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Ausstellung|Im Rahmen der Internationalen Fotobiennale Photo Hanoi’25

  • COMPLEX 01, Hanoi

  • Sprache Vietnamesisch
  • Preis Eintritt frei

HAN 20251119 1500 © Photo Hanoi’25 & Goethe-Institut Hanoi

HAN 20251119 7360 © Photo Hanoi’25 & Goethe-Institut Hanoi

Eröffnung | 15:00 Uhr, 05.11.2025

Seit den frühen 1990er-Jahren porträtiert die deutsche Fotografin Birgit Kleber in ihrer fortlaufenden Serie Photographers andere Fotograf*innen. Ihren Ausgang nahm die Serie in Berlin, wo Kleber lebt und arbeitet, und wurde später auf die zentralen, urbanen „Inkubatoren“ der modernen Kunst – Paris und New York – ausgeweitet. Über drei Jahrzehnte hinweg ist eine Sammlung von mehr als 100 Porträts entstanden – ein kuratiertes Who’s who der Fotografie. Die Serie zeigt zahlreiche weltbekannte, aber auch weniger bekannte und dennoch ebenso faszinierende Persönlichkeiten, darunter einige, die heute nicht mehr leben. So wird die Serie zu einer eindrucksvollen visuellen Chronik der globalen Fotogeschichte.
In Photographers arbeitet Kleber ausschließlich in Schwarz-Weiß, nutzt Tageslicht und sorgfältig inszenierte Haltungen, die den Blick der Porträtierten in den Mittelpunkt rücken. Diese Blicke offenbaren zuweilen flüchtige Ausdrucksmomente, die die Zeit zu überdauern scheinen – Augenblicke, die nur für den Bruchteil einer Sekunde sichtbar sein sollten, werden im stillen Bild der Fotografie für die Ewigkeit festgehalten.

Für die Serie Việt-Đức: 20 Gesichter, 20 Geschichten fotografierte Birgit Kleber im Auftrag des Goethe-Instituts, der Deutschen Botschaft und der AHK in Vietnam zwanzig deutsch-vietnamesische Persönlichkeiten. Die Serie würdigt zwanzig bemerkenswerte Menschen, die sich mit Ausdauer und Leidenschaft in unterschiedlichen Bereichen einen Namen gemacht haben. Dabei fängt Kleber ihre authentischsten Ausdrücke ein, beleuchtet zugleich das Thema der vietnamesischen Diaspora, das in der öffentlichen Wahrnehmung nur selten präsent ist und ermutigt die nächsten Generation, ihren eigenen Weg zu gehen. Inspiriert von den Farben der deutschen und vietnamesischen Flagge ziehen sich die Hintergründe in Schwarz, Rot und Gold/Gelb als verbindendes Element durch die Serie – sie verknüpfen die Porträts visuell und symbolisch miteinander und schaffen eine Brücke zwischen den beiden Ländern. Jedes Porträt entsteht aus einer gemeinsamen Haltung von Künstlerin und Porträtiertem. Kleber beginnt den Prozess, indem sie eine Haltung als Angebot vorschlägt. Wird dieses angenommen, entsteht ein Dialog, und durch diesen Austausch formt sich das Porträt.

Gemeinsam scheinen Photographers diejenigen zu repräsentieren, die sehen, während 20 Gesichter diejenigen darstellen, die gesehen werden – im Spannungsfeld zwischen sehen und gesehen werden. Doch indem sie fotografiert werden, sind alle Porträtierten zugleich Betrachtete und Betrachtende: Sie schauen uns direkt an, das Publikum. Durch dieses Spiel mit dem Wesen des Mediums und der Identität seiner Subjekte präsentiert die Ausstellung eine fesselnde Reihe von Porträts – und wirft eine zeitlose Frage auf, die seit Beginn der modernen Gesellschaft mitschwingt: Was bedeutet es, zu sehen und gesehen zu werden? Und wie können wir sicherstellen, dass vielfältige Stimmen und Gesichter auch in Zukunft gesehen, gehört und wertgeschätzt werden?

Fotografin

Birgit Kleber

Birgit Kleber, eine renommierte Fotografin und Künstlerin aus Berlin, widmet sich seit 40 Jahren der Porträtfotografie. Ihre zutiefst narrativen Bilder und ihr ständiges Experimentieren mit ausdrucksstarken Formen haben ihr sowohl beim Publikum als auch bei der Kritik große Anerkennung eingebracht. Dies zeigt sich in ihrer Teilnahme an über 30 Einzelausstellungen und zahlreichen Gruppenausstellungen, zuletzt in renommierten Häusern wie der Helmut Newton Stiftung und dem Museum für Fotografie in Berlin, dem Haus am Kleistpark in Berlin und der Alten Feuerwache in Berlin.

Ihre Arbeiten wurden in renommierten Kunstinstitutionen weltweit ausgestellt, darunter die Bibliothèque Nationale in Paris, die Berlinische Galerie in Berlin, das Deutsche Filmmuseum DFF in Frankfurt, die Deutsche Kinemathek in Berlin, das International Center of Photography ICP in New York und die New York Public Library.

In der Kampagne „Viet - Duc: 20 Gesichter, 20 Geschichten“ setzt die Fotografin Birgit Kleber auf möglichst authentische Porträts und verzichtet auf Bearbeitungen und Inszenierung. Die Kampagne zielt darauf ab, die starken Persönlichkeiten von 20 erfolgreichen Deutsch-Vietnames*innen zu vorzustellen und ihre Inspiration über die deutsch-vietnamesische Gemeinschaften hinaus zu hervorzuheben.