Lucas Kalmus: Passing Surface
Artists in Residence - Cetate Arts Danube|Artists in Residence - Cetate Arts Danube
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Cetate Arts Danube, Cetate
Passing Surface untersucht die Verbindung zwischen der Erinnerung an politische Repression und der erzwungenen Veränderung der Donau-Landschaft während des kommunistischen Regimes in Rumänien.
Nach der Verstaatlichung von 1948 wurden die Besitzungen von Ștefan Barbu Drugă beschlagnahmt, während politische Gegner verfolgt und in Arbeitslager deportiert wurden. Im Donaudelta, in den Sümpfen von Brăila und entlang des Donau-Schwarzmeer-Kanals mussten politische Gefangene unter extremen Bedingungen arbeiten. Ein wesentlicher Teil ihrer Zwangsarbeit bestand im Bau von Deichen, in der Trockenlegung von Feuchtgebieten und in der Veränderung von Flussläufen, um die Flächen für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung zu erweitern.
Diese Eingriffe veränderten die Beziehung zwischen der Donau und ihrem Territorium grundlegend. Sie schränkten die Bewegungsfreiheit des Flusses ein und beeinträchtigten Ökosysteme, Fischbestände und lokale Mikroklimata. In diesem Sinne stellt Passing Surface zwei Formen der Einschränkung gegenüber: die Gefangenschaft der Menschen durch das repressive System und die Einschränkung des Flusses durch die dem Landschaftsraum auferlegte Infrastruktur.
Die Intervention übersetzt das Flussbett und die Auenlandschaft der Donau skulptural in eine Struktur aus Stahlrohren, die vertikal invertiert und begehbar ist. Ein beweglicher Tunnel ermöglicht es den Besucher, in die Tiefe des Flussbetts einzudringen und den Fluss aus einer ungewohnten Perspektive – von unten – zu erfahren.
Die Arbeit schafft damit einen Raum der Erinnerung, in dem der Fluss und die Menschen, die gezwungen waren, ihn zu verändern, Teil derselben Geschichte werden. Passing Surface handelt von Gewalt, Kontrolle und Verlust, aber auch von der Möglichkeit einer gemeinsamen Regeneration von Mensch, Wasser, Boden und Ökosystem.
Lucas Kalmus (DE) beschäftigt sich in seiner künstlerischen Praxis und Forschung mit Konzepten des „Place-Weaving“ – einer sensiblen Form der Raumproduktion, die biologische und nicht-biologische Lebensformen als miteinander verbundene Assemblagen innerhalb kulturell geprägter Landschaften und Landpraktiken versteht.
Seine Arbeitsweise umfasst häufig öffentliche Installationen, Zeichnung und Schreiben. Darüber hinaus interessiert er sich für die Initiierung und Organisation von Exkursionen, Workshops, Ausstellungen, Gesprächen und mehrtägigen Symposien in Zusammenarbeit mit Künstler*innen, Architekt*innen, Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen. Dadurch erweitert er die soziale Dimension künstlerischer Praxis und der Produktion von Wissen.
Nach der Verstaatlichung von 1948 wurden die Besitzungen von Ștefan Barbu Drugă beschlagnahmt, während politische Gegner verfolgt und in Arbeitslager deportiert wurden. Im Donaudelta, in den Sümpfen von Brăila und entlang des Donau-Schwarzmeer-Kanals mussten politische Gefangene unter extremen Bedingungen arbeiten. Ein wesentlicher Teil ihrer Zwangsarbeit bestand im Bau von Deichen, in der Trockenlegung von Feuchtgebieten und in der Veränderung von Flussläufen, um die Flächen für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung zu erweitern.
Diese Eingriffe veränderten die Beziehung zwischen der Donau und ihrem Territorium grundlegend. Sie schränkten die Bewegungsfreiheit des Flusses ein und beeinträchtigten Ökosysteme, Fischbestände und lokale Mikroklimata. In diesem Sinne stellt Passing Surface zwei Formen der Einschränkung gegenüber: die Gefangenschaft der Menschen durch das repressive System und die Einschränkung des Flusses durch die dem Landschaftsraum auferlegte Infrastruktur.
Die Intervention übersetzt das Flussbett und die Auenlandschaft der Donau skulptural in eine Struktur aus Stahlrohren, die vertikal invertiert und begehbar ist. Ein beweglicher Tunnel ermöglicht es den Besucher, in die Tiefe des Flussbetts einzudringen und den Fluss aus einer ungewohnten Perspektive – von unten – zu erfahren.
Die Arbeit schafft damit einen Raum der Erinnerung, in dem der Fluss und die Menschen, die gezwungen waren, ihn zu verändern, Teil derselben Geschichte werden. Passing Surface handelt von Gewalt, Kontrolle und Verlust, aber auch von der Möglichkeit einer gemeinsamen Regeneration von Mensch, Wasser, Boden und Ökosystem.
Lucas Kalmus (DE) beschäftigt sich in seiner künstlerischen Praxis und Forschung mit Konzepten des „Place-Weaving“ – einer sensiblen Form der Raumproduktion, die biologische und nicht-biologische Lebensformen als miteinander verbundene Assemblagen innerhalb kulturell geprägter Landschaften und Landpraktiken versteht.
Seine Arbeitsweise umfasst häufig öffentliche Installationen, Zeichnung und Schreiben. Darüber hinaus interessiert er sich für die Initiierung und Organisation von Exkursionen, Workshops, Ausstellungen, Gesprächen und mehrtägigen Symposien in Zusammenarbeit mit Künstler*innen, Architekt*innen, Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen. Dadurch erweitert er die soziale Dimension künstlerischer Praxis und der Produktion von Wissen.
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