Deutsche Spuren im Libanon Der Minnesänger und die schöne Beatrix

Kreuzritter
© Goethe-Institut, Otto von Bodenlauben

Es klingt alles wie im Märchen: Ein deutscher Graf – bekannt als Minnesänger – nimmt an einem Kreuzzug ins „Heilige Land“ teil und bezirzt dort eine junge Gräfin französischer Abstammung (die eigentlich bereits einem anderen Grafen versprochen ist).

Waere Kristes lôn niht also süze / sô enlieze ich niht der lieben frouwen mîn, /
die ich in mînem herzen dicke grüeze: / si mac vil wol mîn himelrîche sîn, /
swâ diu guote wone al um den Rîn. /
 
Wäre Christi Lohn nicht so süß / so verließe ich nicht meine liebe Frau /
die ich in meinem Herzen grüß: / sie kann mein Himmelreich sein /
Wo immer die Gute auch wohne am Rhein.
(Kreuzlied Otto von Botenlaubens, zitiert und übersetzt nach Hucker, S. 42f.)

Die Liebe siegt, die beiden heiraten und verkaufen schließlich zu einem gegebenen Zeitpunkt ihren gesamten dortigen Besitz. Darauf kehren sie nach Deutschland zurück, beziehen seinen Herrschaftssitz und stiften – ein fortgewehter Schleier der Gräfin soll im Spiel gewesen sein – ein Zisterzienserinnenkloster, in dessen Kirche sie später einmal beide Seit an Seit ihre letzte Ruhe finden werden.

Die märchenhafte Geschichte ist wahr. Die beiden Protagonisten heißen Otto von Henneberg, der sich später nach seiner Burg Botenlauben (oder „Bodenlauben“) benennen wird, und Beatrix von Courtenay, Erbin der Seigneurie de Joscelin. Doch mehr dazu an späterer Stelle.

Wer die ältesten nachweisbaren deutschen Spuren in Libanon sucht, wird im komplizierten Herrschaftsgeflecht zur Zeit der Kreuzzüge fündig. Teile des heutigen Libanon gehörten im 12. und 13. Jahrhundert zu zwei der sogenannten „Kreuzfahrerstaaten“ bzw. deren Vasallen, vertraglich gebundene Gefolgsleuten. Der Süden Libanons war Teil des Königreichs Jerusalem, der Norden – die Grenze verlief zwischen Beirut und Byblos – gehörte zur Grafschaft Tripoli. Die Vasallen unterwarfen sich der Oberherrschaft der größeren Staaten und unterstützten diese u.a. mit Rat und Soldaten.

Zu den Vasallen des Königreichs Jersualem gehörten das Fürstentum Galiläa, zu dessen Vasallen u.a. die Herrschaft Beirut zählte. Beirut wiederum besaß weitere Untervasallen, darunter die Herrschaft Toron, deren gleichnamige Burg bei der heutigen Stadt Tebnīn im Laufe dieser Geschichte noch eine Rolle spielen wird.

Ein weiterer Vasall Jerusalems war die Grafschaft Sidon, die mit der Herrschaft Schuf zeitweilig einen Untervasall besaß. Außerdem zählten zwischenzeitlich die Herrschaft Adelon mit einer nicht mehr erhaltenen Burg zwischen Sidon und Tyrus, die Herrschaft Tyrus sowie die Herrschaft Joscelins III. von Edessa zu den weiteren Vassallen des Königreichs.

In der Grafschaft Tripoli existierten mehrere Lehensherrschaften, darunter die wohl bekannteste Kreuzfahrerburg, Krak des Chevaliers. Auf  libanesischem Gebiet gehörten u.a. Batroun, Gibelacar (Akkar), Gibelet (Byblos) und Le Puy (Mousalyha) zu diesen Lehensherrschaften.

Die Kreuzfahrerstaaten, zuweilen auch mit dem Sammelbegriff „Outremer“ bezeichnet, waren Ergebnisse des Ersten Kreuzzugs ins „Heilige Land“, jenen biblischen Landstrichen also, in denen die „Heiligen Stätten“ lagen, und von wo aus sich das Christentum ausgebreitet hatte.

