Die Reihe der Abschlusspräsentationen des Residenszprogramms MARANTAU Kenduri

Kenduri - MARANTAU Maria Uthe

14.02.2022 - 18.02.2022

Yogyakarta

Online

Während ihres dreimonatigen Aufenthalts in Yogyakarta werden die MARANTAU-Praktiker Wilda Yanti Salam, Sidhi Vhisatya und Kartika Solapung über ihre Forschungen und Gespräche berichten.

Kenduri ist ein Fest der Dankbarkeit über unser Wohlergehen und eine Lebensfeier, damit wir Freunde finden, mit denen wir Freud und Leid teilen und inmitten der erdrückenden Erschütterungen und der Pandemie, die als Folgen der Ungerechtigkeit unserer Welt gelten, uns gegenseitig stärken können. Die Künstler der Residenz MARANTAU Wilda Yanti Salam, Sidhi Vhisatya und Kartika Solapung werden uns über ihre erlebten Begegnungen, Gespräche und Praxiszusammenhänge während ihres dreimonatigen Aufenthalts in Yogyakarta mitteilen.

Mit ihrer Fachkenntnis in Archivierung und Recherchen in Tanah Indie und Memo dapur machte Salam die Küche zu einem Tor des Wissens um Geschmacksfragen zu erforschen. Salam verwendet ihre Geschmacksknospen um darüber zu schreiben, wie Menschen ihre Esskultur auf der Grundlage sozialer, politischer und geografischer Bedingungen und sogar ihres Körpers gestalten.

Vhisatyas Engagement im Queer Indonesia Archive (QIA) führte ihn dazu, den Lebensweg der Queer in Yogyakarta zu archivieren. Er führte Interviews und traf sich mit zahlreichen Individuen und grub in den Geschichten der Vergangenheit um Fragmente zu vervollständigen. Ausgehend von der Idee von kollektiven Erinnerungen, kollektiven Gefühlen, kollektiver Zuneigung und sicherem Raum veröffentlichte er Dokumente und Materialien über seine Begegnungen auf der von ihm aufgebauten Website, wo er Beiträge anderer Freunde erwartet.

Mit ihrer Erfahrung  als Theaterschauspielerin und in der KAHE-Community aktive Sängerin vertieft Solapung ihre Fähigkeiten im Musizieren. Sie zeichnete die Geräusche auf, die sie in Yogyakarta hörte und erlebte und überprüfte gleichzeitig ihre Erinnerungen an die Geräusche in Maumere, ihrem Zuhause. Solapung experimentierte mit Tempo und deckte unbedeutende Geräusche auf, die uns überall umgeben, die wir für selbstverständlich halten, die wir ignorieren und deren Existenz wir nicht wahrnehmen.
 

Zeitschriftbesprechung: Setoples Ramuan Pengawetan (Glas der Konservierungsmixtur)

Montag, 14. Februar 2022
19.00 - 21.00 WIB oder 13:00 - 15:00 MEZ
Mit Wilda Yanti Salam and Gatari Surya Kusuma
Die Diskussion findet über Webinar mit Zoom statt.
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Setoples Ramuan Pengawetan ist eine Zeitschrift über Aromen, Erzählungen, Taktiken, Methoden, Wege, Geschichten, die Wilda Yanti Salam während ihres Aufenthalts in Yogyakarta zusammengestellt hat.

Indem sie die Metapher von Gläsern als Behälter benutzt, versucht Salam ihre Erfahrungen auf dem Markt, an den Verkaufständen, in den Küchen, Begegnungen mit den Pächtern der Imbissstände, mit Lehrern in alternativen Schulen, beim Erlernen zur Selbstversorgerin von  Lebensmitteln, beim Probieren von Hausmannskost, bei der Erforschung von Strategien oder Bemühungen, die individuellen oder der Gesellschaft vertrauten Werte zu bewahren.

Salam wird Gatari von Bakudapan Food Study Group einladen, Aromen zu besprechen, die durch verschiedene Kontexte, Referenzen und Erzählungen gebildet werden, die auch eng mit dem Zugang zu Wissen verbunden sind.

Melden Sie sich bitte an, wenn Sie daran interessiert sind, wir werden die Zeitschrift in digitaler Form verteilen, damit Sie diese vor der Veranstaltung lesen können.

Arsip Terbuka (Offenes Archiv)

Wird digital durch Arsip Terbuka organisiert.

