Social Media

Social Media – die Lebenswelt der Jugendlichen heutzutage Fotograf: Jan Haas, picture alliance / reality

Social Media – die Lebenswelt der Jugendlichen

Kaum ein Jugendlicher besitzt heutzutage kein Smartphone und die damit verbundenen Apps. Laut der Youth Insight Panel Studie 2016 gaben 96 Prozent der 5.400 Befragten Jugendlichen im Alter von 10 bis 19 Jahren an, ein eigenes Smartphone zu besitzen und 78 Prozent der Mädchen sowie 66 Prozent der Jungen gaben an, mindestens zwei Social Media Apps regelmäßig zu nutzen.

Die beliebtesten Apps der Jugendlichen

Bei der Frage nach den wichtigsten Apps in der JIM-Studie 2016 nannten 95 Prozent der Befragten Instant Messenger wie Whatsapp, auf Platz zwei folgen Bilderdienste wie Instagram oder Snapchat mit 38 Prozent und die „klassischen“ sozialen Plattformen wie Facebook kamen nur auf Platz drei mit 29 Prozent (bis zu drei Nennungen waren möglich). Die Tendenz, dass Facebook immer unwichtiger für die Jugendlichen wird, spiegelt sich auch im Youth Insight Panel wider, denn auch hier wurde Facebook von allen anderen beliebten Apps überholt: am beliebtesten war Whatsapp (91 Prozent der Befragten), gefolgt von Youtube mit 56 Prozent, Instagram mit 52 Prozent, Snapchat mit 35 Prozent und Facebook mit nur 32 Prozent. Im Vorjahr lag Snapchat noch bei 17 Prozent und Facebook bei 40 Prozent.

Hauptgründe für die Jugendlichen, in sozialen Netzwerken zu sein, sind hauptsächlich um sich mit Freunden zu verabreden und zu quatschen (52 Prozent), weil es alle machen (32 Prozent) und weil den Jugendlichen die Leute dort sehr wichtig sind (27 Prozent), so die Cybermobbingstudie 2017.

Facebook – der Social-Media-Riese

Wer bei Facebook online ist, der „liked“ (drückt den „gefällt mir“-Button in Form eines ausgestreckten Daumens), schaut sich Videos oder Bilder an, kommentiert diese oder schreibt seinen Freunden privat oder öffentlich auf deren Pinnwand oder verfasst eigene Statusmeldungen. Von den Jugendlichen wird Facebook aber eher rezeptiv genutzt, das heißt, die Jugendlichen kommentieren eher Inhalte anstatt selbst etwas zu veröffentlichen.

Außerdem haben Facebook-Nutzer die Möglichkeit, verschiedene Seiten von Prominenten oder Marken mit „gefällt mir“ zu markieren, um so auch deren Updates in Form von Statusmeldungen, Bildern und Videos mitzuverfolgen. Neben Personen und Marken sind aber auch Seiten beliebt, die regelmäßig Sprüche oder lustige Videos veröffentlichen. Eine beliebte Aktivität derzeit ist es, in sogenannten Memes (Bilder oder auch Videos, denen eine Bezeichnung hinzugefügt wurde, wodurch sich deren Bedeutung verändert; zum Beispiel das Video eines Rennfahrers mit dem Spruch „Wenn du zu spät dran bist“) seine Freunde zu verlinken, wenn diese zu den Freunden passen, und sie dadurch auf das Bild aufmerksam machen. Die Facebook-Freunde, die die Jugendlichen haben, sind nicht automatisch „echte“ Freunde. Häufig sind die Freunde nur Bekannte oder teils sogar Fremde.

Geht es um die personenbezogenen Daten, so teilen Jugendliche nicht alles. Den Vornamen geben noch fast alle an, beim Nachnamen sind es schon etwas weniger. Ein Profilfoto laden etwa 60 Prozent der Jugendlichen hoch, genauso viele teilen auch ihren Beruf, Wohnort, Hobbies und Lieblingsbeschäftigungen auf Facebook. Anschrift und Telefonnummer wird von kaum einem Jugendlichen auf Facebook geteilt.
 
  • DaF-Kanäle auf YouTube: ein weiterer Lernort  Foto (Ausschnitt): © chombosan - Fotolia.com

  • Im Netz verhöhnt Foto (Ausschnitt): © Colourbox

    Im Netz verhöhnt

  • Falschmeldungen erkennen lernen in Social-Community-Workshops Foto (Ausschnitt): © PrivatJacob Lund - Fotolia.com

    Falschmeldungen erkennen lernen in Social-Community-Workshops

  • Das Goethe-Institut in den Sozialen Netwerken Foto: Goethe-Institut/Bernhard Ludewig

Snapchat – die App, die 2016 beliebter war als Facebook

Snapchat ist, verglichen mit Facebook, eine noch recht junge App und hat auch erst in den letzten Jahren deutlich an Popularität gewonnen. 2016 nutzten 35 Prozent der Jugendlichen die App täglich, um mit ihren Freunden zu kommunizieren. Sie ermöglicht es den Jugendlichen, Bilder oder kurze Videos aufzunehmen, diese mit Special Effects oder Gesichtsfiltern, zum Beispiel können dem eigenen Gesicht comicartige Hundeohren, -schnauze und -zunge hinzugefügt werden, zu bearbeiten und anschließend für die Freunde online zu stellen. Nach dem Anschauen der Bilder oder Videos werden diese, anders als bei den anderen Social Media Apps, wieder gelöscht und nicht gespeichert.

