50 Jahre Punk

Musikfilmfestival|Punk ist in die Jahre gekommen! Anlässlich des Jubiläums richtet das Musikfilmfestival den Fokus auf She-Punks und den Berliner Untergrund in den 1980’er Jahren

  • Cinemateket, Kopenhagen

  • Preis 40-95 DKK

Blixa Bargeld, 1980 Foto: Horst Blohm © DEF GmbH

Blixa Bargeld, 1980 Foto: Horst Blohm © DEF GmbH

2026 feiert Punk sein 50-jähriges Jubiläum. Mit seiner antiautoritären Haltung und DIY-Kultur wandte sich die Bewegung Mitte der 1970er Jahre in den USA und Großbritannien entschieden gegen die herrschende Gesellschaftsordnung und den etablierten und zunehmend glattpolierten Mainstream-Rock. Das Jahr 1976 gilt gemeinhin als der Moment seines Durchbruchs. Damals veröffentlichten die Sex Pistols ihre erste Single Anarchy in the U.K., während die Ramones ihr Debütalbum mit Blitzkrieg Bop als erster Single vorlegten.

Beide Bands sind neben vielen anderen Musiklegenden im September auf der großen Leinwand zu erleben, denn das Thema 50 Jahre Punk zieht sich wie ein roter Faden durch das diesjährige Musikfilmfestival in Cinemateket. Das Hauptprogramm des Festivals läuft vom 4. bis 13. September und setzt einen erkennbaren Schwerpunkt auf deutsche Produktionen.

Die Filme

Dies ist nur eine kleine Auswahl des umfassenden Programms, weitere Filme und Vorführungstermine finden Sie auf der Website von Cinemateket.

  • Regie: Klaus Maeck, Jörg A. Hoppe, Heiko Lange
    Mit: Mark Reeder, Blixa Bargeld, Nick Cave, Gudrun Gut, Annette Humpe
    Deutschland, 2015
    92 Min., englischer Dialog

    Musik, Kunst und Chaos im wilden Westberlin der 1980er Jahre. Das erwartet den 22-jährigen Manchester-Jungen Mark Reeder, als er 1979 Zahnbürste und Schmalfilmkamera in den Rucksack packt und in die angesagteste Stadt der Bundesrepublik aufbricht. Sein Ziel sind eigentlich die elektronischen Krautrocker, doch zufällige Begegnungen führen ihn auch in die Nähe eines jungen Nick Cave sowie zu Bands wie Die Toten Hosen und Einstürzende Neubauten. Der Film zeichnet ein Bild Berlins als euphorische Enklave für alternative Popmusik, Punk und ein ausgeprägtes Lebensgefühl der Freiheit.

  • Regie: David C. Roberts, Billy Shebar
    Mit: Meredith Monk u.v.a.
    USA, Deutschland 2025
    94 Min., englische Originalfassung

    Die Komponistin, Tänzerin und Multikünstlerin Meredith Monk gehört zu den großen weiblichen Virtuosinnen, die erst in fortgeschrittenem Alter den ihnen gebührenden Respekt und die entsprechende Anerkennung erfahren haben. In der männlich dominierten Avantgarde-Szene des New York der 1960er- und 1970er-Jahre musste sie hart um ihren Durchbruch kämpfen. Frühere Rezensionen in der New York Times waren so gehässig und sexistisch, dass wohl jeder andere aufgegeben hätte. Doch wie ihr berühmter Zeitgenosse Philip Glass sagt: „Von uns allen war sie – und IST sie – die außergewöhnlich Begabte.“ Der Festivalerfolg Monk in Pieces, der im vergangenen Jahr auf der Berlinale Premiere feierte, zeichnet in einem schillernden Mosaik aus Interviews und Archivaufnahmen Meredith Monks künstlerischen Werdegang nach und gewährt zugleich Einblicke in ihre Ausdauer sowie ihren humorvollen Blick auf das Leben.

  • Regie: Reto Caduff
    Deutschland, Schweiz, 2025
    90 Min., Englische Untertitel

    Einfach machen! widmet sich den Musikerinnen der Punk-Szene der späten Siebziger- und frühen Achtzigerjahre. Nach Vorbildern in England gründen sich in Düsseldorf Östro 430, in West-Berlin Mania D, später Malaria!, und in Zürich Kleenex, später LiLiput. Es entstehen Songs über Rollenklischees und Spießertum, über Machos und dogmatische Feministinnen. Ein Film über Punk aus weiblicher Perspektive und ein unvergleichliches, unwiederbringliches Lebensgefühl.
     

  • Regie: Klaus Maeck, Johanna Schenkel
    Mit: Blixa Bargeld. Mark Chung, FM Einheit, Alexander Hacke, N.U. Unruh
    Deutschland, 1993
    98 Min., Englische Untertitel

    Mit einem Arsenal aus Presslufthämmern, Kettensägen, Betonschutt, Einkaufswagen und anderer Metallpercussion, ergänzt durch Tonbandmaschinen und verstärkten Gitarrenlärm, entwickelten Einstürzende Neubauten in den 1980er Jahren ihren ganz eigenen industriellen Ausdruck. Ein avantgardistisches Experimentierfeld, das die Grenzen zwischen Musik und Performancekunst aufhob und die Vorstellung davon neu definierte, was Rockmusik sein kann und soll. Bei einem Auftritt im Ungdomshuset in Kopenhagen setzte die Gruppe etwa einen Schlagbohrer ein, um Teile des Balkons abzutragen. Doch laut Gründer und Sänger Blixa Bargeld ging bei den Einstürzenden Neubauten nie um „Zerstörung“ als Gewaltakt, sondern als produktiven Prozess: etwas aufzubrechen, um neue Möglichkeiten und Räume entstehen zu lassen. Anhand von Konzertaufnahmen und Interviews bietet der Film einen einzigartigen Einblick in die ästhetische Arbeitsweise der Gruppe zwischen 1981 und 1993.

Präsentiert in Kooperation mit