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Josephine Gustavsen

© Josephine Gustavsen Frau Gustavsen, erzählen Sie uns etwas über Ihren Hintergrund: Wo, wann und weshalb haben Sie Deutsch gelernt?

Ich habe in der Middle School angefangen, Deutsch zu lernen, als meine Schule ein Schnupperprogramm anbot. Ich habe mich schnell in die deutsche Sprache verliebt und an der High School und im College weiter Deutsch belegt.

Wo, wann und weshalb haben Sie beschlossen, Deutschlehrerin zu werden?

Ich beschloss in der High School, Deutschlehrerin zu werden – damals hatte ich eine tolle Lehrerin, die wirklich zeigte, wie Sprache Spaß machen und nützlich sein konnte. Das wollte ich anderen, zukünftigen Schülern auch zeigen.

Was ist die größte Herausforderung beim Deutschunterricht? Was ist besonders lohnend dabei?

Redewendungen sind eine besondere Herausforderung, aber es macht Spaß, wenn Schüler wirklich darüber nachdenken, was gemeint ist, und erkennen, dass wörtliche Übersetzungen ins Deutsche und umgekehrt nicht funktionieren. Schwierig ist, dass es so viele Redewendungen und Ausdrucksweisen gibt, von denen man nicht weiß, dass sie anders sind, bis es einem jemand sagt oder man die Möglichkeit hat, sie nachzuschlagen.

Am lohnendsten ist es, wenn Schüler auf mich zukommen und mir sagen, wie sie die Sprache außerhalb des Klassenzimmers angewendet haben. Vielleicht haben sie ihren Freunden oder ihrer Familie etwas gezeigt, oder sie sagen mir, dass sie in der Stadt oder bei einer Veranstaltung Leute getroffen haben, die Deutsch sprachen, und dass sie auf die Leute zugegangen sind und versucht haben, mit ihnen eine Unterhaltung auf Deutsch zu führen. Ich sehe unglaublich gerne, wie stolz sie auf diese Leistungen sind.

Gibt es so etwas wie den typischen Deutschlernenden?

Das ist wirklich sehr unterschiedlich. Ich habe Schüler, die die Pflichtsprachkurse für das College vorholen, die deutsche Vorfahren haben, die deutsche Musik gehört haben, die in Bereichen arbeiten möchten, in denen es von Vorteil ist, wenn man Deutsch kann, und solche, die sich auf Reisen in die Kultur verliebt haben. Es ist herrlich, so unterschiedliche Schüler zu haben und es ist toll, wenn jemand im Unterricht erzählt, dass sie jetzt aus neuen Gründen weiter Deutsch lernen wollen, die über die ursprünglichen Beweggründe hinausgehen.

Wo haben Sie sich Unterstützung und Anleitung als noch recht unerfahrene Deutschlehrerin geholt bzw. wo holen Sie sich diese?

Als relativ neue Lehrerin werde ich von Kollegen in der Sprachabteilung unterstützt, außerdem helfen mir Mentoren aus verschiedenen Praktika, ehemalige Professoren und Lehrer, und ich nutze auch das umfassende Angebot im Internet. Es ist wichtig, sich überall zu informieren und zu erkennen, dass man kein schlechter Lehrer ist, wenn man sich Anregung und Anleitung sucht. Als Lehrer bauen wir unser Repertoire an Strategien ununterbrochen aus und bilden uns weiter.

Welche Aussichten hat Deutsch als Fremdsprache in den USA?

Deutsch ist in den USA als Fremdsprache weiter verbreitet als zuvor. Ich habe das Glück, dass ich in einer Stadt Deutsch unterrichte, in der viele deutsche Firmen ansässig sind, in der Universitäten Deutsch als Fremdsprache anbieten, und die Partneruniversitäten und -schulen in Deutschland hat. Angesichts der örtlichen Möglichkeiten zur weiteren Nutzung der Sprache und der Bedeutung Deutschlands in der internationalen Wirtschaft und Politik sehe ich die Aussichten der Entwicklung von Deutsch als in den USA gelehrte Fremdsprache positiv.

Die Fragen stellten Christoph Veldhues und Olga Liamkina.

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