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18:00 Uhr
Alltagspoesie – Die frühen Filme von Helke Misselwitz
Film|Filmvorführung "Sperrmüll" (1990, 78 Min., DDR)
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Casa de la Lectura y la Escritura, Buenos Aires
- Sprache Deutsch mit spanischen Untertiteln
- Preis Kostenlos
- Teil der Reihe: Alltagspoesie - Die frühen Filme von Helke Misselwitz
Jede Vorführung in der Casa de la Lectura y la Escritura bietet eine Einleitung zum Film und eine anschließende Q&A-Runde. Die Idee des Programms ist das Kino aus einer literarischen Perspektive zu betrachten.
PROGRAMM
Sperrmüll (1990, 78 Min., DDR)Der im Frühsommer 1989 in Ost-Berlin gedrehte Dokumentarfilm porträtiert eine vierköpfige Punkband, die sich „Sperrmüll“ nennt. Sie trommelt ihre Musik auf Gegenständen, die andere weggeworfen haben. Helke Misselwitz konzentriert sich vor allem auf Enrico, einem der jungen Ostberliner Musiker. Obwohl seine Mutter Erika bald heiratet und in den Westen zieht, beschließt Enrico in Ostberlin zu bleiben, um seine kulturelle Identität auch nach dem Fall der Mauer zu bewahren. Die jungen Musiker wollen Bürger ihres eigenen Staates bleiben und stehen der bevorstehenden Wiedervereinigung eher skeptisch gegenüber. Dieser Film, der ursprünglich als Aufruf zum gesellschaftlichen Wandel gedacht war, zeichnet die Wendezeit aus der Perspektive einer Gruppe junger Menschen in Ost-Berlin auf.
Biografie
Helke Misselwitz
Sie gehört zu den wichtigsten Filmemachern der letzten DEFA-Generation. Sie wird am 18. Juli 1947 in Planitz, bei Zwickau geboren. Sie arbeitete neun Jahre lang als Regieassistentin und Regisseurin beim Fernsehen der DDR und studierte von 1978 bis 1982 in der Hochschule für Film und Fernsehen nach Potsdam-Babelsberg im Fachbereich Regie.
Zum Fernsehen kehrt Helke Misselwitz nach Ende ihres Studiums nicht zurück. Sie arbeitet als freie Autorin und Regisseurin. Im DEFA-Studio für Dokumentarfilme dreht die junge Regisseurin Kurzfilme. Als Regisseur Heiner Carow sie als Meisterschülerin an der Akademie der Künste der DDR aufnahm, schuf sie den herausragenden Dokumentarfilm „Winter Adé” (1988), der großen internationalen Resonanz weckte.
Der Erfolg der Regisseurin führt 1988 zu einer festen Anstellung im DEFA-Studio für Dokumentarfilme, wo sie wichtige Dokumentarfilme drehte. 1992 drehte Misselwitz ihren ersten Spielfilm „Herzsprung”, 1996 folgte „Engelchen”.
Von 1997 bis 2014 war Helke Misselwitz Professorin für Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg (heute: Filmuniversität Babelsberg). Nach ihrem Ausscheiden widmete sie sich wieder der Regiearbeit und schuf ein Portrait der (ost)deutschen Fotografin Helga Paris (2019). Ihr letzter Dokumentarfilm ist „Die Frau des Dichters” (2021). Misselwitz ist seit 1991 Mitglied der Akademie der Künste und seit 2018 stellvertretende Direktorin der Sektion für Film- und Medienkunst.
Ort
Lavalleja 924
Buenos Aires
Argentinien
Ort
Lavalleja 924
Buenos Aires
Argentinien