Nadine Salib
The Film Residency

Nadine Salib © Nadine Salib

VITA

Nadine Salib ist eine ägyptische Regisseurin und Autorin. Sie studierte Regie an der IAMS. Ihre Karriere begann sie als Regieassistentin in Spielfilmen wie In den letzten Tagen der Stadt von Tamer El Said. Ihr erster Kurzfilm Morgengrauen - Dawn gewann einen Preis auf dem Filmfestival von Bagdad 2012. Ihr erster Dokumentarfilm in Spielfilmlänge Um Ghayeb (Mutter des Abwesenden - Mother of the Unborn) von 2014 gewann den FIPRESCI-Preis für den besten Dokumentarfilm auf dem Filmfestival von Abu Dhabi und den Spezialpreis der Jury für den ersten Auftritt beim IDFA.  Um Ghayeb wurde auch auf dem Afrycam-Festival in Polen 2016 als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet und erhielt den ersten Preis für die beste Dokumentation auf dem Mizna Twin Cities Festival in den USA.

PROJEKTINFO

In einem fernen Land, abgeschnitten von der Zeit und versteckt in den Bergen, lebt Yam, ein stummes kleines Mädchen mit seinem Vater Abra und seiner Mutter Tiara. Tiara singt ihrer Tochter jeden Tag heimlich ein Schlaflied über einen kleinen Jungen vor, der seine Stimme verloren hat und von einem Vogel gerettet wird, der ihn zu einem geheimnisvollen Fluss bringt. Nachdem Tiara aus unbekanntem Grund stirbt, muss Yam an einem Ritual teilnehmen, das alle Erinnerungen an ihre Existenz in sieben Tagen aus dem Gedächtnis löschen soll. Yam schließt sich ihrem Vater an, der ein loyaler Bewohner des Dorfes ist, und ihrem Großvater Sefro, einem der vier Wächter des Brunnens, der die einzige Quelle des Lebens in der Gegend sein soll. Das Ritual ist eines von vielen, die die vier Wächter zur Vertreibung der trauernden Geister des Todes geschaffen haben. Sie behaupten, dass der Bruch der Rituale dem Dorf weiteren Tod bringen wird. Am dritten Tag begegnet Yam einem Gesetzesbrecher, der aus dem Dorf geflohen war, nun aber um Wasser zu holen zurückgekehrt ist. Er erzählt Yam von einem Vorfall in der Kindheit ihrer Mutter, wo sie beide von einem Vogel zu einem Fluss geleitet worden waren und gibt ihr einen hohlen Knochen, der seinen Worten nach von diesem Vogel stammen soll. Diese Begegnung macht auf Yam einen starken Eindruck. Sie beschließt, den Knochen zu verstecken, so dass er nicht verbrannt wird, und beginnt, sich in ihren Tagträumen vorzustellen, dass die Figuren aus dem Schlaflied zum Leben erweckt werden. Schließlich entdeckt sie dabei ein großes Geheimnis, das die Hüter des Brunnens zu verbergen suchten, und setzt dementsprechend Ihre Zukunft im Dorf aufs Spiel.
 

stellungnahme der jury

Nadine Salib hat bisher dokumentarisch gearbeitet, ihr letzter Film zeichnete sich durch die behutsame Annäherung an ihre Protagonistin und an ein Tabu-Thema aus. Mit ihrem neuen Projekt wechselt sie zur Fiktion – es handelt sich um einen Spielfilm, der mit Laiendarsteller*innen in der Bekaa-Ebene gedreht werden soll. Vor dem Hintergrund der Qualität ihrer bisherigen Arbeit und aufgrund der örtlichen Nähe zur Location des Films wird ihr der Aufenthalt in Beirut einen großen Fortschritt im Hinblick auf Casting vor Ort, Suche nach einer libanesischen Koproduktion und Fertigstellung des Drehbuchs ermöglichen.