Die Kreuzzüge selbst waren nach Jonathan Riley-Smith in erster Linie „bewaffnete Pilgerfahrten zu Zwecken der Buße“ und dienten – anders als oft kolportiert – weniger zur materiellen Bereicherung. Große Bedeutung kam freilich der Beschaffung von bzw. dem Handel mit Reliquien zu. Diese wurden fortan in großer Zahl nach Europa transportiert und werden dort z.T. bis heute in Klöstern und Kirchen oder ihren Schatzkammern bewahrt.

Nach der Niederlage des byzantinischen Heers gegen die Rum-Seldschuken bei Manzikert im Jahre 1071 sah das christliche Europa die „Heiligen Stätten“ bedroht. Im Anschluss an den berühmt-berüchtigten Kreuzzugsaufruf des römischen Papstes Urban II. auf dem Konzil von Clermont 1095/96 zählen wir zwischen dem Ende des 11. und dem Anfang des 13. Jahrhunderts fünf große Kreuzzüge ins „Heilige Land“. Während und nach dieser Epoche fanden noch eine Reihe weiterer „Kreuzzüge“ statt, die sich zum Teil auch gegen Ziele in Europa (z.B. gegen noch nicht christianisierte Völker, wie die Slawen) richteten.
Außer den Schrecken, welche die militärischen Eroberungen mit sich brachten, sind nachfolgenden Generationen insbesondere die von Kreuzzugs-Teilnehmern verübten Plünderungen auf der Suche nach Nahrung und Geldwerten sowie Massaker an Stadtbewohnern in Kleinasien im Gedächtnis geblieben.
Unter denen, die das Kreuz nahmen, befanden sich neben französischen und englischen auch viele Adelige aus dem Reich, zuweilen sogar Könige (etwa Kaiser Friedrich I. Barbarossa, zu dem ein eigener Beitrag existiert) und Bischöfe. Das Heer bestand ferner aus einigen Rittern, sowie größtenteils einfachen Soldaten und solchen, die als Söldner angeworben wurden. Auch einfache Bauern und ihre Familien nahmen an Kreuzzügen teil.

Ein Beiname „l’Aleman“ („der Deutsche“) sticht unter den Kreuzfahrernamen, die mit Libanon in Verbindung gebracht werden können, heraus. Ein gewisser Nicolas l’Aleman, Herr von Caesarea, ging 1276 eine Ehe mit der Herrin von Beirut, Isabella von Ibelin, ein. Auch diese dritte Ehe Isabellas stand unter keinem guten Stern – bereits im Folgejahr wurde Nicolas bei einer Familienfehde ermordet. Der Beiname „l’Aleman“ weist in der Tat auf Nicolas‘ Abstammung aus dem deutschen Sprachraum hin – Großvater Werner von Egisheim († ca. 1231), auch Werner der Deutsche  oder „Garnier l’Aleman“ genannt, stammte aus dem Grafengeschlecht derer von Egisheim (Eguisheim im Elsaß).

Im Zuge des Kreuzzugs Kaiser Heinrichs VI. im Jahre 1197 gelangte auch der eingangs genannte Graf Otto von Botenlauben nach Akkon. Otto war um 1177 auf der Burg Henneberg (heute in Thüringen, direkt an der Grenze nach Unterfranken gelegen) als Sohn des Würzburger Burggrafen Boppo VI. und der Gräfin Sophia von Andechs-Meranien zur Welt gekommen. Boppo seinerseits nahm später am sogenannten III. Kreuzzug unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa teil, von dem er aber nicht mehr zurückkehrte. Sein Sohn Otto, der der Nachwelt einige Minnegesänge – darunter die oben zitierten Zeilen aus seinem Kreuzlied – hinterließ, lernte in Akkon die Gräfin Beatrix von Courtenay kennen – und offenbar auch lieben. Beatrix, Tochter Joscelins III., war als Kind aus politischen Gründen Wilhelm von Valance, dem Bruder des regierenden Königs von Jerusalem, Almarich von Lusignan, als Ehefrau versprochen worden. Obwohl die Liebe bei adeligen Eheverbindungen damals eher eine zweitrangige Rolle spielte, scheint Beatrix einen Sieg gegen die Politik errungen zu haben; jedenfalls heirateten sie und Otto um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert in Akkon. Otto, der in der Folgezeit die Regierungsgeschäfte der Seigneurie übernahm, war Beatrix als Graf und Erbe einer Herrschaft in Deutschland ebenbürtig. Zum Besitz der Courtenay, die zwar den Kreuzfahrerstaat Edessa verloren, aber inzwischen einen großen Teil des Königreichs Jerusalem erhalten hatten, gehörte seit 1186 auch die Burg Toron.

