Unsere Aktivitäten in Island


Simona Koch: Abbiotismus 149 © Simona Koch

Das Goethe-Institut Dänemark nimmt auch die Aufgaben der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik in Island wahr. Das Goethe-Institut setzt sich für einen aktiven kulturellen und sprachlichen Austausch zwischen Deutschland und Island ein. Wir arbeiten dabei eng mit den Deutschlehrenden und den sprach- und kulturpolitischen Institutionen des Landes zusammen, um den hohen Informationsstand über Deutschland und die Vielfalt der Kenntnisse über die deutsche Sprache und Kultur in Island zu erhalten und weiterzuentwickeln. Vertreter unterschiedlicher isländischer Institutionen und Einzelpersonen beraten und informieren das Goethe-Institut bei seinen Planungen und Entscheidungen.

Residenzprogramme in Island

Das Goethe-Institut Dänemark bietet in Zusammenarbeit mit isländischen Institutionen Residenzprogramme in Island an. Ziel ist es, Künstler in ihrer Weiterbildung und Gestaltung aktiv zu fördern. Die künstlerische Gemeinschaft in Ostisland als auch in Reykjavik bietet herbei die ideale Möglichkeit sich vor Ort zu vertiefen, zu vernetzen und im Austausch und neue Perspektiven für die eigene Arbeit zum Entwickeln.

Aktuelle Veranstaltungen



 

Harpa Concert hall, Rekjavik © Fotolia © Fotolia Das Goethe-Institut plant zusammen mit weiteren Kultureinrichtungen folgende Veranstaltungen:

Writer in Residence, Adriana Altaras: 15.4.2017 – 31.5.2017
Weblog Literaturstadt Reykjavik

 

Artist in Residence

In Zusammenarbeit mit dem Skaftfell, Center for Visual Art in Seydisfjordur (Ostisland), besteht seit 2014 eine Kooperation im Rahmen des Residenzprogramms „Artist in Residence“.
Dieses Residenzprogramm wendet sich primär an visuelle Künstler. Jedoch können auch Künstler innerhalb interdisziplinärer Praktiken ihre Bewerbung einreichen.
Aufgrund der langjährigen Erprobung beruht das Residenzprogramm auf einem beständigen Format, das ein Umfeld für Kreativität und Inspiration bietet.
Zur Ausschreibung für das Residenzprogramm 2018 geht es hier:

Skaftfell Center for Visual Art

Writer in Residence

Seit 2012 vergibt das Goethe-Institut Dänemark in Zusammenarbeit mit der UNESCO Literaturstadt Reykjavik jährlich ein bis zwei Stipendien an deutsche Autoren aus den Bereichen Schöne Literatur, Kinder-und Jugendliteratur sowie Graphic Novels.

Ziel dieser Literaturstipendien ist es, dem Stipendiaten oder der Stipendiatin die Gelegenheit zu bieten, Recherchen, Anregungen und Arbeitsideen zu einem literarischen Projekt durchzuführen, welches das Land Island als Ausgangspunkt oder Inspirationsquelle zur Grundlage hat.

Der Stipendiat oder die Stipendiatin hat die Möglichkeit, die Literaturszene vor Ort kennenzulernen, Kontakte aufzunehmen, sich zu vertiefen, Ideen und Anregungen auszutauschen. Erwartet wird die Zusammenarbeit mit literaturvermittelnden Institutionen vor Ort. Zeitgleich steht ein Blog zur Verfügung, über welchen persönliche Erlebnisse und Erfahrungen mit Literatur in Island auf der Homepage des Goethe-Instituts Islands geteilt werden können.

Bewerben können sich Autoren mit mindestens einem veröffentlichtem Buch oder einem nachgewiesen hochwertigen Projekt in Arbeit. Der Lebens- und Arbeitsmittelpunkt der Bewerberinnen und Bewerber soll in Deutschland liegen.

