Emily Anderson

Emily Anderson
© Goethe-Institut Irland

Emily Anderson wurde 1891 in Galway geboren. Ihr Vater war der Präsident der Queen’s Universität in Galway, wo sie aufwuchs. Emily studierte an der Universität Galway und schloss ihr Studium mit Auszeichnung sowie Bestnoten in Deutsch und Englisch ab. 1917 wurde die Linguistin die erste Professorin für deutsche Sprache in Galway.

Im selben Jahr wurde sie vom britischen Geheimdienst rekrutiert und begann drei Jahre später als feste Mitarbeiterin im Außenministerium zu arbeiten. Emily Anderson war als Kryptografin von diplomatischen Codes in Bletchley Park tätig, dem Hauptsitz von Kryptoentschlüssler*innen im Zweiten Weltkrieg. Sie tat sich durch brillantes Erkennen von Mustern in Codes hervor. Obwohl sie Professorin für deutsche Sprache war, entschlüsselte sie besonders gut italienische Codes. Emily war die bestbezahlte Frau im britischen Geheimdienst und setzte sich für eine bessere Bezahlung ihrer Kolleginnen ein. Dennoch wurde auch sie selbst schlechter bezahlt als Männer, die die gleiche Arbeit machten. Anderson war auch die erste Frau, die im englischen Zivildienst die Stelle einer Juniorassistentin bekam. Als Nebenprojekt übersetzte sie Briefe von Mozart, die 1938 mit dem Titel »Letters of Mozart and his family« in drei Bänden veröffentlicht wurden. Sie erhielt für dieses Projekt große Anerkennung. Die Übersetzungen werden auch heute noch als wichtiges Nachschlagwerk gesehen.

König George V. verlieh ihr 1943 einen Orden als Anerkennung für ihre grundlegende Arbeit als Entschlüsslerin. Ihre Fähigkeiten könnten ihr eine große Hilfe beim Entschlüsseln von Beethovens Briefen, ihrem Übersetzungsprojekt nach dem zweiten Weltkrieg, gewesen sein. »The letters of Beethoven« wurde 1961 veröffentlicht. Noch im selben Jahr bekam sie für diese Arbeit ein Bundesverdienstkreuz. Emily starb ein Jahr später in Hampstead, London.
 

Materialien und Links für weiterführende Studien, zusammengestellt vom Centre for Irish-German Studies:

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