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KULTURPRODUKTIONSFOND
Theater, Tanz &
Performance

Die Schauspieler und Regisseure spielen in ihren Aufführungen mit Grenzen und Mauern – von materiellen Grenzen zu nicht minder mächtigen imaginären Grenzen. Häufig ziehen die  Akteure rastlos umher – immer auf der Suche nach …

Mayar Alexan | Ticket to Atlantis© Goethe-Institut Libanon/ Alia Haju
LOA Theatre & Performance© Goethe-Institut Libanon / Alia Haju
Wael Ali & Crystèle Khodr | Temporary Stay© Ettijahat Independent Culture

Edition 2018

Koon Theater |
The Other Side of the Garden

Koon © Ettijahat Independent Culture „The Other Side of the Garden“ ist ein Stück, das auf dem Roman „The Story of a Mother“ des Schriftstellers Hans Christian Andersen basiert. Der Roman erzählt die Geschichte einer Mutter, die sich zum König des Todes begibt um ihren Sohn wieder zu bekommen. Währenddessen verliert sie ihre Stimme, ihre Haare und ihre Augen. Trotz all dieser Opfer kann sie ihren Sohn nicht retten. Wir beobachten die radikale Transformation der Mutter auf ihrer Reise, die der Transformation von Individuen im Krieg gleicht. Das Stück erforscht die Themen Verlust und Opfer ebenso wie die Geschichte des Todes oder die Geschichte des Menschen als einer Kreatur, deren Schicksal es ist zu sterben.

Omar Bakbook | Kordelo Shadow

Omar Bakbook © Ettijahat Independent Culture „Kordelo Shadow“ ist ein multimediales Stück, das versucht, die geographischen Grenzen des Theaters zu überwinden, indem zwei künstlerische Formen kombiniert werden: Das Schattentheater und das Selfie-Video. Das Stück simuliert die Isolation, in der Syrer heute überall leben, egal ob in Gefängnissen, in besetzten Gebieten innerhalb Syriens oder in einem durch Grenzen erzwungenem Exil.
 

Rama Haydar | People of Love

Rama Haydar © Ettijahat Independent Culture „People of Love“ ist ein Stück, das Identitätskrisen und Entfremdung untersucht, indem es die Lebensgeschichte des Dr. Nabil und seiner Frau Nada erzählt. Ohne von bedeutenden Ereignissen betroffen zu sein, zieht sich das Paar in seine neue Zuflucht zurück nachdem sie während des Krieges aus Damaskus  fliehen mussten. Das Projekt erkundet die soziale Realität in den Aufnahmeländern und porträtiert den elenden Zustand und den intellektuellen Stillstand, der uns alle betrifft. Das  Stück versucht gesellschaftliche Fragen aufzugreifen, u.a. den unbewussten Konflikt zwischen sozialen Klassen durch die Polarisierungen, die zwischen den Charakteren beobachtet werden können.

School of Dramatic Arts | Harsh Lesson

School of Dramatic Arts © Ettijahat Independent Culture „Harsh Lesson“ ist ein Stück, das versucht, die Bühne in ein psychologisches Labor zu verwandeln. In diesem Labor machen die Zuschauer eine lebendige Erfahrung und entdecken die Quellen und Ursachen von Gewalt und Brutalität. Vier Charaktere der psychologischen Fakultät (ein Professor, ein Assistent und zwei Studenten) unterwerfen sich selbst mit Nerven aus Stahl diesem intensiven Experiment, das die Beziehung zwischen Loyalität und Gehorsam sowie der Rechtfertigung unmenschlicher Taten untersucht. Das Stück hinterfragt neue/alte Fragen: Ist Gehorsam gerechtfertigt, wenn es anderen Schmerzen zufügt? Können Verbrechen, die im Namen von Werten, Religion oder Menschlichkeit begangen werden, gerechtfertigt werden?! All diese und andere Fragen werden in dem Stück aufgeworfen. Die Charaktere stehen zudem durch ein Wirrwarr an Liebesbeziehungen miteinander in Verbindung.


