Fernsehen

Fernsehen © Colourbox

Aus der Trendforschung: Was ist bei Jugendlichen besonders beliebt?

Laut JIM-Studie schaut die Hälfte der befragten Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren täglich Fernsehen. Zwar besitzt etwa jeder zweite Jugendliche einen eigenen Fernseher, doch auch Online-Plattformen gewinnen an Popularität. So greifen zwei Drittel der Jugendlichen auf das Online-Portal Youtube oder die Streaming-Dienste Netflix oder Amazon Prime zurück, um Serien ohne zeitliche Einschränkungen auf dem Computer oder dem Smartphone zu schauen.

Blickt man auf die Sender, so ist ProSieben von 14,8 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der JIM-Studie als Lieblingssender genannt worden, gefolgt von RTL mit 14,3 Prozent. Weitere Favoriten sind Sat.1 (10,2 Prozent), RTL2 (7,1 Prozent), ARD (5,8 Prozent), Nickelodeon (5,3 Prozent) und ZDF (5 Prozent).

Ein Großteil dieser Sender bietet inzwischen auch Videotheken an, in denen verpasste Folgen nach der Ausstrahlung noch für eine Woche angeschaut werden können. In der Mediathek TV Now gibt es das Programm von RTL, RTL2, VOX, RTL-Nitro, Super RTL, n-tv, RTL-plus und TOGGO plus, ProSieben verfügt direkt auf der Website über die Möglichkeit, Videos zu schauen, Sat1 und Nickelodeon haben ebenfalls eine eigene Mediathek.

Die Lieblingsgenres der Jugendlichen, getrennt nach Geschlechtern, sind Soaps, Castingshows, Sitcoms und Docutainments bei Mädchen, bei Jungen kommen Sitcoms, Krimis, Cartoons und Castingshows am besten an. Die Lieblingsgenres spiegeln sich auch in den Lieblingsserien wider: 2016 waren bei Mädchen die Castingshows Germany’s next Topmodel und Deutschland sucht den Superstar sowie die Soap Gute Zeiten Schlechte Zeiten und das Scripted Reality-Format Berlin Tag und Nacht am beliebtesten, bei den Jungen kam der Cartoon Die Simpsons sowie die amerikanischen Sitcoms The Big Bang Theory, Two and a half Men sowie How I met your Mother am besten an.

Warum sind diese Formate so erfolgreich bei den Jugendlichen?

Gerade Castingshows erfreuen sich, selbst nach jahrelanger Laufzeit, immer noch der Beliebtheit der Jugendlichen. Die bekanntesten und beliebtesten Castingshows, Deutschland sucht den Superstar und Germany’s Next Topmodel, zeigen, wie die Teinehmerinnen und Teilnehmer versuchen, ihrem Traum, der Karriere als Sänger oder Model, näher zu kommen. Die Faszination dabei liegt darin, sich mitzufreuen, wenn der Lieblingskandidat oder die Lieblingskandidatin weiter kommt, über die unsympathischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer „abzulästern“ und über die Entscheidung der Jury zu diskutieren, oft auch am Folgetag in der Schule. Trotz des Erfolges der Castingshows ist der Großteil der Jugendlichen aber an einer Teilnahme nicht interessiert. Bei einer Umfrage im Jahr 2012 gaben nur 20 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von sechs bis 17 Jahren an, einmal an einer Castingshow teilnehmen zu wollen.

Weitere Formate, die bei Jugendlichen im Trend liegen, sind Ich bin ein Star, holt mich hier raus sowie Der Bachelor. Die Sendung Ich bin ein Star, holt mich hier raus macht sich über eher unbekannte Prominente lustig, die zwei Wochen lang im australischen Dschungel leben und dort die sogenannten, oftmals ekligen, „Dschungelprüfungen“ bestehen müssen. Genau hierin liegt der Anreiz für die jugendlichen Zuschauer: Die Sendung bricht Tabus und gerade das macht sie so interessant und hebt sie von den anderen, im Vergleich eher langweilig empfundenen, Sendungen ab. Insbesondere durch die lustigen Kommentare der beiden Moderatoren hält sich das Mitleid gegenüber den Prominenten in Grenzen und die Schadenfreude kann genossen werden.

In der Sendung Der Bachelor, die übrigens fast ausschließlich weibliche Fans hat, geht es um einen Junggesellen, der aus mehreren Frauen seine Auserwählte sucht. Jede Woche lernt er die Frauen bei verschiedenen, außergewöhnlichen Dates besser kennen und entscheidet sich am Ende der Woche in der sogenannten „Nacht der Rosen“ für eine oder mehrere Frauen, die ausscheiden. Die Motivation, diese TV-Sendung zu sehen, liegt, ähnlich wie bei Castingshows, darin, mit zu raten wer gewinnt sowie die Show zu analysieren, sich über die Frauen in der Show lustig zu machen und die romantischen Dates zu genießen und mitzuerleben.

Die Folgen des Fernsehkonsums

Fernsehen gehört zum Leben der Jugendlichen, doch wenn das Medium Fernsehen übermäßig genutzt wird, kann das negative Folgen haben. Laut einer Studie, die von der Leuphana Universität Lüneburg durchgeführt wurde, besteht ein Zusammenhang zwischen Fernsehkonsum und Schulzufriedenheit: Je mehr die Probanden der Studie täglich Fernsehen schauten, desto unzufriedener waren sie auch mit ihren Schulleistungen. Und bei Intensivschauern, also Jugendlichen, die täglich mehr als sechs Stunden fernsehen schauen, hat der Fernsehkonsum deutlichen Einfluss auf die Schullust: Etwa 40 Prozent gaben hier an, eine ausgeprägte Schulunlust zu haben. Bei Jugendlichen, die weniger als zwei Stunden täglich Fernsehen sahen, waren es nur 10 Prozent. Die Anzahl der Freundschaften steht zwar nicht im Zusammenhang mit dem Medienkonsum, wohl aber der Zusammenhang zwischen körperlicher Inaktivität und Mediennutzung: Der Großteil der körperlich inaktiven Schülerinnen und Schüler gehört nämlich zu den Intensivnutzern.

 
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