Ausschreibung: Autorenresidenz 2018
Residenzprogramme des Goethe-Instituts
Weblog Literaturstadt Reykjavik

Schriftstellerin Adriana Altaras © Gene Glover In Zusammenarbeit mit der Unesco Literaturhauptstadt Reykjavík lädt das Goethe-Institut jedes Jahr eine Schriftstellerin oder einen Schriftsteller zu einem Schreibaufenthalt nach Island ein. Vom 15.4. – 31.5.2017 wird die Autorin, Regisseurin und Schauspielerin Adriana Altaras ihren Residenzaufenthalt auf Island verbringen. Über Ihre Erlebnisse berichtet sie im Weblog Literaturstadt Reykjavik.

Adriana Altaras wurde 1960 in Zagreb geboren. Drei Jahre lang lebte die Tochter zweier jüdischer Partisanen bei Verwandten in Italien, bevor die Familie 1967 gemeinsam nach Deutschland zog. Nach dem Abitur in Marburg studierte Adriana Altaras Schauspiel an der Hochschule der Künste in Berlin und an der New York University.

Nach zahlreichen Theater- und Filmengagements als Autorin, Regisseurin und Schauspielerin, für die sie unter anderem mit dem Bundesfilmpreis und einem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde, erschien 2011 ihr literarisches Debüt. Titos Brille erzählt unterhaltsam und unerschrocken Altaras‘ eigene Familiengeschichte. Den Ausgangspunkt für die Erzählung bildet die Ordnung des Nachlasses von Adriana Altaras‘ Eltern, Jakob und Thea. Von der Wohnung ihrer verstorbenen Eltern aus springt die Erzählerin an Schauplätze in ganz Europa, um mal in witzigen, mal in tieftraurigen Episoden die Geschichte ihrer Familie zu beleuchten. Dabei bewahrt sie stets Wärme und Leichtigkeit und erschafft auf diese Weise eine kluge Autobiographie, der es nicht an Selbstironie mangelt. Titos Brille wurde 2014 von Regina Schilling erfolgreich verfilmt.
 
Auch in Adriana Altaras‘ zweitem Buch Doitscha (2014) ist ihre Familie der Hauptgegenstand der Erzählung. Ebenso scharfsinnig wie einfühlsam berichtet sie dieses Mal aus dem Alltag im deutsch-jüdischen Haushalt. Im Zentrum des Geschehens steht der älteste Sohn David, der sich in pubertärem Eifer nach Israel absetzt. Wieder beweist Adriana Altaras ihren Sinn für Humor und ihre Fähigkeit zur Analyse unserer Zeit und behandelt tiefsinnig die Themen Familie, Identität und Religion. Im März dieses Jahres erschienen mit Das Meer und ich waren im besten Alter neue Geschichten von Begegnungen des Alltags, in denen geistreich wie humorvoll den großen Fragen des Lebens nachgegangen wird.
 
Für die Wochenzeitung Die Zeit schreibt Adriana Altaras im Rahmen der Schriftsteller-Plattform Freitext regelmäßig über das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und andere aktuelle gesellschaftliche Themen. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Berlin.
Lena Gorelik Lena Gorelik | © Charlotte Troll Lena Gorelik wurde 1981 in Sankt Petersburg geboren und kam 1992 mit ihrer Familie nach Deutschland. Sie ist ausgebildete Journalistin und studierte Osteuropastudien. 2004 erscheint Lena Goreliks erster Roman Meine weißen Nächte, in dem die Hauptperson Anja mit ihren Eltern aus Russland einwandert. Mittlerweile in München etabliert, erinnert sich Anja an die Kindheit in Russland und die Eingewöhnungszeit in Deutschland. Ein gelungenes Romandebüt, das vor allem für seinen Balancegang zwischen unterhaltsamer Leichtigkeit und Tiefgang gelobt wurde. Themen wie Identität, Migration, die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und Brüche in der Familiengeschichte klingen auch in den folgenden Romanen Hochzeit in Jerusalem (2011), Die Listensammlerin (2014) und Null bis unendlich (2015) an. Besonders im Buch Lieber Mischa (2011), einem fiktiven Brief der Autorin an ihren Sohn, beschäftigt sich Lena Gorelik intensiv mit der jüdischen Identität. 

