|
20:30 Uhr
JOANA TISCHKAU Being Pink Ain't Easy
Tanz|Tanzen auf Hypermaskulinität, weißer Zerbrechlichkeit und kultureller Aneignung
-
Beursschouwburg, Brüssel
- Preis 14€ Tickets / 11€ Ermäßigung / 7€ Student*innen
Tanzen auf Hypermaskulinität, weißer Zerbrechlichkeit und kultureller Aneignung.
Tickets
Pink people wanna know if other pink people like hip-hop
how can it still be hip-hop?
That’s like asking, if black people like Dirty Harry
is he still Clint Eastwood?
(aus What is Hip Hop? Greg Tate)
2002 trug der Rapper Cam'ron im Musikvideo zu Hey Ma ein rosafarbenes Bandana unter einem rosa abgesetzten Cap, passend zum rosa Velours-Tracksuit. Die US-Rap-Welt, sonst von performativer Hypermaskulinität durchtränkt, kam nun weich, plüschig und pink daher. Dieser Trend erreichte schnell die Laufstege europäischer Metropolen, hatten doch Afro-Amerikanische Rapper, welche rassifizierte Zuschreibungen von Heterosexualität, Hypermaskulinität und Aggressivität perfekt verkörperten, bewiesen, dass die feminin vergeschlechtlichte Farbe ihrem Image nicht schaden konnte.
Dieser medial-historische Moment ist der Ausgangspunkt für das choreografische Solo BEING PINK AIN’T EASY, das die Fragilität und Machtmechanismen, die sozialen Konstruktionen zu Grunde liegen, sichtbar macht. Die Arbeit ist eine Auseinandersetzung mit dem unstillbaren weißen Begehren nach Schwarzen Ausdrucksformen. Denn neben der Musik liefern uns Künstler*innen ihre Körperlichkeit als konsumierbare Konzepte zur Konstruktion des eigenen Selbst. Kapitalistische Vermarktungslogiken machen Schwarze Ästhetiken zu einer für jede*n verfügbaren performativen Maske. In Everything but the Burden – What white People are taking from Black Culture (2003) beschreibt Greg Tate Hip Hop auch als das ästhetische Nebenprodukt der amerikanischen Dream-Maschinerie, des Konsumkapitalismus und der unterschwelligen Verführung. Weiterführend stellt Tate fest, dass somit die Figur des White N*, des Wigga oder Wangsta in einer langen Traditionslinie mit US-amerikanischen avantgardistischen Künstler*innen der 20er und 30er steht. Deren spätere und präziseste Ausformulierung wird durch die Kunstfigur Eminem verkörpert. BPAE verweist schon im Titel auf Hautfarbe als Konstruktion, die Weiß-Sein als machtwirksamstes Symbol gesetzt hat und durch seine Nicht-Benennung als solches vermeintlich neutral daherkommt. Die Bühnenfigur, der White N*, erfährt in BPAE eine Hyper-Markierung: Sein Pink-Sein nicht von sich weisen könnend ist er mit der schwer aushaltbaren Tatsache konfrontiert Profiteur der weißen Matrix zu sein.
BEING PINK AIN’T EASY sucht nach den Ambivalenzen die zwischen den Abwehrmechanismen wie „white fragility“ (Robin DiAngelo) und Formen kultureller Aneignung verwoben sind.
BIO
Joana Tischkau tanzt. Eine der ersten Erinnerungen daran ist der Moment, bei dem sie zu Kaomas Hit Lambada von 1989 auf einer Kindergeburtstagsparty abdancte. Diese Erfahrung bewegte sie dazu, sich bei der Tanzschule nebenan für Jazzdance, Hip Hop und Videoclip Dancing anzumelden. Später studierte sie Tanz und Schauspiel an der Coventry University in Großbritannien sowie Choreografie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Ihre künstlerische Praxis ist ein hybrides Durcheinander, welches die Schriften von bell hooks auf beatboxing treffen lässt, in der ein Fitness Workout aus weißem Bewegungsmaterial entsteht und Roberto Blanco als König Schwarzer Deutscher Unterhaltungskunst gehuldigt wird. Ihre Master-Abschlussinszenierung PLAYBLACK ist eine Kopie der von Mareijke Amado moderierten Mini Playback Show und bildete den konzeptuellen Nährboden für BEING PINK AIN‘T EASY.
