Sonntag, 19.10.2025 | 19:30 Uhr

AUSGEBUCHT
Die Schlüssel von Toledo

Konzert|Musik für eine gemeinsame Identität | KEINE EINLADUNGEN MEHR VERFÜGBAR

  • Auditorio Nacional De Música - Sala de Cámara, Madrid

  • Sprache Ladino
  • Preis Entritt auf Einladung // Die bestätigten Einladungen werden 1 Stunde vor Beginn des Konzerts ausgehändigt.

JCOM Jazz (quadratisch) C Stefan Randlkofer

JCOM - llaves de Toledo (horizontal) © JCOM

Die Sepharden haben ihre Identiät ihre Sprache und ihre Musik über Jahrhunderte hinweg in fremden Ländern bewahrt. "Die Schlüssel von Toledo" vom spanischen Dramatiker Martin Valdés-Stauber zeichnet die Geschichte der sephardischen Kultur nach und erzählt, wie dieses Erbe in Eruopa durch den Holocaust fast völlig augelöscht wurde. Die sephardische Schauspielerin Alexandra Chatzopoulou-Saia erzählt die Geschichte ihrer Vorfahren, ihrer Stadt Thessaloniki und ihrer Großeltern, die den Holocuast überlebt haben. Zu diesen Anlass komponierte Evgeni Orkin (Lviv) Musik für Kammerorchester unter der Leitung von Daniel Grossmann (München). Begleitet werden sie von der sephardischen Musikerfamilie Esim (Istanbul), die ein Repertoire an sephardischen Liedern in "judeoespañol" bewahrt. 

1492 wurden die sephardischen Juden aus Spanien vertrieben. Jahrhunderte später, 1933, berichtete der spanische Journalist Manuel Chaves Nogales von einem unglaublichen Ereignis inder Botschaft der Spanischen Republik in Berlin: Menschen erbitten Asyl und kommunizieren mit den Mitarbeitern der Botschaft in einem alten, spanischen Idiom, "judeoespañol".  
 
En las tierras ajenas, el Ladino se konvirtio en un elemento desisivo para mantener las tradsyones I la identita de los sefaradim. Su muzika sovre todo kreo I mantiene un atadiyo kon el pasado I el destino de sus antepasados.
[Zitat auf Ladino]  
 
1492 nahmen viele jüdische Familien bei der Flucht aus Spanien die Schlüssel ihrer Häuser mit. Ein Symbol für ihr Zuhause und für die Hoffnung, eines Tages zurückkehren zu können. Bis heute gibt es Familien, die einen solchen Schlüssel besitzen, der sie an den Verlust ihrer Heimat erinnert. Im Jahr 2015 verabschiedete der Kongress der Abgeordneten das Gesetz über die spanische Staatsangehörigkeit für Sepharden, das ihnen die Türen ihres alten Landes wieder öffnen soll. 

  • Studierte in München, Friedrichshafen, Berkeley und Cambridge Soziologie und Wirtschaftswissenschaften. Seit seiner Rückkehr nach Deutschland lehrt er an verschiedenen Universitäten. Er gehörte von 2017 bis 2023 zum Künstlerischen Leitungsteam der Münchner Kammerspielen (Theater des Jahres 2019 und 2020). Seit 2023 ist er Dramaturg an der Schaubühne am Lehniner Platz. Zudem verbindet ihn eine enge künstlerische Arbeitsbeziehung mit dem Kabarettisten Maxi Schafroth und der Choreographin Marlene Monteiro Freitas.

    Für das JCOM konzipiert Martin Valdés-Stauber künstlerische Projekte und begleitet Vorhaben dramaturgisch, darunter “Aus Shtetl und Shtot” (2022), “Kofflers Schicksal: Die Goldbergvariationen" (2023) oder “Wagner - eine Provokation” (2024). Zudem schreibt er Texte und Libretti für Projekte des Orchesters, wie zuletzt für die Uraufführung “Mendele Lohengrin - Ein Klezmer-Singspiel” (2025). Als Regisseur erledigt er für das JCOM zahlreiche szenische Einrichtungen sowie umfangreichere Inszenierungen, wie zuletzt “In der Strafkolonie” (2024).

