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18:30 Uhr

Frauen und Fotografie: Feministische Perspektiven

Vortrag| Dr. Kallina Brailsford

  • Goethe-Institut Bulgarien, Sofia

  • Sprache Bulgarisch

Schwarz‑weißes Foto von zwei Personen in Seitenansicht, die dicht beieinander sitzen und einander zugewandt sind. Beide halten die Köpfe nahe zueinander. Der Hintergrund ist hell und ohne erkennbare Details. © Български Визуален Архив / БВА

Schwarz‑weißes Porträt von drei nebeneinander stehenden Personen im Freien. Die Personen befinden sich dicht beieinander und blicken in Richtung Kamera. Im Hintergrund sind unscharfe Pflanzen und eine Gebäudestruktur zu erkennen. © Български Визуален Архив / БВА

Wie trägt die Fotografie zur Konstruktion von Vorstellungen über Frauen, Familie, Mutterschaft und die geschlechtsspezifische Verteilung häuslicher Rollen bei? Von viktorianischen Porträts und frühen Studioaufnahmen über das Familienalbum, Darstellungen von Mutterschaft, Fürsorge und Hausarbeit bis hin zur Selbstdarstellung, dem Körper als politischem Feld und dem radikalen Selbstporträt enthüllt die Geschichte der Fotografie nicht nur Veränderungen in der Ästhetik, sondern auch in der Art und Weise, wie Frauen sich selbst sehen und gesehen werden.

In ihrem Vortrag verfolgt Kalina Brailsford wichtige Autorinnen, historische Beispiele und zeitgenössische künstlerische Praktiken, von den frühen Experimenten mit dem Porträt bis hin zu den konzeptuellen und performativen Praktiken des 20. und 21. Jahrhunderts, in denen die Kamera nicht nur als Dokumentationsinstrument, sondern auch als Raum für persönliche, soziale und politische Ausdrucksformen fungiert. Der Vortrag betrachtet die Fotografie als Mitwirkende bei der Schaffung vorherrschender Vorstellungen von Weiblichkeit, Familie, Fürsorge und Häuslichkeit, unter anderem durch das Familienalbum als Ort, an dem sich persönliche Erinnerung und soziale Normen vermischen, aber auch als Mittel des Widerstands, der Selbstidentifikation und der kritischen Neuschreibung der visuellen Geschichte.

Als natürliche Ergänzung zur Ausstellung „Reframing Family: Feminist Perspectives Through the Lense“ bietet der Vortrag einen breiteren historischen und theoretischen Kontext, in dem die präsentierten Werke als Teil einer umfassenderen Erzählung über die Präsenz von Frauen, Sichtbarkeit und Autorenschaft in der Kunstgeschichte sowie über die Art und Weise, wie Fotografinnen die vorherrschenden Narrative zu Geschlechterrollen, Familie und weiblichen Stereotypen kritisch hinterfragen und ihnen Widerstand leisten.