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Vereinigtes Königreich

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19:00 Uhr

Annekatrin Hendel: Familie Brasch

Filmvorführung|Goethe-Kino+ Thomas Brasch (Kinovorführung)

  • Goethe-Institut London, London

  • Preis Preis: £6, £3 ermäßigt und für Goethe-Institut Sprachkursteilnehmer*innen & Bibliotheksmitglieder.
  • Teil der Reihe: Goethe-Kino 2025, Thomas Brasch

Schwarzweißfoto einer Mutter mit älteren und jüngeren Kindern ©IT WORKS! Medien

Schwarzweißfoto einer Mutter mit älteren und jüngeren Kindern ©IT WORKS! Medien

Ein bewegendes Porträt der Familie des Autors und Filmemachers Thomas Brasch, erzählt mittels Archivmaterial und Interviews mit seiner Schwester Marion, mit Freunden und Lebensgefährtinnen, darunter Christoph Hein, Bettina Wegner und Katharina Thalbach.
 
Ich porträtiere drei Generationen der Familie Brasch, die sich mit den Spannungen der Geschichte innerhalb ihrer eigenen Familie auseinandersetzen - zwischen Ost und West, Kunst und Politik, Kommunismus und Religion, Liebe und Verrat, Utopie und Selbstzerstörung. (...) Die Familie Brasch ist ein Zeitpanorama, das Geschichte als Familiengeschichte lebendig werden lässt, ein Epos über den Niedergang der 'roten Aristokratie', eine DDR-Version von Thomas Manns Buddenbrooks. (Annekatrin Hendel über ihren Film)

Die Familie Brasch verlangt einfach danach, dass man über sie schreibt und ihr einen Film widmet. Der Vater, Horst Brasch, ein katholisch erzogener Jude, kam mit den Kindertransporten nach Großbritannien. Er half bei der Gründung und leitete den britischen Zweig der FDJ, die zur Massenjugendorganisation in der DDR werden sollte. Horst kehrte 1946 nach Ostdeutschland zurück, um am Aufbau des sozialistischen Staates mitzuwirken und stieg bis zum stellvertretenden Kulturminister auf. Die Mutter, Gerda Brasch, eine Jüdin, die aus Wien nach Großbritannien geflohen war, lernte Horst durch ihre politischen Aktivitäten kennen. Zusammen mit ihrem ersten Kind, Thomas, folgte sie ihrem Mann widerwillig in die DDR, wo sie zwei weitere Söhne, Klaus und Peter, und eine Tochter, Marion, bekam.
Während die Söhne, vor allem Thomas, mit dem DDR-Regime und der kompromisslosen Loyalität des Vaters zu ihm zu kämpfen hatten, ging die junge Tochter den Konflikten innerhalb der Familie und mit dem Staat aus dem Weg. Die 1961 geborene Marion ist die  einzige Überlebende der vier Geschwister und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der Familie Brasch zu erzählen. Ein Besuch in New York zur Präsentation des daraus entstandenen Buches Ab jetzt ist Ruhe - Roman meiner fabelhaften Familie (2012) umrahmt den Film von Annekatrin Hendel.

Inspiriert wurde die 1964 in Ost-Berlin geborene Hendel zu ihrem Film durch den Wunsch ihrer Mutter, einen Film wie Heinrich Breloers Dokudrama über die Familie von Thomas Mann (Die Manns - Ein Jahrhundertroman, 2001) zu drehen. Hendel: „Ich dachte sofort an diese Schriftstellerfamilie aus der DDR [also die Familie Brasch]. Aber es war auch der Gedanke, dass die Verfilmung einer echten DDR-Familiensaga längst überfällig war.“ Für ihre Saga stützt sich Hendel auf Interviews mit Freunden, Geliebten und Weggefährt*innen, vor allem von Thomas Brasch, wie der Liedermacherin Bettina Wegner, der Schauspielerin Katharina Thalbach, dem Schriftsteller Christoph Hein, dem Maler Florian Havemann und dem Filmproduzenten Joachim von Vietinghoff, der die Entstehung von Thomas Braschs Filmen Engel aus Eisen (BRD 1981) und Der Passagier - Welcome to Germany (BRD 1988) beleuchtet. 
Der Film erweitert somit den Blickwinkel über Andreas Kleinerts Spielfilm hinaus, führt andere Perspektiven ein, die einige der Mythen des Spielfilms in Frage stellen, andere bestätigen, und lässt einige der Frauen zu Wort kommen, die in das Leben der Familie Brasch hineingezogen wurden. (Zitate übersetzt aus: Regisseurin Annekatrin Hendel über ihren Film Die Familie Brasch (März 2025) DEFA Film Library, UMMASS, Amherst, USA)

 

Bitte beachten Sie, dass wir keine Werbung vor dem Film zeigen und die Filmvorstellung zur angegebenen Zeit beginnt.