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14:00–15:30 Uhr

Dramatisches Erzählen im Zeitalter der Klimakrise

Lesung und Gespräch|Thomas Köck und sein „paradies spielen“

  • Goethe-Institut China, Peking

  • Sprache Chinesisch, Deutsch
  • Preis Eintritt frei

Dramatisches Erzählen im Zeitalter der Klimakrise © Matt Palmer

Dramatisches Erzählen im Zeitalter der Klimakrise © Matt Palmer

Lesung und Gespräch:
Dramatisches Erzählen im Zeitalter der Klimakrise
– Thomas Köck und sein „paradies spielen“

Partner: Kulturforum der österreichischen Botschaft Peking
Zeit: 19.04.2026, 14:00 – 15:30 Uhr
Sprache: Deutsch, Chinesisch
Gesprächspartner: Thomas Köck, Zhang Deng
Moderator: Robin Mallick
Ort: Goethe-Institut China
Adresse: Originality Square, 798 Art District, Chaoyang District, Beijing
Teilnahme kostenfrei

Im April 2026 erhielt Thomas Köck ein Residenzstipendium des Kulturforums der österreichischen Botschaft Pekingnach China. Aus diesem Anlass lädt das Goethe-Institut China Thomas Köck sowie Zhang Deng, die chinesische Übersetzerin des dritten Teils seiner Klima-Trilogie, „paradies spielen“, am 19. April zu einem Gespräch ein. Unter der Moderation von Robin Mallick, dem Leiter des Goethe-Instituts China, diskutieren sie über dramatisches Erzählen und Übersetzung im Zeitalter der Klimakrise.

Die Klima-Trilogie erzählt von der Ausbeutung von Menschen und Natur im 21. Jahrhundert. Sie endet in der Vereinzelung angesichts des Verlusts gesellschaftlicher Utopien. Mit großen Metaphern, überraschenden Assoziationen und viel Humor begegnet Thomas Köck unserer größten globalen Herausforderung: dem Klima. Köck betrachtet die Gegenwart durch die historische Linse, gelangt so zu verblüffenden Bildern. Seine raumgreifende Sprache, seine Szenarien sind eine erfrischende Provokation für die Bühne, ein ästhetisches, politisches Verfahren. Spätestens mit „paradies fluten“ stellte sich der Oberösterreicher als einer der interessantesten jungen Dramatiker vor. Thomas Köck wurde mehrfach für die „Klima-Trilogie“ ausgezeichnet – zuletzt mit dem Mülheimer Dramatikerpreis, den er auch 2019 für sein Stück „atlas“ erhielt.

„paradies spielen“ist nach „paradies fluten“ und „paradies hungern“ der dritte Teil der Klima-Trilogie von Thomas Köck. Sein kraftvoller Text überspringt die Grenzen zwischen Dramatik, Lyrik und Prosa. Er öffnet einen faszinierenden Assoziationsraum und nimmt eine vehemente, kritische Haltung zu den globalen Migrationsströmen, den Brandherden der Welt und zur grenzenlosen Ausbeutung von Menschen und Natur ein.

Köcks Stück »ist ein wütender Blick auf die Gegenwart, ein überspitztes Lamento, ein erstaunlich kämpferischer Text. Das tut gut … eine der spannendsten Stimmen der Gegenwartsdramatik … Wie Thomas Köck seine Wut über den elenden Zustand der Welt in Worte fasst, ist in jedem Fall stark und berührend.« (nachtkritik)

»Da spricht einer, der sich gegen die Generation auflehnt, die für diese Gegenwart mitverantwortlich ist.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

»Feuer und Eis, Elend und Verzweiflung, Bewegung und Erstarrung sowie die Frage, wie das Böse in die Welt kommt – das und viel mehr schichtet Köck in seinem Drama ineinander und übereinander … In Mannheim nimmt es Marie Bues … fantasievoll mit der Köckʼschen Überwältigungsdramaturgie auf.« (Stuttgarter Nachrichten)

»Es sind gedankentiefe, poetisch aufgeladene Texte, mit denen uns dieser Dramatiker konfrontiert.« (Die Rheinpfalz)

Die Gäste

  • Thomas Köck, geboren 1986 in Steyr, Oberösterreich, ist einer der prägenden Theaterkünstler der Gegenwart, seine Texte werden dort wie international viel gespielt. Seit 2018 entstehen eigene Inszenierungen, musikalische Formate, Drehbücher, Hörspiele und KI-basierte Performances in wechselnden, kollektiven Zusammenhängen für Theater, Museen und Festivals. 2018 und 2019 erhielt er zwei Mal in Folge den Mülheimer Dramatikpreis. 2024 war er mit „forecast : ödipus“ (Regie Stefan Pucher, Staatstheater Stuttgart) für denselben nominiert, sein Buch „Chronik der laufenden Entgleisungen“ stand auf der ORF Bestenliste auf Platz 1. Der Film „Un gran casino“ (Regie Daniel Hoesl), für den Thomas Köck die Originalvorlage geschrieben hat, war 2025 für den CineRebels Award beim Filmfest München nominiert. Die erste Platte der Gruppe the weird & the eerie erschien Anfang 2026 beim Label Fun in the church / staatsakt.

  • Zhang Deng arbeitet als Autorin und Theatermacherin mit Fokus auf interdisziplinären Praxen zwischen Philosophie und Theater. Sie studierte Germanisti und Religionswissenschaft und promovierte in Philosophie. Ihr übersetzerisches Werk umfasst philosophische Originaltexte, zeitgenössische Theaterstücke sowie Kinder- und Jugendliteratur. Zudem ist sie Gründungsmitglied des Berliner Performance-Kollektivs „Nomadic Minutes“, mit dem sie in Berlin und Shanghai aufgetreten ist. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die philosophische Anthropologie und die Philosophie der Gefühle. Ihr besonderes Interesse gilt dabei Themen wie Frauen, Minderheiten sowie dem Autismus-Spektrum.

  • Robin Mallick wurde 1970 in Wuppertal geboren und absolvierte nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann ein Studium der Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien mit Schwerpunkt Spanien/Lateinamerika in Passau und Madrid. Von 2000 bis 2009 war er Festivalleiter beim Filmfest Dresden – Internationales Kurzfilmfestival und in dieser Zeit auch fünf Jahre lang Generalsekretär der European Coordination of Film Festivals, einem europaweiten Netzwerk von 250 Filmfestivals. Von 2009 bis 2015 arbeitete er als Leiter der Programmarbeit in Südasien am Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan New Delhi. Von 2015 bis Juni 2022 war er Leiter des Goethe-Instituts Rio de Janeiro und ist seit September 2022 als Leiter des Goethe-Instituts China in Peking tätig.