Zhong Shan Girls High School - Wang, Y.
Schulen: Partner der Zukunft

中山女中-王O倫 © 王O倫提供 Das war das erste Mal, dass ich so lange mit dem Flugzeug nach Europa geflogen bin. Ich war gleichzeitig aufgeregt und nervös. Ich hatte Angst, dass meine Sprachkenntnisse nicht gut genug sind, um mit Menschen aus anderen Ländern zu sprechen. Außerdem hatte ich Angst, dass ich mich nicht an eine völlig neue Umgebung gewöhnen könnte. Gleichzeitig freute ich mich darauf, Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen kennenzulernen. Ich war auch sehr gespannt auf Deutschland mit seiner schönen Landschaft und dem angenehmen Wetter.

Mit einem etwas nervösen Gefühl kam ich am Sonntagnachmittag am Flughafen Hannover an. Als wir aus dem Flugzeug stiegen, wurden wir von einer Betreuerin des Goethe-Instituts begrüßt. Sie trug sehr auffällige grüne Kleidung, sodass wir sie sofort sehen konnten. Wir begrüßten uns und stellten uns gegenseitig vor. Während wir am Flughafen auf die Schüler aus den anderen Ländern warteten, unterhielten wir uns auch mit den anderen Schülern. Wir sprachen darüber, wie lange wir geflogen waren, welche Sprachen wir sprechen und so weiter. Ich hatte zuerst gedacht, dass das erste Treffen sehr unangenehm sein würde. Aber es war viel besser, als ich erwartet hatte. Die entspannte Atmosphäre beim Gespräch half mir, mich zu beruhigen. Dadurch freute ich mich noch mehr auf die nächsten drei Wochen.
  中山女中-王O倫 © 王O倫提供 Alle Schüler wurden nach den Ergebnissen eines Online-Tests vor der Reise in verschiedene Klassen eingeteilt. Am Anfang des Unterrichts machte unsere Lehrerin einfache Gruppenspiele mit uns, damit wir uns besser kennenlernen und uns die Namen der anderen Schüler merken konnten. Wir mussten oft die Tische und Stühle bewegen, Spiele spielen und Aufgaben in Gruppen machen. Deshalb konnte ich mich im Unterricht immer gut konzentrieren, obwohl ich in Taiwan im Unterricht schnell müde werde!
Neben den Spielen und Aktivitäten machten wir im Unterricht auch andere Aufgaben. Wir lasen Texte und beantworteten Fragen, bearbeiteten Arbeitsblätter in Gruppen oder hörten deutsche Lieder und suchten den Liedtext. Am schwierigsten fand ich, dass unsere Lehrerin nur Deutsch sprach und wir auch nur Deutsch sprechen durften. Manchmal verstand ich überhaupt nicht, was die Lehrerin sagte, und war völlig verwirrt. Wenn wir ein Spiel spielten, verstanden wir manchmal die Regeln nicht und niemand wusste, was wir machen sollten. Zum Glück erklärte uns die Lehrerin alles geduldig, wenn wir die Hand hoben und fragten. Manchmal musste ich sie nur mit einem verwirrten Gesicht anschauen, dann wusste sie schon, dass ich etwas nicht verstanden hatte.

Außerdem waren die deutschen Lieder, die unsere Lehrerin im Unterricht für uns ausgesucht hat, super! Sie waren so schön, dass ich die Melodie auch nach dem Unterricht noch im Kopf hatte. Wie unsere Lehrerin gesagt hat: Musik kann uns wirklich helfen, schneller zu lernen.
  中山女中-王O倫 © 王O倫提供 An normalen Tagen hatten wir bis drei Uhr Unterricht. Danach begann die Zeit für die verschiedenen Aktivitäten. Am meisten hat mir „Color Hunting“ gefallen. Wir gingen vom Camp los und liefen die Straße entlang. Die Gebäude auf beiden Seiten der Straße waren wirklich wunderschön. Viele sahen aus wie Schlösser aus einem Märchen. Außerdem gab es dort viele verschiedene Blumen und Bäume.
Dank dieser Aktivität konnte ich Goslar besser kennenlernen. Die Dekorationen in den Gärten, die verschiedenen Blumen und sogar die Schilder auf der Straße waren viel interessanter, als ich zuerst gedacht hatte. Sie machten die eigentlich normalen Straßen viel lebendiger.