DO 15.10 20:30
FR 16.10 20:30 + AFTERTALK
SA 17.10 20:30
€11 Ermäßigung / €7 Student
€14 Tickets
Tickets
Pink people wanna know if other pink people like hip-hop
how can it still be hip-hop?
That’s like asking, if black people like Dirty Harry
is he still Clint Eastwood?
(aus What is Hip Hop? Greg Tate)
2002 trug der Rapper Cam'ron im Musikvideo zu Hey Ma ein rosafarbenes Bandana unter einem rosa abgesetzten Cap, passend zum rosa Velours-Tracksuit. Die US-Rap-Welt, sonst von performativer Hypermaskulinität durchtränkt, kam nun weich, plüschig und pink daher. Dieser Trend erreichte schnell die Laufstege europäischer Metropolen, hatten doch Afro-Amerikanische Rapper, welche rassifizierte Zuschreibungen von Heterosexualität, Hypermaskulinität und Aggressivität perfekt verkörperten, bewiesen, dass die feminin vergeschlechtlichte Farbe ihrem Image nicht schaden konnte.
Dieser medial-historische Moment ist der Ausgangspunkt für das choreografische Solo BEING PINK AIN’T EASY, das die Fragilität und Machtmechanismen, die sozialen Konstruktionen zu Grunde liegen, sichtbar macht. Die Arbeit ist eine Auseinandersetzung mit dem unstillbaren weißen Begehren nach Schwarzen Ausdrucksformen. Denn neben der Musik liefern uns Künstler*innen ihre Körperlichkeit als konsumierbare Konzepte zur Konstruktion des eigenen Selbst. Kapitalistische Vermarktungslogiken machen Schwarze Ästhetiken zu einer für jede*n verfügbaren performativen Maske. In Everything but the Burden – What white People are taking from Black Culture (2003) beschreibt Greg Tate Hip Hop auch als das ästhetische Nebenprodukt der amerikanischen Dream-Maschinerie, des Konsumkapitalismus und der unterschwelligen Verführung. Weiterführend stellt Tate fest, dass somit die Figur des White N*, des Wigga oder Wangsta in einer langen Traditionslinie mit US-amerikanischen avantgardistischen Künstler*innen der 20er und 30er steht. Deren spätere und präziseste Ausformulierung wird durch die Kunstfigur Eminem verkörpert. BPAE verweist schon im Titel auf Hautfarbe als Konstruktion, die Weiß-Sein als machtwirksamstes Symbol gesetzt hat und durch seine Nicht-Benennung als solches vermeintlich neutral daherkommt. Die Bühnenfigur, der White N*, erfährt in BPAE eine Hyper-Markierung: Sein Pink-Sein nicht von sich weisen könnend ist er mit der schwer aushaltbaren Tatsache konfrontiert Profiteur der weißen Matrix zu sein.
BEING PINK AIN’T EASY sucht nach den Ambivalenzen die zwischen den Abwehrmechanismen wie „white fragility“ (Robin DiAngelo) und Formen kultureller Aneignung verwoben sind.
BIO
Joana Tischkau tanzt. Eine der ersten Erinnerungen daran ist der Moment, bei dem sie zu Kaomas Hit Lambada von 1989 auf einer Kindergeburtstagsparty abdancte. Diese Erfahrung bewegte sie dazu, sich bei der Tanzschule nebenan für Jazzdance, Hip Hop und Videoclip Dancing anzumelden. Später studierte sie Tanz und Schauspiel an der Coventry University in Großbritannien sowie Choreografie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Ihre künstlerische Praxis ist ein hybrides Durcheinander, welches die Schriften von bell hooks auf beatboxing treffen lässt, in der ein Fitness Workout aus weißem Bewegungsmaterial entsteht und Roberto Blanco als König Schwarzer Deutscher Unterhaltungskunst gehuldigt wird. Ihre Master-Abschlussinszenierung PLAYBLACK ist eine Kopie der von Mareijke Amado moderierten Mini Playback Show und bildete den konzeptuellen Nährboden für BEING PINK AIN‘T EASY.
DO 15.10 20:30
FR 16.10 20:30 + AFTERTALK
SA 17.10 20:30
€11 Ermäßigung / €7 Student
€14 Tickets
Links zum Thema
Ort
Beursschouwburg
A. Ortsstraat 20-28
1000 Brüssel
Belgien
A. Ortsstraat 20-28
1000 Brüssel
Belgien
Ort
Beursschouwburg
A. Ortsstraat 20-28
1000 Brüssel
Belgien
A. Ortsstraat 20-28
1000 Brüssel
Belgien