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Kunst
Farben und Klänge in Etza Meisyaras Performance

Ausgabe AMAN (Agenda Seniman) Goethe-Institut Bandung - mit Etza Meisyara
Ausgabe AMAN (Agenda Seniman) Goethe-Institut Bandung - mit Etza Meisyara | © Etza Meisyara

Etza Meisyara wurde engagiert, um das Programm der Agenda Seniman #AMAN zu füllen. Sie berichtete nicht nur über ihre Studienerfahrungen und künstlerische Erkundungen, sondern präsentierte auch eine Klangperformance, bei der eine Vielzahl von Materialien und Objekte verwendet wurden. Eksplorasi Seni Intermedia (Intermedia Art Exploration), so lautet der Titel der #AMAN Agenda Seniman Ausgabe von Etza Meisyara, einer 1991 geborenen Künstlerin aus Bandung. In der Beschreibung ihrer Arbeitsprozesse und ihrer Interessen hob sie den Begriff Intermedia hervor. Was ist intermediale Kunst? Wie wird die intermediale Kunst heute zum Schwerpunkt von Etza Meisyaras Werken?

Fluxus, Intermedien und Etzas Agenda


Ausgabe AMAN (Agenda Seniman) Goethe-Institut Bandung - mit Etza Meisyara Ausgabe AMAN (Agenda Seniman) Goethe-Institut Bandung - mit Etza Meisyara | © Etza Meisyara In den dunklen Schattierungen bläulichen Lichts füllte und verbreitete sich allmählich die atmosphärische Klangkomposition im ganzen Raum. Etza richtete ihre Klangshow ein, genau zwischen den drei Schüsseln auf einem kleinen Tisch und einem Regal mit einer Vielzahl von arrangierten Materialien und Geräten. Auf der obersten Ebene hingen zwei Metallplatten, während in der Mitte des Regals eine flache Scheibe und eine Metallplatte hingen. Unten im Regal befand sich ein elektronisches Gerät, das den größten Teil der Beschallung von Etza an diesem Abend steuerte. Die Metallplatten schlagen und reiben, die Tasse mit Wasser füllt sich, Farbstoffe tröpfeln, lassen sowie die Metallplatten und -scheiben verbrennen. Jede Aktivität, die Etza ausführte, wurde moduliert und verstärkt, um eine verträumte, chaotische Atmosphäre zu erzeugen. Eine Show, die ungefähr zwölf Minuten dauerte, bot am Anfang Ruhe und am Ende Spannung.


Etzas Experimente sind in Ambient-, Industrie- und sogar Geräuschmusik eingebettet. Was möchte Etza vermitteln?

Über den Instagram Account des Goethe-Instituts Bandung teilte Etza ihre Ideen und ihre künstlerischen Werke mit. Ihr Interesse an energieausbreitenden Medien, in diesem Fall Klang und Farbe, hat sie dazu gebracht, verschiedene Prozesse des Kunstschaffens zu erforschen. Etza, die ihr Studium am Technologischen Institut Bandung mit dem Schwerpunkt Intermediale Künste abgeschlossen hatte, nannte Nam June Paik, John Cage und Yoko Ono (alle drei waren in den 1960er Jahren Vertreter der Fluxus Bewegung) als größte Inspiration für ihre Arbeit.

Gegründet von George Maciunas, einem amerikanischen Künstler litauischer Herkunft, ist Fluxus eine internationale Bewegung, die den Begriff intermediale Kunst bekannt macht. Die künstlerische Idee nutzt das interdisziplinare Zusammenwirken für eine Vielzahl von Innovationen und Neuheiten in der Kunstproduktion. Performancekunst und Videokunst sind zwei der vielen künstlerischen Varianten, die durch das Entstehen von Fluxus initiiert wurden. Fluxus versucht ebenfalls die Beziehung zwischen Kunst und Leben in Frage zu stellen, wobei er oft nicht einmal zwischen den beiden unterscheidet. Der Einfluss der Kunst und des täglichen Lebens von Fluxus beeinflusste Etza in gewissem Maße bei der Auswahl von Objekten oder Materialien bei der Entwicklung ihrer Werke.