Nach Bernd Ulrich Hucker scheint diese Burg auf die Kreuzfahrer einen solchen Eindruck gemacht zu haben, dass im 12. und 13. Jahrhundert mehrere Burg- und Stadtgründer im Reich bei ihrer Namensgebung auf Toron zurückgriffen. So sollen Burg und Stadt Tharandt bei Dresden ebenso nach Toron benannt worden sein wie die polnische Stadt Toruń (Thorn an der Weichsel), eine Gründung des Deutschen Ordens. Ferner sollen an der Mosel sowohl die mit zwei Bergfrieden versehene Burg Thurant bei Alken auf den Namen Toron zurückgehen als auch die ehemalige Burg (heute Schloss) Thorn bei Palzem.  

Toron ging bereits 1187 verlustig, so dass im November 1197 ein Heer unter dem Kommando eines anderen Deutschen, Konrad III. von Querfurt (das Geschlecht der Reichsfreien von Querfurt bezieht sich auf die gleichnamige Burg und Stadt im heutigen Sachsen-Anhalt), sowie des Herzogs Heinrichs I. von Brabant Toron belagerte. In den Wochen zuvor waren unter dessen Leitung die Städte Sidon und Beirut sowie das Gebiet von Gibelet (Byblos) zwischenzeitlich für die Kreuzfahrer zurückerobert worden.
Jener Konrad von Querfurt, der Kaiser Heinrich VI. als Kanzler diente und damals bereits Bischof von Hildesheim war, stand nun vor Toron, verließ das Belagerungsheer aber kurz vor der sicheren Einnahme der Burg. Damit löste er Unruhe aus. Warum verließ der Kanzler, der Vertreter des Kaisers, die Szenerie überstürzt? Die unterhöhlten Mauern sollen bereits vor dem Einsturz gestanden haben, sogar Verhandlungen zur kampflosen Übergabe Torons unter Leitung des ebenfalls anwesenden Pfalzgrafen bei Rhein waren bereits im Gange. Mehrere Gründe sind denkbar: Zum einen könnte Konrad seine Anwesenheit für nicht länger erforderlich gehalten haben. Auch könnte die Kunde von herannahnenden Hilfstruppen seinen Entschluss herbeigeführt haben. Am wahrscheinlichsten jedoch ist, dass Konrad vor Toron nicht nur vom Tode Papst Coelestins III., sondern auch vom Tode des Heinrichs VI. hörte. Diese Nachricht hatte gravierende Auswirkungen für ihn, denn durch den Tod des Kaisers hatte er das personengebundene Amt des Kanzlers verloren.

Nun mussten auch andere Teilnehmer des Kreuzzugs um Positionen, Rechte und Besitz im Reich fürchten. Die Belagerung Torons wurde überstürzt abgebrochen und dieses Kreuzzugsunternehmen beendet. Die Teilnehmer eilten ins Reich, um sich ihre Rechte vom noch zu wählenden Nachfolger Heinrichs bestätigen zu lassen.

Zur Wahrung seiner Interessen trat auch Konrad von Querfurt den Rückweg an, vollzog aber in Akkon noch eine bedeutsame Handlung. Hier war er maßgeblich daran beteiligt, die dort bestehende Hospitalstiftung in einen militärischen Orden, den sogenannten Deutschen Orden, umzuwandeln. Anschließend kehrte er in der ersten Jahreshälfte 1198 zurück ins Reich. Dort bestätigte ihn König Philipp von Schwaben, einer der beiden rivalisierenden gewählten Nachfolger Heinrichs VI., im Amt des Kanzlers.  Nachdem das Würzburger Domkapitel Konrad auch als Bischof von Würzburg gewählt hatte, wollte Konrad zunächst beide Bischofsämter ausüben, was aber dem neu gewählten Papst Innozenz III. missfiel. Zwischenzeitlich exkommuniziert, verzichtete Konrad zunächst sowohl auf Hildesheim als auch auf Würzburg, erhielt letzteres aber nach einer Bußreise nach Rom wieder zurück. 1202 wurde er auf dem Weg zum Würzburger Dom als Folge einer Auseinandersetzung mit Würzburger Ministerialen ermordet, woran heute noch eine Steinsäule erinnert. Gegenwärtig bleibt Konrad vor allem als Gründer der zum Schutz Würzburgs in Form eines Rechtecks angelegten Stadt Karlstadt am Main in Erinnerung. Zu seinen Ehren ist dort eine Mittelschule nach ihm benannt.