Mit dem Sachbuch Sie können aber gut Deutsch! (2012) positioniert sich Lena Gorelik gegen die anhaltende Integrationsdebatte in Deutschland und gegen eine Praxis, die Menschen nach ihrer Herkunft und ihrem Integrationswillen beurteilt, statt ihnen als Menschen zu begegnen. Auch in ihren Beiträgen zur literarischen Plattform Freitext in der Wochenzeitung Die Zeit zeigt Lena Gorelik ein starkes gesellschaftliches Engagement und thematisiert z.B. Rassismus und Gleichberechtigung. 

Lena Gorelik ist bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden, so hat sie 2005 den Bayerischen Kunstförderpreis erhalten, war 2007 mit Hochzeit in Jerusalem für den Deutschen Buchpreis nominiert, und wurde 2014 mit dem Buchpreis der Stiftung der Ravensburger Buchverlage ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrer Familie in München. Vom 20.04. – 30.05.2016 wird sie im Rahmen des Writer-in-Residence-Programms in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und der Unesco Literaturhauptstadt Reykjavík einen Schreibaufenthalt auf Island verbringen. Während dieser Zeit arbeitet sie an ihrem neuen Roman, der ebenfalls auf Island spielt. Im Weblog Literaturstadt Reykjavik wird Lena Gorelik über ihre Zeit auf Island berichten.
 
Schriftstellerin Karen Köhler Karen Köhler ist Autorin und wird vom 15.4. - 31.5.2015 als Stipendiatin des Writer in Residence Programms des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit der Unesco Literaturhauptstadt Reykjavik auf Island sein.

Sie wollte Kosmonautin werden, hat Fallschirmspringen gelernt und Schauspiel studiert. Nach einigen Jahren in Festengagements als Schauspielerin schreibt sie heute Theaterstücke und Prosa. Sie lebt in Hamburg auf St. Pauli. Ihr Erzählungsband Wir haben Raketen geangelt erschien 2014 im Hanser Verlag. Während ihres Aufenthalts wird sie an einem neuen Prosatext arbeiten.
Daniela Seel Daniela Seel | © Alexander Gumz Daniela Seel ist Lyrikerin und Verlegerin. Sie wird 2014 vom 15. April bis 31. Mai als Stipendiatin des Writer-in- Residence Programms des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit der  Unesco Literaturhauptstadt Reykjavik in Island sein. Daniela Seel ist 1974 in Frankfurt/Main geboren und  lebt in Berlin.

2003 gründete sie gemeinsam mit dem Buchgestalter Andreas Töpfer den Independent Verlag kookbooks - Labor für Poesie als Lebensform. Neben ihrer Tätigkeit als Verlegerin und Kritikerin ist sie Autorin von Lyrik. Ihre Gedichte erschienen in Zeitschriften, Zeitungen, Anthologien, im Radio und Internet und im Jahrbuch für Lyrik. Für ihren ersten Gedichtband „ Ich kann diese Stelle nicht wiederfinden „ (kookbooks ,2011) erhielt sie den Friedrich Hölderlin Förderpreis, den Ernst Meier Förderpreis und den Kunstpreis Literatur von Lotto Brandenburg.

Sie hat auch in Zeitschriften, Zeitungen, Anthologien und im Radio veröffentlicht, u.a. „Lyrik von Jetzt“ (DuMont 2003), „Jahrbuch der Lyrik“ (S. Fischer 2009), Zwischen den Zeilen, Edit, Neue Rundschau, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Lesezeit auf DLF, Chicago Public Radio.