Wie Etza erklärte, wurde ihr Auftritt für die Agenda Seniman Goethe-Institut von John Cages Auftritt gegen Ende der 1950er Jahre mit dem Titel WaterWalk beeinflusst. Eine Show, in der viele Alltagsgegenstände verwendet wurden, von einer mit Wasser gefüllten Badewanne bis hin zu Küchenmöbeln. John Cage, der auch für seine 4’33’’ Komposition berühmt ist, führte bei WaterWalk zahlreiche ‘klingende’ Aktivitäten durch Alltagsgegenstände aus. In der Dokumentation einer Fernsehshow warf John Cages Performance eine Vielzahl von Fragen auf. Was für eine Aufführung oder Komposition ist das?

Im Gegensatz zu John Cages WaterWalk, dem ein schnelles und kurzes Tempo mit klaren Klangartikulationen zugrunde liegt, war das Tempo Etzas Show langsamer durch vielschichtige Klangartikulationen. John Cage betonte die Farben und Klangstrukturen verschiedener Objekte und Materialien, während Etza eine Klangverstärkung und –modulation (in Verbindung mit Umgebungsmusik) durchführte, wodurch die klingenden Objekte und Materialien in ihrer Performance verschwommen wirkten. Das Publikum dürfte von der von Etza erzeugten Klangatmosphäre mitgerissen worden sein, möglicherweise aber auch ein wenig verwirrt durch die Geräuschkulisse, die durch die verschiedenen sich überlappenden Klänge erzeugt wurde.

Etzas Materialauswahl und Produktionsprojektion


Ausgabe AMAN (Agenda Seniman) Goethe-Institut Bandung - mit Etza Meisyara Ausgabe AMAN (Agenda Seniman) Goethe-Institut Bandung - mit Etza Meisyara | © Etza Meisyara Das Material Metall dominiert die Objekte, die Etza in der Show präsentierte. In diesem Zusammenhang gab Etza bekannt, dass sie seit ihrem Studium am Technologischen Institut Bandung mit Materialien aus Metall experimentiert. Der Oxidationsprozess von Metallen weckte in letzter Zeit ihr Interesse, nachdem sie bereits zu Beginn ihrer künstlerischen Karriere Braille-Buchstaben auf Metall aufgebracht hatte. Etza, die die Möglichkeit hatte, am Studentenaustauschprogramm der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig teilzunehmen, bevor sie 2016 ihren Master am Technologischen Institut Bandung abschloss, nutzte ihre Liebe zur Musik, um später eine Klangerkundung in Form von Performances und Installationen zu entwickeln. Etza hat an internationalen Künstlerresidenzprogrammen in Ländern wie England, Island und Frankreich teilgenommen. Ihre Erfahrungen bei den Studien, Ausstellungen und Residenz haben die Charakteristik ihrer heutigen Werke geprägt.

Oxidation und Klang breiten sich durch das Metall aus. Etzas Performance im Agenda Seniman Goethe-Institut bot ein Spektrum der Erforschung der Künstlermedien durch die Mischung von physikalischen Phänomenen, Chemie und der Idee der Harmonie. Insbesondere betonte sie den Dualismus zwischen dem Chaos und dem Strukturierten, dem Dunklen und dem Hellen, zwei Gegensätze, die auftreten müssen um Harmonie zu erreichen. Eine Idee, die Etza schon mehrfach zum Ausdruck brachte. Eine davon ist eine Performance mit dem Titel The RhythmofTragedy (2019) am Goethe-Institut Jakarta im Rahmen des International Media Arts Festival Instrumenta #2: Machine/Magic.
In der Show brachte Etza die Idee ein, den Urknall oder Big Bang als Anfang des Lebens festzulegen. Der Klang ist der Anfang des Lebens. Klang als physikalisches Phänomen wurde später zu einem der Hauptmedien in den Werken von Etza.
 
Mit der Programmreihe #AMAN Agenda Seniman Goethe-Institut versuchte Etza Meisyara als Künstlerin, die während der COVID-19-Periode nicht aufhörte zu arbeiten, ihr Interesse und ihre Angst durch das Verarbeiten verschiedener Medien in ihren Werken zum Ausdruck zu bringen. In ihrer Vorstellung lud Etza das Publikum dazu ein, eine Reihe von Situationen und Nuancen zu erkunden, um Erleuchtung im Sinne von Harmonie und Innovation zu erreichen. Farben und Klänge symbolisierten die Bemühungen der Künstlerin, auf die aktuelle Situation zu reagieren.

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