Zurück zu Otto von Botenlauben: Abgesehen von 1205/06 – Otto hatte die Burg Botenlauben geerbt – und 1209, als er in Tirol und vermutlich auch in Braunschweig weilte, blieb Otto mit Beatrix im „Heiligen Land“. Beide traten 1208 dem Johanniterorden bei, möglicherweise später auch dem Deutschen Orden. 1217 kam Ottos Bruder Boppo VII. von Henneberg im Gefolge eines von Papst Innozenz III. ausgerufenen Kreuzzugs nach Akkon. Im Folgejahr kehrte Boppo wieder nach Franken zurück, wo Otto ihn offenbar zwischenzeitlich vertreten hatte. 1220 soll Otto wieder in Jerusalem gewesen sein, wo er und Beatrix sich an den Verkauf ihres Besitzes machten. Mit Einverständnis ihres Sohnes Otto II. verkauften sie sämtlichen Besitz der Seigneurie de Joscelin – darunter auch solchen, der Beatrix`Schwester Agnes gehörte – an den Deutschen Orden und siedelten in für Beatrix fremde Gefilde über. Ihren Wohnsitz bezogen sie zunächst auf Burg Botenlauben, deren Ruine heute oberhalb von Bad Kissingen-Reiterswiesen liegt.
Es ist gut möglich, dass Otto und Beatrix zwischen den Jahren 1234 und 1239 nochmals eine Pilgerreise ins „Heilige Land“ unternommen haben. Gesichert ist hingegen die Gründung des Klosters Frauenroth nördlich von Bad Kissingen. Der Sage nach soll ein Windstoß Beatrix‘ Schleier bei einem Spaziergang unweit der Burg Botenlauben davongetragen haben. Als der Schleier einige Tage später von Frauen auf einem Rosenstrauch liegend entdeckt wurde, kam Beatrix ihrem Gelübde, an der Fundstelle ein Kloster zu errichten, mit der Gründung des Zisterzienserinnenklosters Frauenroth nach. Zur Finanzierung des 1231 begonnenen Klosterbaus verkaufte das Paar zunächst Landbesitz und Teile der Burg Botenlauben an das Hochstift Würzburg bei verbleibendem Wohnrecht. 1242 verkauften sie auch die restlichen Rechte an der Burg an das Hochstift, von dem sie im Gegenzug Einkünfte aus dessen Gütern erhielten. Möglicherweise verbrachten sie ihren Lebensabend in Würzburg.

Otto soll Anfang Oktober 1244, fast 70jährig gestorben sein. Seine etwa zehn Jahre jüngere Frau starb vermutlich im Folgejahr. Sie wurden nebeneinander in der Klosterkirche von Frauenroth bestattet. Die Gebäude des Klosters existieren heute nicht mehr; von der Kirche sind lediglich das romanische Mittelschiff und der Chor erhalten geblieben. Hinter dem Hauptaltar befinden sich die erstaunlich gut erhaltenen und kunsthistorisch wertvollen Grabmäler mit den Lebenddarstellungen Ottos und Beatrix‘. Die verloren gegangenen Grabinschriften können über Chroniken aus dem 16. Jahrhundert rekonstruiert werden, enthielten jedoch außer Segenswünschen keine bedeutsamen biographischen Informationen zu den beiden Verstorbenen.

Im Alltag Bad Kissingens ist Otto heute vor allem als Brunnenfigur präsent. Seine Statue ziert den oktogonalen Botenlauben-Brunnen auf dem Platz vor dem Neuen Rathaus. Die auf der Brunneneinfassung umlaufende Inschrift lautet wie folgt: „1965 errichtet zur Erinnerung / an den Kreuzfahrer und Minnesänger / Otto von Bodenlauben / geb. 1175 – gest. 1244 / aus dem Geschlecht der Henneberg / Er verkörperte in seiner Person / die ritterlichen Ideale seiner Zeit / Die Burgruine Bodenlauben ist noch / heute das Wahrzeichen Kissingens“.