Nutzer können auch mehrere Bilder oder Videos hintereinander hochladen und so eine sogenannte „Story“ erstellen. Am besten kommen bei den Jugendlichen kurze Stories an, die mit Ton und verschiedenen Filtern hinterlegt sind. Anders als Facebook wird diese App von den Jugendlichen eher aktiv genutzt, das heißt, hier veröffentlichen sie selber Inhalte. Auch auf Snapchat ist es den Nutzern möglich, bekannten Personen zu folgen, die dort ihre Stories öffentlich teilen.

Instagram

39 Prozent der Jugendlichen nutzen täglich die App Instagram. Dort können Bilder und Videos hochgeladen und anschließend kommentiert und mit gefällt mir markiert werden. Beiträge ohne Bild sind nicht möglich. Instagram wird, wie auch Facebook, eher passiv von den Jugendlichen genutzt, die lieber durch die Bilder und verschiedenen Nutzer stöbern, als dass sie selbst viele Bilder veröffentlichen. Dies wird ihnen insbesondere durch die sogenannten Hashtags (Wörter, vor denen eine Raute steht) erleichtert, die die Fotos verschlagworten und kennzeichnen. Viel genutze Hashtags sind zum Beispiel #instagood, #photooftheday oder #instadaily. Viele Prominente haben einen Instagram-Account, denen die Jugendlichen folgen können.

Youtube – die Videoplattform

Neun von zehn Jugendlichen nutzen Youtube wöchentlich, 67 Prozent verbringen sogar täglich Zeit auf der Videoplattform. Youtube ist eine der größten Onlineplattformen weltweit für Videos aller Art. Die beliebtesten Videos stellen dabei Musikvideos, Beauty-Portale, Let’s Play Kanäle (auf denen Computerspiele gespielt und gleichzeitig kommentiert werden) und lustige Clips dar. Eigene Videos laden nur 3 Prozent der Jugendlichen hoch.

Die Personen, die solche Videos hochladen, werden von den Jugendlichen schnell als „Stars“ wahrgenommen. Diese „Stars“ sind, besonders im Gegensatz zu den Weltstars, für die Jugendlichen viel zugänglicher, authentischer und glaubwürdiger. Die großen „Youtuber“, also die, die regelmäßig Videos auf der Plattform hochladen, können sogar von den Einnahmen durch ihre Videos leben. Deshalb wird es auch für immer mehr Jugendliche das Ziel, „Youtube-Star“ zu werden. Die wenigen, die es schaffen und über eine große Anzahl an Abonnenten verfügen, verdienen häufig Geld durch Produktplatzierungen in den Videos. Damit können die Youtuber fünf- bis sechsstellige Beiträge durch Werbung erzielen; die Transparenz dieser Werbung ist jedoch, insbesondere im Blick auf das junge Publikum, stark umstritten.

Zu den bekanntesten Youtubern zählen derzeit Bibis Beauty Palace, Dagi Bee, Dner, Gronkh, iBlali, Kelly MissesVlog, LeFloid, Melina Sophie, PietSmiet, Shirin David, Unge und Y-Titty.

Wie gehen die Jugendlichen mit ihren Daten in den sozialen Medien um?

Je älter die Jugendlichen werden, desto unsicherer fühlen sie sich beim Thema Datenschutz. Rund 80 Prozent der 12- bis 13-Jährigen fühlen sich sicher in Bezug auf Datenschutz bei den von ihnen genutzten Netzwerken, bei den 18- bis19-Jährigen waren es nur noch halb so viele. Offenbar sind Jugendliche also unbeschwerter, je weniger Erfahrung sie mit Datenschutz haben. Experten sind sich jedoch einig, dass Jugendliche für den korrekten Umgang mit den Medien eine kritische Medienkompetenz entwickeln müssen, um Informationen, Freundschaftsbeziehungen auf sozialen Medien und auch Werbung, die häufig in sozialen Medien undurchsichtig ist, richtig bewerten zu können.

CyberMobbing – das Problem mit den sozialen Netzwerken

Seitdem die Nutzung sozialer Netzwerke gestiegen ist, hat sich auch das Cybermobbing entwickelt. Laut JIM-Studie 2014 berichteten 17 Prozent der Jugendlichen, dass über sie schon einmal etwas Falsches oder Beleidigendes im Internet verbreitet wurde und sogar 38 Prozent haben Cybermobbing schon einmal im Bekanntenkreis miterlebt. Dabei ist es wahrscheinlich, dass die Anonymität und Einfachheit die Täter zum Cybermobbing verleitet. Insbesondere durch die Omnipräsenz der neuen Medien ist es kaum noch möglich, Mobbing und Cybermobbing voneinander zu trennen.

Laut der 2017 durchgeführten Studie gegen Cybermobbing sind Haupt- und Realschulen am häufigsten von Cybermobbing betroffen, insbesondere bei den 13- bis 16-Jährigen. Am häufigsten wird über Instant-Messenger gemobbt, aber auch über soziale Netzwerke wird beschimpft und beleidigt. Die häufigsten Gründe, die die Täter bei der Befragung für das Mobbing angaben, sind, dass die Personen die Attacke verdient haben (45 Prozent), dass sie Ärger mit der angegriffenen Person haben (43 Prozent), dass sie selbst von der Person gemobbt worden sind (28 Prozent), dass sie andere Personen, die gemobbt worden sind, rächen wollten (18 Prozent), aus Spaß oder weil sie es cool fanden (9 Prozent) oder einfach aus Langeweile (18 Prozent). 13 Prozent rechtfertigen ihre Mobbing-Aktivitäten, indem sie sich als Mitläufer bezeichnen. Wenn Opfer das Gespräch suchen, vertrauen sie sich am häufigsten ihren Eltern oder Freunden an, aber auch Lehrkräfte werden von jedem Dritten Opfer um Hilfe gebeten.

 
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