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12:00 Uhr

Vild med ORD: Emma Braslavsky

Forfattersamtale|

  • Dokk1, Aarhus

Emma Braslavsky Foto: Stefan Klüter

Unter dem Namen Texte|Tekst haben es sich Goethe-Institut Dänemark, Institut français du Danemark, Dansk Forfatterforening, Det Danske Kulturinstitut und Dans-Tysk Selskab zum Ziel gemacht, den literarischen Austausch zwischen Dänemark, Deutschland und Frankreich zu fördern. Im Rahmen des Projekts werden herausragende, doch bisher nicht übersetzte Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus allen drei Ländern präsentiert. Die erste Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Festival Vild med ord in Aarhus statt: hier kann man die deutsche Schriftstellerin Emma Braslavsky und den französischen Autor Luc Lang erleben, die ihre jeweils neuesten Werke präsentieren und gemeinsam über die kulturelle Bedeutung des Übersetzens sprechen.      

Emma Braslavsky zählt zu den spannendsten deutschen Schriftstellerinnen, die derzeit im Literaturbetrieb anzutreffen sind. 1971 in Erfurt geboren studierte sie Fremdsprachliche Philologien und Südostasienstudien in u.a. Berlin, Moskau, Vietnam und Israel, sie bereiste nahezu die ganze Welt. Von 2003 bis 2008 leitete sie den Kunstverein Galerie der Künste und kuratierte zusammen mit ihrem Mann, dem israelischen Künstler und Noam Braslavsky, eine Reihe von spannenden, interdisziplinären Ausstellungsformaten. 2007 erschien Emma Braslavskys Debütroman Aus dem Sinn.

Braslavsky steht für eine neue Form des Realismus, der in seiner Beschreibung über die sichtbare Realität hinaus geht – ihr scharfer Blick durchdringt die faktischen Begebenheiten und zeigt eine vielschichtige Wirklichkeit, die alles andere als eindeutig ist. Ihre mehrstimmigen Romane überraschen mit komplexer Syntax und einem bildgewaltigem, lebendigem Ausdruck – und sind dabei ungeheuer unterhaltsam, denn mit Humor weiß Emma Braslavsky umzugehen.

Leben ist keine Art mit einem Tier umzugehen (2016) ist ihr dritter Roman: In einer nicht allzu fernen Zukunft machen sich die Protagonistinnen und Protagonisten der umfassenden Personengalerie auf die Suche nach dem Sinn des Lebens. Ihre Wege kreuzen sich in einem skurrilen Panorama von Berlin über eine neu-entdeckte Paradiesinsel bis nach Buenos Aires. Während des achtjährigen Schreibprozesses recherchierte Braslavsky in zahlreichen Forschungsdisziplinen wie Genetik, Klimaforschung und Psychologie. Das Resultat kann sich sehen lassen: Emma Braslavsky hat einen modernen Abenteuerroman darüber geschrieben, was es heißt, Mensch zu sein.

Luc Lang (geb. 1956) unterrichtet Ästhetik an der École Nationale Supérieure d'Arts de Paris-Cergy. Sein schriftstellerische Produktion umfasst mehrere Romane sowie Kurzprosa, 1998 erhielt er den französischen Literaturpreis Prix Goncourt des lycéens für seinen Roman Mille six cents ventres. Sowohl in Bezug auf Form und Inhalt zeigt sich Luc Lang experimentierfreudig, so schrieb er eine neue Version eines seiner früheren Romane, wie die großen Maler oft zu den gleichen Motiven zurückkehren, ein anderes Mal spielt er mit den typischen Zügen der griechischen Tragödie oder widmet sich sehr aktuellem Stoff, wie den Terroranschlägen vom 11. September 2001.
  
Das Gespräch mit Emma Braslavsky führt Schriftsteller und Kulturjournalist Steen Bille, Luc Lang spricht mit Steen Bille Jørgensen (Universität Aarhus). Jakob Vedelsby von Dansk Forfatterforening wird eine Einführung in das Projekt geben. Eintrittskarten sind über die Webseite des Festivals erhältlich und gelten für den gesamten Tag.

Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist die Übersetzung von Textauszügen aktueller Autorinnen und Autoren aus allen drei Ländern, die auf einer eigens dafür errichteten Webseite veröffentlicht werden.