Unglaubliche (Un)möglichkeiten: Zrenjanin

Im Rahmen der 14. Biennale des Aquarells in Zrenjanin hat die Arbeitsgruppe des Commons: Vorstellung über eine Institution der Zukunft ihre bisherige Arbeit in Interaktion mit der lokalen Gemeinschaft sowie das eigene Funktionsmodell präsentiert, bei dem die Prinzipien der Gemeinschaftlichkeit, der Demokratie, der Offenheit, der Verantwortlichkeit, der Effizienz, der Wirksamkeit und der permanenten Beteiligung im Vordergrund stehen.

Die Biennale des Aquarells in Zrenjanin wurde als Institution betrachtet, und diese Ausstellung war fruchtbarer Boden für Experimente der Arbeitsgruppe des Projekts COMMONS, für das Hinterfragen der bisherigen Funktionsmodelle innerhalb der Gruppe. Gleichzeitig war diese Ausstellung eine Herausforderung, einige Ideen im öffentlichen Raum in Zusammenarbeit mit den Kulturarbeiter*innen, Aktivist*innen u.a. durchzuführen, mit der Absicht, sich eine Institution der Zukunft vorzustellen, die ihre Akteure nicht ausschließt, sondern sie zu Kommunikation und Dialog, zum gegenseitigen Verständnis, zu Empathie und Solidarität versammelt.

Da der Schwerpunkt der Ausstellung auf öffentlichen Räumen in ganz Zrenjanin lag –Plätze, Hauseingänge, Fassaden, Schaufenster – hat sich die Gruppe mit Aktivitäten im öffentlichen Raum auseinandergesetzt, im Fokus war die Frage der Interaktion mit der Kulturgemeinschaft, sowie Überlegungen, wie könnte man diese in den Prozess der Vorstellungen über die Institutionen der Zukunft einbeziehen (was sich nicht nur auf diese Ausstellung bezog); Institutionen, deren Wände porös und flexibel sind, sodass sie Kulturarbeiter*innen, Künstler*innen und Publikum aufnehmen können. Durch das Ausstellungskonzept wurde die Aufmerksamkeit vom Aquarell auf wesentliche problembezogene Fragen innerhalb des politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens gelenkt, innerhalb dessen wir Kunst schaffen, darstellen und mit ihr kommunizieren. Dabei wurden folgende Fragen gestellt: Wie würden wir Ideen durch Kunst im öffentlichen Raum auf eine Art und Weise kommunizieren, die für alle verständlich ist? Wie verwenden wir die Sprache der Kunst oder den künstlerischen Raum, wie können wir unsere Wirklichkeit in Worten gestalten, wenn die Bedeutung aus dem Verstehensprozess jenes Raumes hervorgeht, der von den Wörtern eingenommen wird und in dem sie widerhallen. Wie kann man sich mit der Biennale des Aquarells in Zrenjanin in einer Zeit der lokalen Krise der Wasserressourcen und der Wasserversorgung in Zrenjanin beschäftigen? Wie und mit wem kann man sich Institutionen der Zukunft vorstellen, begründen, gestalten und aufbauen? Wie kann man sie transparent und zugänglich machen?
 
Ungaubliche (Un)Möglichkeiten.

Die Arbeitsgruppe des Projekts hat ihre bisherige Arbeit durch eine selbstorganisierte Künstlerresidenz in Zrenjanin (vom 6. bis zum 20. September 2021) und die Teilnahme an der Aquarell-Biennale in Zrenjanin (vom 20. September bis zum 28. Oktober 2021) präsentiert. Leiterin der Biennale und Kuratorin der Ausstellung unter dem Titel „Unglaubliche (Un)möglichkeiten: Vorstellungen über eine Institution der Zukunft“ war Katarina Kostandinović, die auch Autorin der ersten Ausgabe des COMMONS-Projekts ist. Die Aquarell-Biennale in Zrenjanin als Institution betrachtend, haben wir diese Ausstellung als fruchtbaren Boden für das Experiment der Arbeitsgruppe des Projekts COMMONS verstanden, um den Fragen der bisherigen Funktionsmodelle innerhalb der Gruppe nachzugehen, sowie als Herausforderung, manche dieser Ideen in Zusammenarbeit mit der lokalen Gemeinschaft im öffentlichen Raum auszuführen. Auf Einladung der Kuratorin haben sich Nora Mesaroš, Jelena Nikolić, Kristina Nikolić, Slavica Obradović und Tamara Spalajković der Gruppe in diesem Prozess angeschlossen.

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