projekt hinterfragt daher einige der gängigen Annahmen: dass Spiel in erster Linie Kindern vorbehalten ist, dass Erwachsene dabei lediglich die Rolle der Aufsicht übernehmen und dass Spiel ausschließlich an Orten stattfindet, die von vornherein dafür konzipiert wurden.
Mit der gemeinsamen Forschung möchten wir Raum für ein anderes Verständnis von Spiel eröffnen – als eine Praxis, die allen Generationen gehört, die nahezu überall entstehen kann und die uns ermöglicht, die Stadt auf andere Weise kennenzulernen, uns Räume anzueignen und sie miteinander zu teilen.
SPIELERISCHE ORTE / PLA(Y)CES laden alle Generationen dazu ein, gemeinsam eine einfache, aber häufig vergessene Möglichkeit zu erforschen – dass die Stadt als Ganzes zu einem Raum werden kann, der Spiel, Begegnung und Miteinander unterstützt.