  • Beschäftigt sich bereits sein gesamtes Berufsleben über mit der Frage, wie jüdische Kultur ihren Platz im gesellschaftlichen Bewusstsein einnehmen kann und wie er damit zum interkulturellen Dialog beitragen kann. Aus dieser Fragestellung heraus gründete er 2005 das JEWISH CHAMBER ORCHESTRA MUNICH (zunächst Orchester Jakobsplatz München), das sich seitdem unter seiner Leitung zu einem international beachteten, professionellen Klangkörper auf musikalisch hohem Niveau entwickelt hat und das auch im vielfältigen Münchner Kulturleben durch seine außergewöhnlichen Projekte heraussticht.

    Dabei richtet Daniel Grossmann den Fokus immer auf Projekte, die etwas mit dem Heute, Hier und Jetzt zu tun haben. So initiierte er Aufführungen von nahezu vergessenen Offenbach-Einaktern zu Video-Projektionen, brachte eine Neuauflage des Kinovarietés der 1920er Jahre mit Neukompositionen junger Filmkomponisten auf die Bühne und widmet sich aktuell der Erweiterung des Wirkungskreises des JCOM durch den Start eines eigenen YouTube-Channels.

  • Sie studierte Optik in Agio (Griechenland) und Schauspiel am Nationaltheater Nordgriechenlands in Thessaloniki. Sie arbeitet sowohl im Familienbetrieb als Optikerin als auch als Schauspielerin.

    ALEXANDRA CHATZOPOULOS-SAIA trat in Theatern in Thessaloniki („Our town“, „Une Saison en Enfer“) und Athen („Peppas dream“) auf und spielte im Film „Bad Start“ (2016). 2023 feierte sie Premiere mit der Produktion „96 %“ unter der Regie von Prodromos Tsinikoris. Die Produktion wurde bisher am Nationaltheater von Nordgriechenland in Thessaloniki sowie in Madrid, Oberhausen, Sofia und Varna aufgeführt und beleuchtet die Geschichte Thessalonikis und seiner sephardischen Gemeinde während der Shoah.

  • Seit über 40 Jahren widmen sich JANET & JAK ESIM der Sammlung, Erforschung und Interpretation sephardischer Musik – dem musikalischen Erbe der jüdischen Gemeinden, die nach der Vertreibung aus Spanien in das Osmanische Reich und andere Länder migrierten. Mit ihrem Ensemble bringen sie diese facettenreiche Tradition auf internationale Bühnen und in renommierte Festivals, Radiosendungen und Alben.

    Der musikalische Weg von JAK ESIM begann in den 1980er-Jahren, als er – geprägt von sephardischen Liedern seiner Kindheit – begann, seltene Stücke zu sammeln und aufzuführen. Heute gilt Jak Esim international als profilierter Forscher sephardischer Musik, der sich mit Beiträgen in Enzyklopädien, Radio-Dokumentationen und auf internationalen Kongressen für die Bewahrung und Weiterentwicklung dieses kulturellen Erbes engagiert.

    Gemeinsam mit Janet und anderen renommierten türkischen Musikern wie Erkan Oğur entstanden bis heute zahlreiche Alben, darunter Judeo Espanyol Songs (1989), Antik Bir Hüzün (1992), Mira (2003) und Adio (2006). Ihre Musik wurde auch auf internationalen Compilations veröffentlicht, etwa in Putumayos A Jewish Odyssey (2001). Das 1992 in Deutschland veröffentlichtes Album Sefardim 1 wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

    Als JANET & JAK ESIM ENSEMBLE, dessen Besetzung sich über die Jahre und je nach Projekten immer wieder verändert, verbinden sie sephardische Lieder mit Elementen klassischer türkischer Musik sowie den Klängen Istanbuls multiethnischer Kultur. Dabei liegt ihr Fokus auf Authentizität, modaler Tiefe und dem spannungsreichen Dialog zwischen Orient und Okzident. Beim JCOM-Projekt Die Schlüssel von Toledo stehen neben Janet (Gesang) und Jak (Gesang und Gitarre) auch ihr Sohn Yusuf (Gesang und Gitarre) und der Oud-Spieler Bekir Sahin Baloglu auf der Bühne.