Edition 2017

Aram Wahhoud | Fat Haki/Gibberish

Aram Wahhoud © Ettijahat Independent Culture Das Projekt „Gibberish“ umfasst drei interaktive Puppentheater: "Zakaria al-Mkarkak/ Zakaria, der Unordentliche" ist eine Figur, deren Ursprünge bis in die sogenannte arabische Renaissance reichen. Er tut nichts anderes als über den Ruhm der arabischen Literatur zu sprechen und wie sie ihren Höhepunkt erreichte.
Jetzt ist die Zeit über körperliche Fähigkeiten zu sprechen. Zakaria ist ein Schriftsteller und Dichter, der voller jugendlichem Tatendrang steckt und an einem langwierigen Husten leidet. Die Figur des Zakaria ist eine interaktive Puppe, die aus Zeitungen hergestellt und von einer Person animiert wird. Der Puppenspieler und die Puppe teilen sich die gleichen Füße, aber haben getrennte Oberkörper. Diese Trennung wird durch die intellektuell-physische Trennung verursacht. Zakaria erscheint immer an unerwarteten Orten und rezitiert Gedichte aus seiner Gedichtsammlung „Fatt Haki/Gibberish“.

Lojain Alaranji | Solitude

Lojain Alaranji © Ettijahat Independent Culture „Solitude“ (Einsamkeit) ist das Manuskript eines Monodramas über eine 50-jährige syrische Frau (weiblich/Arbeiterin/Politikerin). Sie ist alleinstehend (in den Augen der Gesellschaft eine alte Jungfer) und entschied sich in ihrer Jugend, ideologisch tätig zu werden, weil sie glaubte dadurch der Mittelmäßigkeit traditioneller weiblicher Rollenbilder entkommen zu können. Das Manuskript zeichnet ein Bild der Erfahrungen von Frauen in der Politik und enthüllt die Mängel der politischen Parteiarbeit ebenso wie die Charakteristika ihrer Mitglieder. Das Manuskript führt in die Welt der Frauen und ihr Leiden ein.
 

Sari Almustafa | Injection/The Game

Sari Almustafa © Ettijahat Independent Culture „Injection/The Game“ (Injektion/ Das Spiel) ist ein Theaterprojekt, das eine soziale und menschliche Realität simuliert. Es stellt Fragen und analysiert Themen, die sich mit Beziehungen und ihren Folgen auseinandersetzen. Dabei wird auf der einen Seite der Einfluss von Macht und auf der anderen Seite der Einfluss von Liebe (und ihre Konzepte Geben, Opfern und Verlust) hervorgehoben.
Der Ehemann Karam) wird durch eine Granate, die seinen Sohn tötet, entstellt und in Folge der Verletzungen impotent. Er erfindet ein Spiel, in dem er seine Ehefrau (Abeer, eine Ärztin) und ihren Liebhaber (Bahaa, einen jungen Schauspieler) befragt und bestraft. Eine anschließende Szene der Enthüllung und Klarheit deckt auf, dass die Frau und der Liebhaber gegen den erschöpften Ehemann integrierten, der das Opfer aufeinanderfolgender Verluste ist. 

Suzan Ali | Arabic Eyeliner

Suzan Ali © Ettijahat Independent Culture „Arabic Eyeliner“ (Arabischer Eyeliner) ist ein Monodrama das den intensiven Sinneswahrnehmungen eines Mädchens nachspürt, die ihrer ganzen Familie bei einer Explosion verlor. Das Mädchen lebt alleine und beginnt bald mit den Objekten und Möbeln in ihrer Umgebung zu sprechen. Ihre emotionale Erinnerung ist geprägt von der Angst vor der Gegenwart und einem Verlangen nach der Vergangenheit. Das Mädchen vermenschlicht diese stillen Objekte bis zu dem Punkt, an dem sie beginnt zu glauben, dass es sich um Menschen aus Fleisch und Blut handelt. Das Manuskript ergründet, wie weit es möglich ist, sich mit vermenschlichten Objekten zu identifizieren und sie in verständnisvolle, sprechende Lebewesen zu verwandeln, welche die Einsamkeit der Person und ihre Entscheidungen teilen.


