Künstlerresidenzen

Geöffnetes Fenster, Blumen am Fensterbrettt, ein Baum in Herbstfärbung im Hintergrund © Canva

Residenzprogramme für Kulturschaffende sind inzwischen sehr populär geworden. Auch das Goethe-Institut Bulgarien hat im Jahr 2020 an einem Residenzprogramm der Akademie Schloss Solitude als Partner mitgewirkt. Wir wollten wissen, wie sinnvoll solche Aufenthalte sind – für Künstler*innen und für die Gesellschaft – und vor allem, wie Residenzprogramme mit COVID-19 umgehen.

Inspiration in der Fremde

Residenzprogramm Rad.Ost

Rad.Ost © Rad.Ost
RAD.OST
ist ein Residenzprogramm im Rahmen des osteuropäischen Netzwerkprogramms von Schloss Solitude in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Bulgarien und wird von drei unabhängigen bulgarischen Kunstinitiativen realisiert wird — Æther, Radar Sofia und Swimming Pool. Das Programm, das 2020 ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, mehr Aufmerksamkeit auf die kulturelle und künstlerische Produktion aus Südosteuropa zu lenken und einen gegenseitigen, langfristigen Austausch zwischen den teilnehmenden Organisationen und ihren Stipendiant*innen zu ermöglichen. Jedes Jahr erhält ein*e ehemalige*r Artist in Residence der Akademie Schloss Solitude ein dreimonatiges Residenzstipendium in Sofia, während ein*e Künstler*in aus Bulgarien die Möglichkeit bekommt, drei Monate in Stuttgart zu leben und in Schloss Solitude kreativ tätig zu sein.


Residenz „Orpheus“

Am Ende des turbulenten Jahres 2020 hat das Goethe-Institut Bulgarien es nicht versäumt, der Musik eine besondere Beachtung zu schenken – in der ersten, digitalen Ausgabe der Musikresidenz „Orpheus“ stellen wir die Berliner Musiker O.T.T.O. dem bulgarischen Produzenten Puma & The Dolphin vor.


Teilnehmer an der Residenz „Orpheus“

OTTO / Berlin, DE © Florian Reimann
O.T.T.O. | Berlin Der Klang vom Duo um Alexander Arpeggio und Cid Hohner ist frisch und zugleich mit zahlreichen Referenzen elektronischer Orgel-Musik der alten Schule versehen. Die Grundrezeptur ihrer Musik besteht aus dem Zusammenspiel von Orgelklängen, Preset-Rhythmusbegleitung, einem von einer Streichermaschine getragenem Discogefühl und den monophonen Wellen eines 1970er Jahre Synthesizers. Mit ihrem Debut-Album „Over The Top Orchester“ auf dem renommierten Deutschen Indielabel „Bureau B“ ist ihnen 2019 auch der Sprung in die Reihen der meistversprechenden neuen Namen gelungen.

Puma & The Dolphin © Victoria Nesheva
Puma & The Dolphin | Sofia
Das Solo-Projekt von Nikko Names (1000 names), bettet instrumentale, ethnische Klänge in einer warmen und eklektischen Soundkulisse ein. Das Debütalbum von Puma & The Dolphin, die „Primitive“ EP, konzentriert sich auf mystische Grooves, exotische Percussion, sowie einen Dub- und Post-Punk-Ansatz, während das Zweite – „Indoor Routine“ mit einem afro-tribal Sound besticht und dabei beweist, dass der Produzent aus Bulgarien es auch in den dunklen Tagen des ersten Lockdowns geschafft hat, einen leichten, fröhlichen und spielerischen Klang zu entwickeln.

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