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18:00–20:00 Uhr

Schätze der Bibliothek: Thomas Mann

Gespräch|3 Sessions: 29. Mai, 5. und 12. Juni

  • Biblioteca Goethe-Institut Peru

  • Sprache Spanisch
  • Preis Eintritt frei. Anmeldung: infobib-lima@goethe.de

Thomas Mann pequeña figura de Mann de pie sobre un tablero de ajedrez patrón ©Goethe-Institut Perú

Thomas Mann pequeño sobre un tablero de colores © Goethe-Institut Perú

Thomas Mann, dessen die schon klassisch gewordenen Romane „Die Buddenbrooks“ und „Der Zauberberg“ umfassendes Werk 1929 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, war nicht nur einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, sondern galt weltweit zugleich als der Repräsentant eines anderen, besseren Deutschlands, der durch zahlreiche Artikel und insbesondere seine Radioansprachen aus dem US-amerikanischen Exil die deutsche Bevölkerung über Hitlers mörderisches Regime aufzuklären suchte. 

Kein anderes Volk erschien Thomas Mann für die große, für die Weltpolitik so wenig begabt wie die dafür viel zu introspektiven, „romantischen“ Deutschen, denen nach Bismarck auf diesem komplexen Feld fast alles misslang und unter Hitler schon bald zur Bedrohung für die Weltgemeinschaft werden sollten: „Es war den Deutschen vorbehalten, eine Revolution nie gesehener Art zu veranstalten: ohne Idee, gegen die Idee, gegen alles Höhere, Bessere, Anständige, gegen Freiheit, Wahrheit, Recht."

In seinem Lebensbericht „Über mich selbst“ weist Thomas Mann auf das zentrale Thema seines Werkes hin, das eine erste beeindruckende Ausarbeitung bereits in der 1898 erschienen Novelle „Der kleine Herr Friedemann“ erfährt und sich als „Einbruch der Leidenschaft in dieses behütete Leben“ manifestiert, „die den ganzen Bau umstürzt und den stillen Helden selbst vernichtet“.

Thomas Mann schien bereits zu Beginn der „Weimarer Republik“, Anfang der 20er Jahre, zu ahnen, dass eine solcher „Einbruch“, eine solche „Heimsuchung“ sich nicht nur individuell, sondern auch kollektiv, als „Niederlage der Zivilisation“ an einer ganzen Nation vollziehen kann. Folgerichtig exemplifiziert Thomas Mann in seinem Spätwerk „Doktor Faustus“ am Einzelschicksal eines hochbegabten Künstlers den Pakt der Deutschen mit dem Teufel und schreibt damit Goethes „Faust“, das Hauptwerk der deutschen Literatur, ins ereignisreiche 20. Jahrhundert fort. 

Diesen Linien in Thomas Manns Werk möchten wir gemeinsam nachgehen. Für die Teilnahme an dieser Veranstaltungsreihe wird deshalb die Lektüre folgender Texte empfohlen: die Erzählungen „Der kleine Herr Friedemann“ und „Tod in Venedig“; die Essays „Bruder Hitler“ und „Deutschland und die Deutschen“; der Roman „Doktor Faustus“.

Durchführung: Rüdiger Punzet / Goethe-Institut Peru
 

Agenda

  • Schätze der Bibliothek: Thomas Mann

    Gespräch | 1. Session

    • Biblioteca Goethe-Institut Peru

  • Schätze der Bibliothek: Thomas Mann

    Gespräch | 2. Session

    • Biblioteca Goethe-Institut Peru

  • Schätze der Bibliothek: Thomas Mann

    Gespräch | 3. Session

    • Biblioteca Goethe-Institut Peru