Edition 2016

Lama Khalil | Insomnia

Lama Khalil © Ettijahat Independent Culture „Insomnia“ (Schlaflosigkeit) basiert auf Exzerpten und erzählt die Geschichte eines 30-jährigen Syrers, der versucht sein neues Leben zu finden, nachdem er beständig von Syrien über den Libanon und die Türkei und letztendlich nach Deutschland zog. Auf dem Weg verlor er alle seine Prinzipien, Ziele und Träume in einem flüchtigen Moment. Das Stück untersucht, wie Revolution, Krieg, Immigration, Flucht und Einsamkeit sein Leben belasteten. Der junge Mann beginnt, Schlafstörungen zu haben. Er versucht sich an Bilder, Plätze und Menschen aus seiner Vergangenheit zu erinnern, damit sie ihm helfen, sich wieder mit der Realität zu verbinden. All dies passiert ohne eine Verbindung zu seiner aktuellen Realität – eine Mischung aus Tagträumen, harter Realität und Illusionen, die durch seine Schlaflosigkeit ausgelöst wurden. Er versucht sein neues Leben mit den Bildern aus der Vergangenheit zu verbinden, um zu erkennen, ob er wach ist oder träumt. Existiert er wirklich oder ist es nur eine Illusion? Wer war er und wer ist er jetzt? Was ist die Antwort?

Wael Ali | Temporary Stay

Wael Ali © Ettijahat Independent Culture Eine alte Hörspielkassette wurde neben anderen zurückgelassenen Gegenständen in einem Familienhaus in Beirut gefunden. Die Kassette wurde 1976 während des libanesischen Bürgerkrieges in Uppsala in Schweden aufgenommen. Aufgenommen sind die Stimmen von Menschen im Exil, die gerade erst in Europa angekommen sind und ihren anderen Familienmitgliedern - den zukünftigen Migranten, über das neue Leben berichten, auch über Details der administrativen Vorgänge, die sie durchlaufen müssen, das Entdecken einer neuen Kultur und ihre Nostalgie für das Land, das sie zurücklassen mussten.
Chrystèle Khodr und Waël Ali haben diese Kassette als einen Ausgangspunkt genutzt, um die Geschichte der Migration und der Migranten seit dem Beginn des 20. Jahrhundert unter der Vorherrschaft des osmanischen Reiches bis in die 2000er Jahre nach Europa zu erfragen. Temporary Stay (temporärer Aufenthalt) erschafft einen Raum sich kreuzender Sichtweisen, der es erlaubt, die Frage der Migration als allgemeine Geschichte zu behandeln. "Die Geschichte der Kinder, die ihre Geburtsorte langsam aus ihrem Blickfeld gleiten und verschwinden sehen."


Edition 2015

Mayar Alexan | Ticket to Atlantis

Mayar Alexan © Ettijahat Independent Culture „Ticket to Atlantis“ (Ticket nach Atlantis) ist eine audio-visuelle Performance über die Beziehung zwischen dem menschlichen Körper und dem Meer in einem historischen Sinneskontext. Die Künstler und das Publikum werden eine Reise auf der Suche nach Helligkeit beginnen. Der Startpunkt der Performance sind die gelebten Erfahrungen der Migranten auf dem Meer und die Performance fragt: Was passiert wenn wir die obsessive Suche nach einem sicheren Ort zum Leben mit der Legende von Atlantis verbinden?

 

Yasser Abu Shaqra | The Last Month of the Fifth Year

Yasser Abu Shaqra © Ettijahat Independent Culture „The Last Month of the Fifth Year“ (Der letzte Monat des fünften Jahres) ist ein Theaterprojekt über einen syrisch-palästinensischen Dramatiker, der in der Türkei lebt und nach dem Thema seines neuen Stücks sucht. An seinem Arbeitsplatz trifft er einen homosexuellen syrischen Mann, der zehn Jahre jünger ist. Der Dramatiker entscheidet, sein nächstes Stück über diesen Mann zu schreiben und er dokumentiert dessen Leben bei regelmäßigen Treffen, während er in die Details involviert wird. Währenddessen ändert sich das Verhältnis des Dramatikers zu seiner Freundin als sie von einem Ort zu einem anderen zieht. Türkische und syrische Charaktere gehen ein Geflecht von Beziehungen ein und die Suche nach einem neuen Stück wird zu einer Suche nach der Bedeutung von Liebe, Krieg und Identitäten in allen ihren Dimensionen.


