Ecological Futures

Ecological Futures beschäftigt sich mit den ökologischen und sozialen Herausforderungen, die der Klimawandel und gesellschaftliche Entwicklungen mit sich bringen. Es vereint Akteure aus urbaner Praxis, aus Kunst und Kultur sowie Anwohner*innen der Stadtviertel, um gemeinsam konkrete Probleme anzugehen und konkrete Möglichkeiten in ihren Quartieren zu entwickeln.

Ein altes, verwittertes Mehrparteienhaus mit bröckelnder Fassade und kaputten Fenstern. Über dem Balkon hängt ein langes weißes Banner mit der Aufschrift „ШТО Е ОВА? КИНО?“ in kyrillischen Buchstaben. Vor dem Gebäude verlaufen Strom- und Telefonleitungen, und im unteren Bereich sind Klimaanlagen angebracht. http://© AKTO

Schwerpunkt in Skopje

Der Fokus liegt auf der sogenannten „Železničarska zgrada“ – einem verlassenen, ruinösen ehemaligen Kinosaal in einem Wohngebäude aus den 1940er Jahren, errichtet nach dem Modell der Gartenstadt und zentral in Skopje gelegen. Da es in der Stadt an Treffpunkten für Nachbarschaften und an Räumen für die unabhängige Kulturszene mangelt – besonders für junge Künstlerinnen und Aktivistinnen – wurde dieser Ort in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Symbol städtischer Initiativen. Zugleich rückten Fragen nach den politischen Dimensionen des öffentlichen Raums, den Einflüssen unterschiedlicher Machtinteressen und der unzureichenden Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger in den Fokus. Ebenso betont wurde die Bedeutung eines gemeinsamen kulturellen Erbes für die Identität der Stadt.
Die Wiederentdeckung von Werten wie Fürsorge und Gemeinschaft knüpft an modernistische Visionen der Vergangenheit an. Nach dem Erdbeben von 1963 galt Skopje als „Stadt der Solidarität“. Doch dieses Erbe wird heute zunehmend zerstört. Ein Beispiel dafür ist die Železničarska zgrada: Sie überstand das Erdbeben und steht bis heute für eine visionäre Architektur des gemeinschaftlichen Lebens und der gemeinsamen Raumnutzung. Inzwischen ist sie jedoch durch den Neubau massiver Wohnblocks und Einkaufszentren bedroht.

Aktivitäten 2024–2025

2024: Symposien und Ausstellungen sowie Workshops zu architektonischen, ökonomischen und organisatorischen Möglichkeiten der Reaktivierung des ehemaligen Kinos.
2025: Im Rahmen des Projekts „Die Stadt als Bühne: ökologische Zukünfte“ organisierte die Organisation Fakultet za raboti što ne se učat (FRU) über die Plattform AKTO zahlreiche Aktivitäten. Diese untersuchten urbane Transformation durch ökologische und sozial gerechte Praktiken. Das Projekt stieß auf großes Interesse in der Bevölkerung; deutsche Partner beteiligten sich und präsentierten positive Beispiele aus ihrem Alltag.

28.–31. Mai 2025: Workshops mit Studierenden der Fakultät für Architektur – UKIM, geleitet von Kristin Laz und David Neil Morsi (Floating University Berlin). Praktische Übungen und szenografische Interventionen erforschten neue Formen urbanen Lebens und der Nutzung öffentlicher Räume. Am 28. Mai fand ein öffentliches Vortrag des Kollektivs über urbane Praxis und kollektive Ansätze statt. Am 31. Mai endete das Programm mit einer performativen Präsentation – kollektives Kochen und Vorstellung der Ergebnisse der Werkstatt „Die Zukunft des Kinos“.

Juni 2025: Vortrag „Re-Akkommodation kultureller Akteure“ von Miodrag Kuč (ZK/U) und Konrad Braun (Haus der Statistik). Beide stellten Berliner Beispiele vor, in denen Gebäude zu gemeinwohlorientierten Räumen für Kultur, Bildung, Soziales und Wohnen transformiert wurden.
ZK/U (Zentrum für Kunst und Urbanistik, Berlin-Moabit, seit 2012) dient als unabhängiger Residenz- und Projektort für Künstler*innen und als Plattform für Austausch zwischen globalem Diskurs und lokaler Praxis.
Haus der Statistik (Berlin) gilt als Modellprojekt für die Neudefinition öffentlicher Eigentumsverhältnisse und für sozial gerechte, vielfältige und nachhaltige Stadtentwicklung.
Festival Oktober 2025

2.–5. Oktober 2025: Gast Daniel Kunert (ARCH+, Berlin). Die Jahresprogrammatik fokussierte Ökologie, Interdisziplinarität und Aktivierung des öffentlichen Raums, mit besonderem Augenmerk auf das Kino in der Železničarska zgrada als Symbol einer verlorenen modernistischen Utopie und als potenzieller Gemeinschaftsraum.
Programm: Vorträge, Ausstellungen, Rauminterventionen, Diskussionen, Filmvorführungen, Musikperformances und gemeinsames Kochen.
Oktober: Diskursprogramm „Wie macht man?“ mit Teilnehmenden aus Skopje, Belgrad, Zagreb und Berlin; anschließend „Wir essen solidarisch“ – ein performatives Kochen. Abends Filmvorführung „Vitic tanzt“ von Boris Bakal mit Diskussion über Architektur als Raum des Widerstands und der Gemeinschaft.
Oktober: Öffentliche Intervention „Was für eine Stadt?“ mit Bildungs- und Musikprogramm sowie Live-Kochen. Projektion seltener Kurzfilme („Early Film – Cined Origins“) eröffnete eine Diskussion über Film als Medium und gemeinsames Erbe. Abschluss mit „Maalski peron“ – einem eintägigen Bistro, das lokale Initiativen, Musikerinnen, Künstlerinnen und Verlage vereinte.

Das Goethe-Institut bleibt der Unterstützung lokaler Initiativen für kulturelle und urbane Transformation verpflichtet und setzt seine Arbeit im Rahmen des Projekts „Ecological Futures“ fort.

FRU Fakultet za raboti sto ne se ucat

@Ana Pavlovska




 

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