Allegro Pastell

Karhupuisto Film Festival|Der Film Allegro Pastell feiert seine Premiere beim Karhupuisto Film Festival

  • Karhupuisto, Helsinki

Filmstill Allegro Pastell © Felix Pflieger

Filmstill Allegro Pastell © Felix Pflieger

Das Karhupuisto Film Festival kehrt vom 7. bis 13. September zurück. Auch in diesem Jahr erwartet das Publikum Freiluftvorführungen sowie neue internationale Spitzenfilme, die an mehreren Spielstätten gezeigt werden

Beim Festival ist der Film Allegro Pastell zu sehen, der auf dem gleichnamigen Roman von Leif Randt basiert.

Vorführzeiten
Samstag, 12.9., 20:00 Uhr – Teltta
Sonntag, 13.9., 16:30 Uhr – Alō

Regisseurin Anna Roller wird bei der Vorführung anwesend sein. In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Finnland.

Allegro Pastell

Allegro Pastell, das im Karhupuisto seine Nordische Premiere feiert, greift Themen auf, die auch vielen Bewohnerinnen und Bewohnern des Helsinkier Stadtteils Kallio vertraut sind: freiberufliche Arbeit, offene Beziehungen sowie die Auseinandersetzung mit Identität und Zukunftsplänen.
Die romantische Millennial-Geschichte basiert auf dem in Deutschland viel beachteten Bestseller von Leif Randt und führt in den Sommer 2018 sowie in eine turbulente Beziehung: Die 33-jährige Tanja ist Schriftstellerin in Berlin, der 35-jährige Jerome ein Webdesigner, der kürzlich wieder in die Wohnung seiner Eltern nahe Frankfurt zurückgezogen ist.

Anfangs funktioniert die Fernbeziehung gut. Der Kontakt wird ganz im Stil des Jahres 2018 über lange E-Mails gepflegt, und wenn die beiden sich treffen, lodert die Leidenschaft. Die Situation spitzt sich an Tanjas Geburtstag zu, als Jerome ihr eine eigens für sie gestaltete Website schenkt.
Der Titel Allegro Pastell verweist auf eine existenzielle Transformation: Das Tempo der Zwanzigerjahre lässt langsam nach, und zu den grellen Farben gesellen sich sanftere Pastelltöne. Dennoch bleibt die Vorstellung eines sesshaften Lebens beunruhigend.

Von den Clubs und Parks Berlins über die Straßen Frankfurts bis nach Lissabon gleitet der Film in eindrucksvollen Bildern durch verschiedene Schauplätze. Die Kameraarbeit von Felix Pflieger, das Szenenbild von Lena Müller und Luisa Rauschert sowie das Kostümdesign von Belle Santos schaffen starke visuelle Kontraste, vor denen sich die vielschichtigen Emotionen der Figuren entfalten.

Der von Max Rieger komponierte Ambient-Soundtrack verbindet sich mit dem Zeitgeist von Eurodance, Robyn sowie den House-Beats von Roman Flügel und Gerd Janson.

Die in Deutschland derzeit stark aufstrebende Regisseurin Anna Roller wird ihren Film persönlich vorstellen. Sein Antrieb ist eine sanfte Nostalgie für eine Zeit, in der Kater weniger schlimm waren, die Zukunft weniger Sorgen bereitete und die Welt noch einfach und nachvollziehbar erschien. Vielleicht werden wir eines Tages mit einer ähnlichen Sehnsucht auf den Herbst 2026 zurückblicken.

Karhupuisto Film Festival © Karhupuisto Film Festival