Veranstaltungsreihe

drei Termine

Harun Farocki - Neue Kriege, neue Bilder

Die Kunsthallte Charlottenborg zeigt im Rahmen der Programmreihe die Videoinstallation Neue Traumata - Das Schlachtfeld und die menschliche Psyche © Harun Farocki

Die Kunsthallte Charlottenborg zeigt im Rahmen der Programmreihe die Videoinstallation Neue Traumata - Das Schlachtfeld und die menschliche Psyche © Harun Farocki

Im Herbst präsentiert die Kunsthalle Charlottenborg eine Programmreihe über den deutschen Filmemacher Harun Farocki. Anhand von drei Filmen Farockis wird untersucht, wie Kriegsbilder unsere Wahrnehmung der Realität verändern. In Podiumsgesprächen mit Wissenschaftler*innen und Expert*innen wird aufgezeigt, wie Bilder und Medien einerseits eine dokumentarische Funktion haben und andererseits ein Instrument sein können, das zur Manipulation eingesetzt wird. Die Kriegsberichterstattung ist also immer auch eine Interpretation und Wertung des Kriegsgeschehens.

Harun Farocki (1944-2014) wandte sich gegen den Krieg in allen Formen. Er entwickelte eine eigene künstlerische Sprache, um die Bilder zu analysieren, die wir von den Kriegen und politischen Aufständen der letzten 50 Jahre kennen – Bilder vom Holocaust, dem Vietnamkrieg, der iranischen Revolution, der rumänischen Revolution und den Golfkriegen. Bilder, die wir zumeist auf Bildschirmen sehen und die einen größeren Einfluss auf uns ausüben, als uns bewusst ist. Aber auch Bilder, die das Ergebnis technologischer Entwicklungen sind. Diese Entwicklungen deckt Farocki durch einen experimentellen Dokumentarstil auf: Eigene Aufnahmen werden mit Bildern aus Massenmedien, Überwachungskameras, politischer Propaganda und Computersimulationen kombiniert. Diese einzigartige Verbindung von Fiktion und Dokumentation und sein essayistischer Ansatz beim Filmemachen haben Harun Farocki zu einem der ungewöhnlichsten Künstler im Bereich des Dokumentarfilms gemacht.

Die Programmreihe wird von dem Philosophen Morten Bønke Pedersen und dem Kunsthistoriker Philip Pihl organisiert und vom Goethe-Instituts Dänemark und der Beckett-Stiftung unterstützt.