Noch interessanter fand ich aber, dass ich mit der Betreuerin, die die Aktivität leitete, über den „Klatsch“ im Camp sprechen konnte. Obwohl wir aus verschiedenen Ländern kamen und verschiedene Sprachen sprachen, konnten wir bei solchen Themen viele Gemeinsamkeiten finden und lange darüber sprechen. Wir redeten und machten Fotos, während wir durch die Stadt liefen. Die zwei Stunden vergingen wie im Flug. Noch heute erinnere ich mich sehr gut an diese Zeit.

Meine Mitbewohnerin kam aus Tunesien. Wir lernten oft etwas aus der Muttersprache des anderen. Zum Beispiel brachte ich ihr bei, wie man „Ich liebe dich“ auf Chinesisch sagt. Sie brachte mir eine Begrüßung bei, die man in Tunesien zu jemandem sagt, der gerade geduscht hat.

Einmal nahmen wir Papier und Stifte und schrieben chinesische und arabische Wörter auf. Dabei erfuhr ich, dass man Arabisch von rechts nach links liest und auch von rechts nach links schreibt. Für mich sah die arabische Schrift ein bisschen wie Nudeln aus, die sich in alle Richtungen drehen. Sie dagegen fand, dass chinesische Schriftzeichen wie Gebäude aussehen. Für sie war Chinesisch schreiben ein bisschen so, als würde man ein Haus bauen.

Ich fand es interessant, dass eine Sprache ganz unterschiedlich aussehen kann, wenn man sie aus einer anderen Perspektive betrachtet.

Am Freitag der zweiten Woche war endlich der langersehnte Länderabend! Die Aufführungen aus den verschiedenen Ländern waren sehr interessant. Zum Beispiel führte die Slowakei ein Theaterstück auf, durch das wir auf eine lustige Art etwas über ihre Kultur lernen konnten. Bulgarien zeigte einen traditionellen Tanz und die USA sangen gemeinsam mehrere Lieder. Die fröhlichen Lieder und die tolle Stimmung machten mir sehr viel Spaß. Ich musste sogar automatisch mitsingen und mich zur Musik bewegen.

In der Pause konnten wir außerdem kleine Snacks aus verschiedenen Ländern probieren. Manche waren so süß, dass ich kaum noch mehr essen konnte, andere schmeckten überraschend gut und ich wollte sofort noch mehr davon nehmen.

Dieser Abend war eine Mischung aus vielen verschiedenen Kulturen. Er hat mir nicht nur viele neue Dinge gezeigt, sondern mir auch etwas Wichtiges beigebracht: Auch wenn Menschen aus verschiedenen Ländern kommen und unterschiedliche Hintergründe haben, können Musik und Tanz wie eine gemeinsame Sprache sein. Sie können Menschen miteinander verbinden und dafür sorgen, dass alle gemeinsam Spaß haben und lachen – ganz ohne Grenzen.

Die drei Wochen im Camp vergingen sehr schnell. Trotzdem habe ich sehr viel gelernt und viele schöne Erfahrungen gemacht. Ich habe Freunde aus verschiedenen Ländern kennengelernt, viele Menschen getroffen, von denen ich etwas lernen konnte, und jetzt habe ich mehr Mut, Deutsch und Englisch zu sprechen.

Vielen Dank an alle Schüler und Lehrer im Camp, an meine fünf Freunde aus Taiwan und natürlich auch an das Goethe-Institut. Danke, dass ihr mir die Möglichkeit gegeben habt, so viel zu lernen, neue Menschen kennenzulernen und die Welt zu entdecken.