    Das Ensemble hat in vielen Ländern Europas, Israel, Kanada und der Türkei konzertiert – in Veranstaltungsorten wie dem Gasteig (München), Henry Crown Hall (Jerusalem), Ashkenaz Festival (Toronto) oder Festival Internacional de Música Sefardí (Córdoba). Zuletzt arbeiten sie mit ihrem Sohn Yusuf Esim an dem Duo-Album Romances del Alma, das die klangliche Verbindung sephardischer und spanischer Traditionen erkundet.

  • EVGENI ORKIN ist Autor von elf Kammersymphonien, sieben großen Symphonien, Solokonzerten für Violine, Klavier, Saxophon, Klarinette, des Oratoriums Annes Passion nach Texten der Tagebücher von Anne Frank, der Oper Magister Ludi, mehreren musiktheatralischen Werken und einer großen Anzahl von kammermusikalischen Werken. Für das JCOM komponierte er bereits das abendfüllende Klezmer-Singspiel Mendele Lohengrin (2025), sowie eine Festouvertüre.

    1977 in Lwiw (Ukraine) geboren, studierte EVGENI ORKIN zunächst an der Nationalen Musikakademie in Kyiv Klarinette und Komposition bei Jewhen Stankowytsch. Weitere Studien folgten an den Musikhochschulen in Utrecht und Mannheim in den Fächern Klarinette, Dirigieren sowie Komposition bei Ulrich Leyendecker und Ernst Bechert.

    Enge Zusammenarbeit verbinden EVGENI ORKIN mit vielen namhaften Künstlern, unter anderem Patricia Kopatchinskaja, Sol Gabetta, Oksana Lyniv, Andrii Murza, Alexey Semenenko, Alexander Gordon, Giora Feidman, Hobart Earl, Sebastian Lastein. Als Klarinettist hat er sich besonders durch Uraufführungen neuer Werke einen Namen gemacht, u.a. der ihm gewidmeten Stücke von Silverstrov, Stankowytsch, Andrikopoulos, Corté-Real, Bechert, Hermann.

    Seine Werke werden regelmäßig bei internationalen Festivals aufgeführt, unter anderem beim Festival Kontraste in Lwiw, beim Kyiv Musikfest, beim Festival Neue Musik in Odesa, beim Heidelberger Frühling und beim Gstaad Menuhin Festival, Wiener Musikwochen, Kunstfest Weimar, Young Euro Classics, Musikfestival Luzern.

    EVGENI ORKIN hat mehrere Auszeichnungen erhalten, darunter den Europäischen Kompositionspreis 2023. Seine Werke genießen zunehmende Popularität in den Musiker Kreisen und beim Publikum. Seit 2025 werden seine Werke bei Universal Edition verlegt.

  • Tatiana Liani studierte Vergleichende Literaturwissenschaft in Thessaloniki und Berlin. Sie wurde an der Aristoteles Universität Thessaloniki promoviert und lehrt seitdem dort im Fachbereich Theaterwissenschaft. Sie ist zudem als wissenschaftliche Beraterin an Theaterproduktionen und Podcasts beteiligt. Sie koordiniert Forschungs- und Kunstprojekte sowie Workshops an Theatern und Schulen zur jüdischen Geschichte Thessalonikis.

  • Seit seiner Gründung durch den künstlerischen Leiter Daniel Grossmann im Jahr 2005 hat sich das Orchester ein einzigartiges Profil erarbeitet: Es versteht sich als zeitgenössische jüdische Stimme, ist international auf vielfältigen Konzertbühnen präsent und geht mit immer neuen Allianzen und Formaten ungewöhnliche Wege.
    Das JCOM wird finanziert von der Stadt München und dem Land Bayern.

EIN BESONDERER DANK FÜR DIE UNTERSTÜTZUNG:
Paloma Díaz Más, Juan Mayorga, Escuela de Música Creativa, Rita Gabbai und Liliana Benveniste.