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16:00–17:30 Uhr

Nur Brutalität bezeugt die wahre Größe der Liebe

Filmvorführung & Diskussion|Zwei Filme über komplizierte Frauenbeziehungen

  • Goethe-Institut China, Peking

  • Sprache Chinesisch
  • Preis Eintritt frei
  • Teil der Reihe: Programm Lost Contact

Nur Brutalität bezeugt die wahre Größe der Liebe

Nur Brutalität bezeugt die wahre Größe der Liebe

Filmvorführung & Diskussion
Nur Brutalität bezeugt die wahre Größe der Liebe

Zeit: 06.09.2025, 16:00 – 17:30
Künstler: Tao Hui
Moderation: Zhang Hanlu
Sprache: Chinesisch
Ort: Goethe-Institut China
Adresse: Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road No. 2, Chaoyang District, Beijing
Eintritt frei

„Nur Brutalität bezeugt die wahre Größe der Liebe“ ist ein Satz aus Tao Huis jüngster filmischen Arbeit. Handelt es sich hier um ein affektiertes Statement? Oder liegt darin eine Wahrheit, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss? Allerdings, spielt dieser Unterschied überhaupt noch eine Rolle, in unserer so stark von Medien und Show geprägten Zeit? Gehen Intimität und Verletzung nicht ohnehin Hand in Hand? Und was für „Brutalitäten“ ist die wahre Größe der Liebe heutzutage ausgesetzt?

Tao Hui beschäftigt sich in seinen Video-Arbeiten seit vielen Jahren mit Emotionen, zwischenmenschlichen Beziehungen, Bühne und Performance, sowie mit der Frage, wie die Massenmedien unsere emotionalen Muster prägen. Die aktuelle Filmvorführung präsentiert zwei formal und ästhetisch ganz unterschiedliche Arbeiten, die sich jedoch beide mit den komplizierten Beziehungen von Frauen beschäftigen.

Die Nacht der Dreharbeiten (22 Min.): Basierend auf den Dreharbeiten zu einer fiktiven Fernsehshow über Konfliktlösungen werden TV-Klischees, Show-Verhalten und Ausrutscher parodiert. Gleichzeitig zeichnen sich darin die schwelenden Leiden und verborgenen Abgründe zwischen zwei Schwestern ab.

Private City (24 Min.): Der Kurzfilm schildert die zufällige Begegnung eines ehemaligen Liebespaares. Zwischen Zaudern und Trennung, Andeutungen und unterdrückten Gefühlen entfaltet sich ein Nachhall unausgesprochener Emotionen.

Deutsche Übersetzung: Eva Lüdi Kong

Nur Brutalität bezeugt die wahre Größe der Liebe Poster

Projekt „Lost Contact“

„Lost Contact“ versteht sich als Plattform für individuelle Perspektiven, für Geschichten, die vielstimmig und widersprüchlich ein komplexes Bild unserer Gegenwart zeichnen. Sie beleuchtet, wie zwischenmenschliche Verbindungen in einer Zeit hoher Mobilität und tiefgreifender technologischer Durchdringung zugleich vielfältiger und verletzlicher werden. Das Projekt wird sowohl digital als auch analog umgesetzt. In Peking und Guangzhou sind diverse Veranstaltungen geplant. Parallel entsteht eine digitale Publikationsreihe mit Essays, Erzählungen und Reflexionen, die persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Dynamiken verknüpfen. „Lost Contact“ ist Teil des regionalen Kooperationsprojekts „Alleinsein: Einsamkeit & Freiheit“ der Goethe-Institute aus Ost- und Zentralasien

Veranstalter

Goethe-Institut China

Goethe-Institut China

Das Goethe-Institut ist die weltweit tätige kulturelle Institution der Bundesrepublik Deutschland. Das Goethe-Institut China wurde 1988 als erstes ausländisches Kulturzentrum in China gegründet. Seither widmet es sich der Förderung der deutschen Sprache in China und engagiert sich gemeinsam mit seinen chinesischen Partnern für den Ausbau des chinesisch-deutschen Kulturaustausches und der Kooperation in verschiedenen kulturellen Bereichen wie Musik, Tanz, Theater, Film, Bildende Kunst und Architektur.

Das Projekt „Alleinsein: Einsamkeit und Freiheit“ ist ein regionales Projekt der Goethe-Institute in Ost- und Zentralasien. Das Projekt geht davon aus, dass Einsamkeit, Rückzug und freiwillige Isolation zunehmend prägende soziale Phänomene unserer Gegenwart sind, die auch in der Kunstwelt spürbar sind. Mit einem transnationalen, multidirektionalen und diskursiv-künstlerischen Ansatz nähert sich das Projekt diesem vielschichtigen Themenkomplex und macht dabei auch nichtwestliche Wahrnehmungsweisen und Diskurse sichtbar.

Kuratiert von

Social Practice Lab – LOGO

社实 SPL – Social Practice Lab

Das Social Practice Lab (SPL) wurde 2020 am Guangdong Times Museum gegründet und agiert seit 2022 als unabhängige Plattform. SPL initiiert und begleitet engagierte Kunstprojekte im Dialog mit Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen, Institutionen und Communities. Im Fokus stehen Themen wie Urbanisierung, Migration, marginalisierte und lokale Geschichtsschreibung sowie alternative soziale und künstlerische Praktiken.

Partner

单读

Oneway Street Journal - 单读

Das Oneway Street Journal ist eine unabhängige Literaturzeitschrift der Buchhandlung OW Space in Peking. Sie widmet sich literarischen und gesellschaftlichen Stimmen einer neuen Generation global denkender Autor*innen – mit Beiträgen aus den Bereichen Roman, Essay, Lyrik, Drama und Sozialforschung. Das redaktionelle Programm wird durch Podcasts, dokumentarische Formate und Literaturpreise ergänzt.

Visuelle Gestaltung

TURNING TABLE

Der Künstler

Tao Hui

Tao Hui, 1987 in Yunyang bei Chongqing geboren, absolvierte ein Studium am Sichuan Fine Arts Institute im Fach Ölmalerei. Heute lebt und arbeitet er in Peking. In seinen künstlerischen Arbeiten, allem voran Video- und Installationskunst, schöpft er aus persönlicher Erinnerung, visuellen Erfahrungen und Populärkultur, um verdichtend und transformierend neue narrative Formen und Bildstile zu entwickeln.

2015 erhielt Tao Hui am Kunstfestival„Sesc_Videobrasil“eine Sonderauszeichnung im Programmbereich „Panorama do Sul“; 2017 wurde er für den HUGO BOSS ASIA Art Award for Emerging Asian Artists und für den internationalen Wettbewerb des Filmfestivals „KINO DER KUNST“nominiert. 2019 stand er auf der Shortlist des erstmals von M+ Hongkong verliehenen Sigg Prize und 2021 wurde er für den Jimei x Arles Discovery Award nominiert.

Einzelausstellungen von Tao Hui fanden unter anderem im Tai Kwun Contemporary in Hongkong, im Aranya Art Center, im OCAT Xi’an und im UCCA Center for Contemporary Art in Peking statt. Zudem nahmen seine Werke an zahlreichen internationalen Institutionen und Ausstellungen teil, darunter im Centre Pompidou in Paris, im Museo d’Arte Contemporanea di Roma, im Museum der bildenden Künste Leipzig, im Centre d’Art Contemporain Genève, im Kyoto Art Center, im National Museum of Modern and Contemporary Art Korea sowie auf der Shanghai Biennale.