Feng-Shan Senior High School - Huang, P.
Schulen: Partner der Zukunft

Im Vorfeld des Camps machte ich mir viele Gedanken. Natürlich bereitete mir zunächst die Auswahlprüfung Sorgen; es war das erste Mal, dass ich einen Test auf A2-Niveau ablegte, und unerwartete Komplikationen machten sowohl die Prüfung selbst als auch das Warten auf die Ergebnisse zu einer enormen Zerreißprobe für meine Nerven. Obwohl mein Ergebnis etwas schlechter ausfiel als erwartet, habe ich die Prüfung letztendlich bestanden. Auch was das soziale Miteinander anging, war ich unsicher; da ich meist eine Weile brauche, um mit anderen warm zu werden, und Fremde nur zögerlich anspreche, befürchtete ich, keine Freunde zu finden – zumal ich diesmal der einzige männliche Teilnehmer war. (Offenbar studieren weniger Männer Deutsch; bei diesem Camp war die Zahl der Teilnehmerinnen mehr als doppelt so hoch wie die der Teilnehmer.) In der Realität verstanden wir uns jedoch sehr gut. Ob aus Taiwan oder anderen Ländern – die meisten waren freundlich und umgänglich. Da wir so viel Zeit miteinander verbrachten, dauerte die Phase des Fremdseins nicht lange an, auch wenn es natürlich unvermeidlich war, auf Menschen zu treffen, die mich nicht mochten, oder mit Sprachbarrieren konfrontiert zu sein.

Da das Camp in Goslar an einem Hang lag, waren die Aufteilung des Geländes und die Anordnung der Gebäude etwas ungünstig, und der Sportplatz vor Ort war ziemlich uneben. Die Landschaft war jedoch wunderschön, und es gab sogar die Gelegenheit, einer süßen Katze zu begegnen – einer Art Maskottchen des Camps.

Der Unterricht konzentrierte sich vor allem auf die Vorbereitung auf die bevorstehende Prüfung; in den zwei Wochen davor absolvierten wir häufig Probetests und führten Gruppengespräche sowie Wiederholungsrunden durch, um sicherzustellen, dass wir gut vorbereitet waren (die Probetests waren im Allgemeinen etwas schwieriger als die eigentliche Prüfung). Anfangs empfand ich es als etwas herausfordernd, dass der Unterricht ausschließlich auf Deutsch stattfand, doch wenn ich etwas nicht verstand, erklärte der Lehrer es in einfacherem Deutsch. Zudem spielten wir Brettspiele und sahen uns verschiedene Videos und Filme an; die Inhalte und Formate waren vielfältig, was die Monotonie der ständigen Prüfungsvorbereitung auflockerte und uns dennoch ermöglichte, die Sprache zu üben. Darüber hinaus gab es ein großes wöchentliches Projekt – bei uns ging es darum, unsere Heimatländer vorzustellen und ein Video über deutsche Sprichwörter zu drehen –, was eine neuartige und spannende Erfahrung war.

Nach dem Unterricht gab es zwei Aktivitätsblöcke mit einem vielfältigen Angebot – von Sport bis hin zu eher ruhigen, sitzenden Beschäftigungen –, sodass auch diejenigen, die keine großen Sportfans sind, problemlos etwas Passendes für sich fanden. (Im Gegensatz dazu konzentrierten sich die meisten der optionalen, selbstfinanzierten Camps stark auf körperliche Aktivitäten 😭.)

Am meisten beeindruckt hat mich meine Geburtstagsfeier; gemeinsam mit allen „Happy Birthday“ während der Abendrunde zu singen, war ein wirklich besonderer Moment. Das Kursbüro hatte zudem einen wunderbaren Kuchen und eine Tasche mit ausgesuchten Geschenken für mich vorbereitet. Ich war tief bewegt und dankbar für die Aufmerksamkeit aller – es war herzerwärmend, so viel Freundlichkeit zu erleben, während ich fernab von zu Hause war.

Durch dieses Camp habe ich nicht nur meine Deutschkenntnisse verbessert, sondern auch nach und nach meine persönlichen Schwächen überwunden: Ich habe gelernt, meine Komfortzone zu verlassen, mit anderen zu kommunizieren und selbstständig zu leben. Jede Erfahrung hat meinen Horizont erweitert und meine Sichtweise vertieft. Es war ein seltenes Privileg und eine große Freude, im Alter von fünfzehn Jahren am PASCH-Programm teilzunehmen.