Edition 2014

Omar Al Jbaai | The Window

„The Window“ / „Okno“ (Das Fenster / Okno) ist eine Theaterperformance des Stückes „Okno“, geschrieben 1968 von dem polnischen Autor Ireneusz Iredynsk. Iredynsk vermischt gekonnt das Realistische und das Gewöhnliche mit dem Surrealen, um die "Verkalkung" der Beziehungen zwischen Eheleuten  - „ihr“ und „ihm“ aufzudecken. Der Grund dieser Verkalkung ist die Verwandlung des Menschlichen in etwas Maschinelles. Dies führt dazu, dass sich die Akteure verschließen, sich in ihre Routine flüchten und Emotionen und Gefühle in reine Dinge umwandeln.

Das Projekt fordert durch seinen Inhalt und seine Form heraus. Der Text wurde in erster Linie für das Radio und nicht für das Theater geschrieben. Es ist auch ein trügerischer Text: Er erweckt die Hoffnung (die Taschenlampe) als einen möglichen Wendepunkt in der Beziehung des Paares, der zu einem tieferen beiderseitigen Verständnis der Beziehung führt. Jedoch geht jede Hoffnung und jede Veränderung, die sie erkennen, von dem Fenster der Nachbarn aus. Und jegliches Elend stammt von dem Paar selbst, die sitzend auf eine Partie warten, die vielleicht kein Feuer gefangen hat und es auch niemals tun wird.

Die Show besteht aus einer Vielzahl an sich gegenseitig überlappenden Medien in den Performance Arts (Tanz, Mimik, Puppen und realistische/psychologische Performance). Weil die Struktur des bestehenden Textes auf einer Überlappung des Alltäglichen und des Surrealen basiert, erfordert er eine theatralische Struktur, die in der Lage ist beides auszudrücken.

Randa Maddah | A Project of Separation

Die Idee dieser Arbeit reflektiert ihre Ursprünge: Grenzen, die durch Kriege errichtet werden und bis an den Horizont reichen. Randa Maddah, die Projekt-Managerin, sagt: „Es ist zwingend erforderlich, dass wir ein anderes Bild in diesen Grenzen finden als das eines unbewegtes Lebens umzäunt von Machendraht, das meiner Generation nicht viel bedeutet. Uns, die wir in der Zeit der Besatzung geboren wurden, fehlt die Aufmerksamkeit und das Verständnis dessen, was eine Grenze symbolisch bedeutet: eine Absperrung und eine erzwungene Trennung.“

In der noch fertigzustellenden Arbeit wird eine Mauer errichtet werden, die aus verschiedenen Materialien besteht. Es werden die gleichen Materialien sein, aus denen die Absperrungen, Mauern und Checkpoints in instabilen, vom Krieg zerrütteten Ländern bestehen. Ein Arbeiter wird die Mauer in professionell  errichten und detaillierte Gesichter auf der Oberfläche formen, die bis zum Horizont reichen wird. Am Ende wird er die Mauer bemalen, wodurch die Szene monoton wird und die Geschichte vielleicht verloren geht.

Die Arbeit wird  auch Stimmenaufzeichnungen nutzen – Ausschnitte aus den Lebensgeschichten einiger Bewohner der Region, die vor der Besatzung geboren wurden und die dort während jeder Episode der Geschichte lebten, auch mit der Entscheidung die Golan-Höhen zu annektieren. Die Geschichten werden nicht direkt vor der Mauer, sondern von einem Ort hinter der Mauer ertönen, um die Idee von Abgrenzung und Trennung hervorzuheben.


In Kooperation mit:

Impressum

Die Projektbeschreibungen wurden von den Künstlern verfasst. Die Inhalte spiegeln nicht notwendigerweise die Position des Goethe-Instituts wider.
 

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