Eine weitere deutsche Spur führt zum bereits im Zusammenhang mit Konrad von Querfurt und Otto von Botenlauben erwähnten Deutschen Orden, der im Vergleich zu Templerorden und Johanniterorden erst spät gegründet wurde. Ein 1190 in Akkon von Friedrich von Schwaben zur Versorgung von Teilnehmern des Dritten Kreuzzugs gestiftetes Hospital Sankt Mariens der Deutschen zu Jerusalem wurde Ende 1196 mit Zustimmung Papst Coelstins III. in eine autonome Stiftung umgewandelt. Aus dieser Stiftung entwickelte sich 1197/98 ein religiöser Militärorden – der sogenannte Deutsche Orden. Wegen mangelnder Fürsprecher orientierte sich der Orden schon nach wenigen Jahren nach Europa und gründete dort zunächst in Süditalien und der Steiermark Komtureien (Verwaltungssitze).  Er blieb aber zunächst vergleichsweise schwach und ohne großen Einfluss. Erst durch die Wahl des Hermann von Salza zum Hochmeister um 1210 und dessen Verbündung mit Kaiser Friedrich II. gewann der Deutsche Orden beträchtlich an Macht und übertraf damit bald die anderen Orden. Durch erfolgreiche Kämpfe in Westpreußen und Livland legte der Orden jene Basis, welche ihm auch nach dem Ende der Kreuzfahrerstaaten 1291 weitere Blütezeiten in Europa bescherte.

Wie am Beispiel Otto von Botenlaubens gesehen, konnte der neue Orden durch Veräußerungen weiteren Besitzzuwachs verzeichnen. So verkaufte Julian Garnier (Julian von Sidon), von 1240-60 letzter Graf von Sidon, 1256 die zu Sidon gehörende Herrschaft Schuf an den Deutschen Orden. Somit gelangte auch die eigenartige, heute nurmehr in Resten erkennbare Höhlenburg von Tyron (Cavea de Tyrum, heute: Qalaʿat an-Nīḥā) in der Nähe von Jezzine an den Deutschen Orden. Dieser konnte Tyron/Niha jedoch nur bis um Jahre 1261 halten. Obwohl militärisch schwer zu erobern, wechselte die Burg im Laufe der Geschichte mehrfach ihren Besitzer.   

Literatur (Auswahl):

  • Enno Bünz: Ein Reichsbischof der Stauferzeit. Konrad von Querfurt (1194-1202), in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter Bd. 66 (2004), S. 293-311
  • Philippe Josserand: Der Deutsche Orden, in: Feliciano Novoa Portela / Carlos de Ayala Martínez (Hg.): Ritterorden im Mittelalter, Stuttgart 2006, S. 167-193
  • Hans-Jürgen Kotzur (Hrsg.): Die Kreuzzüge. Kein Krieg ist heilig. Katalog zur Ausstellung am Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum Mainz, Mainz 2004; darin insbesondere die folgenden Beiträge: Bernd Ulrich Hucker: Das Grafenpaar Beatrix und Otto von Botenlauben und die deutsche Kreuzzugsbewegung, S. 22-47; Winfried Wilhelmy: Gestaltungsinterpretationen der Grabfiguren des Grafen Otto von Botenlauben und seiner Gattin Beatrix von Courtenay nach überlieferten Befunden und historischen Vorbildern, S. 318f.; sowie Brigitte Klein: Grabplatten des Grafen Otto von Botenlauben und seiner Gattin Beatrix von Courtenay, S. 319f.
  • Hans Eberhard Mayer: Die Seigneurie de Joscelin und der Deutsche Orden, in: Josef Fleckenstein / Manfred Hellmann (Hg.): Die geistlichen Ritterorden Europas (Konstanzer Arbeitskreis für Mittelalterliche Geschichte. Vorträge und Forschungen, Bd. 26), Sigmaringen 1980, S. 171-216
  • Andreas Nette: Konrad von Querfurt und der Kreuzzug Heinrich VI., in: Querfurter Heimatblätter, Bd. 7 (2010), S. 12-24
  • Jonathan Riley-Smith: Die Kreuzzüge, Darmstadt 2015