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19:30 Uhr
Hinter den Schlagzeilen
Mittwochskino|Regie: Daniel Andreas Sager 2021, 88 min
-
Goethe-Institut Peru, Lima 15072
- Sprache Deutsch mit spanischen Untertiteln
- Preis Eintritt frei
- Teil der Reihe: Mittwochskino
Im September geht es uns um Daten, Information, Manipulation und Wahrheit.
HINTER DEN SCHLAGZEILEN
Regie Daniel Andreas Sager
2021, Farbe, 88 min
Eintritt frei
Panama Papers, ein politischer Mord und die Ibiza-Affäre – welche Wege und Umwege gehen investigative journalistische Recherchen? Der Dokumentarfilm HINTER DEN SCHLAGZEILEN gibt Einblicke in Arbeitsprozesse, die gewöhnlich unter strikter Abschottung stattfinden.
Mehr zum Film
Mit ihrer Veröffentlichung der Panama-Papers (2016) zum weltweit organisierten Steuerbetrug war der Investigativ-Redaktion der Süddeutschen Zeitung um Bastian Obermayer und Frederik Obermaier, zusammen mit 376 anderen Journalisten aus 76 Ländern ein Scoop ersten Ranges gelungen. Zwei Jahre danach steht das Team vor neuen Herausforderungen: neben einem konspirativen Treffen mit Edward Snowden geht es um die Aufdeckung der Hintergründe des politischen Mords an der maltesischen Bloggerin Daphne Caruana Galicia, sowie um die Machenschaften eines mysteriösen Waffenhändlers, der mit dem iranischen Atomraketen-Programm in Verbindung gebracht wird.
Als ihnen aber im Frühjahr 2019 ein geheim aufgenommenes Video zugespielt wird, das den österreichischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache schwer belastet, konzentrieren sie ihre gesamte Energie auf diesen Fall, der später als Ibiza-Affäre berühmt werden sollte. Angelegt als dokumentarische Langzeitbeobachtung begleitet Regisseur Daniel Sager die beiden Protagonisten bei ihren Recherchen zwischen umsichtigem Insistieren und produktiver Skepsis.
Der Blick hinter die Kulissen der großen Tageszeitung dokumentiert die umfänglichen Arbeitsprozesse, die seriös betriebene journalistische Arbeit seit jeher prägen – vom ersten Sichten und Bewerten von Informationen über skrupulöse Prüfungen zur Belastbarkeit des Materials bzw. der Zuverlässigkeit der Quellen bis hin zu Diskussionen mit der Chefredaktion und den Justiziaren des Hauses. Denn je brisanter das vermeintlich belastende Material, desto genauer gilt es, die Risiken und Konsequenzen zu bedenken und gegeneinander abzuwägen. Sager ist weit davon entfernt, die Arbeit der Investigativ-Reporter zu dramatisieren oder heroisieren. Stattdessen schildert er sie als höchst kleinteiliges Handwerk, das vor allem eines erfordert: unermessliche Geduld! Immer geht es um Fakten und Abwägungen, statt um Parteinahme oder Skandalisierung. Wie lautete doch das Credo des renommierten Redakteurs und Reporters Hans Joachim Friedrichs: „Gute Journalisten erkennt man daran, dass sie sich nicht gemein machen mit einer Sache - auch nicht mit einer guten; und dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört.“
Großartig die Schlusssequenz des Films: Eine Aufnahme aus dem kleinen Morgenmeeting am Tag nach der Veröffentlichung des Strache-Videos. Wolfgang Krach, Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung bittet die Anwesenden, die Veröffentlichung nicht wie eine gewonnene Schlacht zu feiern: „Ich möchte nicht, dass wir in irgendeiner Form mit Triumphgeheul auftreten, also dieses ‚Super‘ und ‚Toll‘ und was wir jetzt hier geschafft haben, sondern dass wir ganz nüchtern einfach unsere Berichterstattung weitermachen. Wir haben keinen Anlass zum Triumph, oder wenn, dann nur, weil das eben einfach eine super journalistische Arbeit gewesen ist. Aber nicht weil da politisch das oder das passiert ist. Das würde ich also bitte auf jeden Fall vermeiden in dem, was wir heute und morgen und die nächsten Tage machen. Also, an die Arbeit wieder!“
Ralph Eue (21.02.2022)
Pressestimmen:
„Hochmut kommt vor dem Fall! Der Vizekanzler Heinz-Christian Strache wollte in Wien hoch hinaus und beendet seine politische Karriere in einer von Wodka und Allmachtsfantasien getränkten Nach auf Ibiza.“ (Katalog DOK Fest, München)
„Ein Lehrstück darüber, was Journalismus für eine offene, demokratische Gesellschaft bedeutet und wie er in ihr funktioniert.“ (Süddeutsche Zeitung)
„Daniel Andreas Sagers Dokumentarfilm ist nüchtern und zugleich packend wie ein Thriller inszeniert. (…) Sparsam kommentiert wird das Geschehen von den beiden Hauptakteuren selbst, die in ihrer Professionalität und Menschlichkeit ein überzeugendes Plädoyer für seriöse Medienberichterstattung liefern. Am Tag nach der Veröffentlichung des Ibiza-Videos sitzen sie routiniert im Morgenmeeting, der Chefredakteur bittet um Sachlichkeit. Weiter geht’s mit der Aufklärung von Fakten und den vielen Geschichten, die noch im Dunkeln liegen.“ (Indiekino. Magazin für unabhängiges Kino, Berlin)
HINTER DEN SCHLAGZEILEN
Regie Daniel Andreas Sager
2021, Farbe, 88 min
Eintritt frei
Panama Papers, ein politischer Mord und die Ibiza-Affäre – welche Wege und Umwege gehen investigative journalistische Recherchen? Der Dokumentarfilm HINTER DEN SCHLAGZEILEN gibt Einblicke in Arbeitsprozesse, die gewöhnlich unter strikter Abschottung stattfinden.
