Am 5. Mai 2018 jährt sich der Geburtstag von Karl Marx zum 200. Mal. Aus diesem Anlass zeigt das Goethe-Institut Alexander Kluges monumentalen Film „Nachrichten aus der ideologischen Antike: Marx – Eisenstein – Das Kapital“ (D 2008, '570).
Der sowjetische Filmpionier Sergej Eisenstein, verantwortlich für so bahnbrechende Werke wie "Panzerkreuzer Potemkin" (1926) und ein Meister der affektstarken Montage, hatte einen ehrgeizigen Plan: »Der Entschluß steht fest, das KAPITAL nach dem Szenarium von Karl Marx zu verfilmen«, notierte er 1927. Ihm schwebte die Anwendung völlig neuer, aus James Joyce’ Roman „Ulysses“ abgeleiteter Formen vor: »faits divers«, »emotionale Konvolute« und Reihen »dialektischer Bilder«. Zu Lebzeiten Eisensteins blieb der Plan ohne Umsetzung. Mehr als 80 Jahre später nahm sich Alexander Kluge der Sache an. Das Resultat, „Nachrichten aus der ideologischen Antike“, dauert fast zehn Stunden und versammelt filmische Miniaturen zu Marx’ Theorie, die uns, so Kluge, so nah und so fern sei wie die Antike. Gespräche mit Peter Sloterdijk, Dietmar Dath, Oskar Negt, Boris Groys, Rainer Stollmann entwickeln unterschiedliche Perspektiven auf „Das Kapital“.