ArsipTerbuka ist eine von Sidhi Vhisatya angeregte digitale Archivplattform, die aus einer Reihe von langfristigen Forschungsprojekten hervorgegangen ist. Zuvor haben Vhisatya und Hilman Fathoni (Archivar und Bibliothekar) Freunde, die sich mit den Themen Queer in Yogyakarta beschäftigt hatten, zu einem Workshop vom 11. bis 12. Februar 2022 eingeladen. Die Teilnehmer gruben sich in Erzählungen, Geschichten, Figuren ein, um Kontexte und Erzählungen für bestehendes und potenzielles Material in Indonesien zu sammeln. Der Workshop zielt darauf ab, eine Plattform zu schaffen, die Geschichten bewahren kann, die nicht nur für Benutzer, sondern auch für alle, die Zugang zu den Einträgen benötigen, offen ist,

WiQi (Wiki Queer Indonesia) gehört zu einer der digitalen Testplattformen, die gemeinsam von den Teilnehmern erstellt wird um Fotos, überlieferte Geschichten, Tagebücher und andere nicht formale (unveröffentlichte) Materialien als Quelle zum Umschreiben der Geschichten von den Queer in Indonesien zu nehmen. Wir sind davon überzeugt, dass in Indonesien zahlreiche Geschichten von Queer vorhanden sind. Jede Region hat ihren eigenen Kontext, ihre eigene Geschichte und ihr eigenes Vokabular.

Arsip Terbuka zeigt Dokumente, bewegende Bilder, Stimmen und Fotografien der Workshop-Teilnehmern sowie Forschungsergebnisse aus drei Monaten MARANTAU Residenzzeit. Es betont die Bedeutung von zeitlichen, offenen und inklusiven Archiven, die Dialoge über die Archivierung von Queer in in gesellschaftlich basierter Zusammenarbeit ermöglichen.

Vorführung und Diskussion über die Dokumentation „Deleilah: Tak Ingin Pulang dari Pesta“ („Deleilah: Möchte vom Fest nicht nach Hause zurückkehren“)

Filmvorführung
14. - 18. Februar 2022
Den Zugang erhalten Sie nach der Anmeldung bei Deleilah FKY.

Diskussion
Mittwoch, 16. Februar 2022
19:00 - 21.00 WIB oder 13:00 - 15:00 MEZ
Mit Sidhi Vhisatya (Queer Indonesia Archive), Arum Marischa und Maria Alda Novika
Die Diskussion findet über Webinar mit Zoom statt.
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Es erzählt über eine Gruppe von Unterhaltern, die gut singen und tanzen können. Zu der Gruppe namens Deleilah gehören drei trans Frauen: Rosi (Kusuma Ayu), Luna Maria (Alda Nocika), und Happy (Arum Marischa). Es ist der Gruppe gelungen viele Fans im Metro Club zu gewinnen. Für Metro bedeutet Deleilah eine Bereicherung und für Deleilah stellt Metro eine perfekte Bühne dar: Metro und Deleilah sind dazu da, sich gegenseitig zu ergänzen.

Gespielt von acht trans Frauen wurde die Show fast fünf Monate lang von Joned Suryatmoko (Regisseur) und dem Team FKY XX 2008 vorbereitet. Für die Beteiligung von trans Frauen in dieser Produktion führte das Komitee zuvor ein Vorsprechen durch um das Trio Deleilah und einige trans Frauen als Nebendarstellerinnen zu gewinnen.

Deleilah ist eine der Theaterproduktionen, an denen die trans Frauen-Gemeinschaft nach dem KKWK Anschlag im Jahr 2000 beteiligt ist. Sie wurde zweimal aufgeführt (6. und 7. Juli 2008). Die Vorführung war jedes Mal voll besetzt mit Zuschauern. Dabei wurden die Freunde der trans Frauen einbezogen, die Richtung der Geschichte zu bestimmen und gleichzeitig eine Einsicht zu bekommen, wie das Leben einer trans Puan in einer Aufführung dargestellt werden kann.

SIARAN Suara (Soundshow)

Freitag, 18. Februar 2022
18:30 - 20.00 WIB oder 12:30 - 14:00 MEZ
Mit Kartika Solapung

Die Veranstaltung wird live übertragen in:
Ragadigiogo
Basierend auf Tikas Interesse und Vorliebe am Zuhören wird sie Aufnahmen von Befunden, dem Ambiente, menschlichen Stimmen mit den Notationen der Musikerin Nadia Hatta kombinieren. Ohne eine systematische Methode zu verwenden, hört Tika eine Vielzahl von Klängen in unterschiedlichen Lautstärken; Lärm ungewohnt, unhörbar, der hinter Lärm versinkt und der bewusst nicht von denen gehört werden möchte, die zuhören sollten.

Die Veranstaltung findet mit Stimmen statt, die mit Instrumenten, Gesang und Sprache in Form von Geschichten erzählen aufgeführt werden.

„Um die Welt zu verstehen, reicht es nicht aus, sie zu sehen, man muss auch die Stimmen hören“

MARANTAU

MARANTAU ist die neue Plattform zum gleichnamigen Residenzprogramm des Goethe-Instituts Indonesien und Riksa Afiaty, welche die Dynamik von Bewegung, Entfremdung, Distanz zu vertrauten Orten sowie die Anpassung an Arbeitsmuster und an die Kultur an neuen Orten aufgreift. In Anlehnung an das Konzept von Edouard Glissant bezieht sich MARANTAU auf das entwurzelte (de-root) Umherstreifen (to errant).

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