Mehr zum Film
Mit ihrer Veröffentlichung der Panama-Papers (2016) zum weltweit organisierten Steuerbetrug war der Investigativ-Redaktion der Süddeutschen Zeitung um Bastian Obermayer und Frederik Obermaier, zusammen mit 376 anderen Journalisten aus 76 Ländern ein Scoop ersten Ranges gelungen. Zwei Jahre danach steht das Team vor neuen Herausforderungen: neben einem konspirativen Treffen mit Edward Snowden geht es um die Aufdeckung der Hintergründe des politischen Mords an der maltesischen Bloggerin Daphne Caruana Galicia, sowie um die Machenschaften eines mysteriösen Waffenhändlers, der mit dem iranischen Atomraketen-Programm in Verbindung gebracht wird.
Als ihnen aber im Frühjahr 2019 ein geheim aufgenommenes Video zugespielt wird, das den österreichischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache schwer belastet, konzentrieren sie ihre gesamte Energie auf diesen Fall, der später als Ibiza-Affäre berühmt werden sollte. Angelegt als dokumentarische Langzeitbeobachtung begleitet Regisseur Daniel Sager die beiden Protagonisten bei ihren Recherchen zwischen umsichtigem Insistieren und produktiver Skepsis.
Der Blick hinter die Kulissen der großen Tageszeitung dokumentiert die umfänglichen Arbeitsprozesse, die seriös betriebene journalistische Arbeit seit jeher prägen – vom ersten Sichten und Bewerten von Informationen über skrupulöse Prüfungen zur Belastbarkeit des Materials bzw. der Zuverlässigkeit der Quellen bis hin zu Diskussionen mit der Chefredaktion und den Justiziaren des Hauses. Denn je brisanter das vermeintlich belastende Material, desto genauer gilt es, die Risiken und Konsequenzen zu bedenken und gegeneinander abzuwägen. Sager ist weit davon entfernt, die Arbeit der Investigativ-Reporter zu dramatisieren oder heroisieren. Stattdessen schildert er sie als höchst kleinteiliges Handwerk, das vor allem eines erfordert: unermessliche Geduld! Immer geht es um Fakten und Abwägungen, statt um Parteinahme oder Skandalisierung. Wie lautete doch das Credo des renommierten Redakteurs und Reporters Hans Joachim Friedrichs: „Gute Journalisten erkennt man daran, dass sie sich nicht gemein machen mit einer Sache - auch nicht mit einer guten; und dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört.“
Großartig die Schlusssequenz des Films: Eine Aufnahme aus dem kleinen Morgenmeeting am Tag nach der Veröffentlichung des Strache-Videos. Wolfgang Krach, Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung bittet die Anwesenden, die Veröffentlichung nicht wie eine gewonnene Schlacht zu feiern: „Ich möchte nicht, dass wir in irgendeiner Form mit Triumphgeheul auftreten, also dieses ‚Super‘ und ‚Toll‘ und was wir jetzt hier geschafft haben, sondern dass wir ganz nüchtern einfach unsere Berichterstattung weitermachen. Wir haben keinen Anlass zum Triumph, oder wenn, dann nur, weil das eben einfach eine super journalistische Arbeit gewesen ist. Aber nicht weil da politisch das oder das passiert ist. Das würde ich also bitte auf jeden Fall vermeiden in dem, was wir heute und morgen und die nächsten Tage machen. Also, an die Arbeit wieder!“
Ralph Eue (21.02.2022)
Pressestimmen:
„Hochmut kommt vor dem Fall! Der Vizekanzler Heinz-Christian Strache wollte in Wien hoch hinaus und beendet seine politische Karriere in einer von Wodka und Allmachtsfantasien getränkten Nach auf Ibiza.“ (Katalog DOK Fest, München)
„Ein Lehrstück darüber, was Journalismus für eine offene, demokratische Gesellschaft bedeutet und wie er in ihr funktioniert.“ (Süddeutsche Zeitung)
„Daniel Andreas Sagers Dokumentarfilm ist nüchtern und zugleich packend wie ein Thriller inszeniert. (…) Sparsam kommentiert wird das Geschehen von den beiden Hauptakteuren selbst, die in ihrer Professionalität und Menschlichkeit ein überzeugendes Plädoyer für seriöse Medienberichterstattung liefern. Am Tag nach der Veröffentlichung des Ibiza-Videos sitzen sie routiniert im Morgenmeeting, der Chefredakteur bittet um Sachlichkeit. Weiter geht’s mit der Aufklärung von Fakten und den vielen Geschichten, die noch im Dunkeln liegen.“ (Indiekino. Magazin für unabhängiges Kino, Berlin)
Ort
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Jirón Nazca 722
Jesús María
Lima 15072
Peru
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