Tanz Interview mit Iswanto Hartono

Iswanto Hartono
© Goethe-Institut Indonesien/ Ajeng Putri

Iswanto Hartano spricht über seine Beteiligung in der Tanzproduktion Volution / Groove Space, die von dem deutschen Choreographen Sebastian Matthias entwickelt wurde.

Iswanto Hartano spricht über seine Beteiligung in der Tanzproduktion Volution / Groove Space, die von dem deutschen Choreographen Sebastian Matthias entwickelt wurde.

Sie sind Designer mit einem Hintergrund in Architektur. Was war Ihr erster Eindruck, als Sie dazu eingeladen wurden, einen Choreographen zu tre¥en und mit ihm zusammenzuarbeiten?

Eigentlich fand ich meinen ersten Kontakt zur Welt der Kunst, als ich mit einer Gemeinschaft von Performern zusammenarbeitete. Nach dem Architekturstudium an der Tarumanagara Universität in Jakarta (UNTAR) habe ich Kunst am Institut Kesenian Jakarta (IKJ) studiert. Allerdings habe ich meinen Abschluss nicht gemacht, weil ich nur zwei Jahre geblieben bin. Danach erhielt ich ein Stipendium, mit dem ich urban politics in Indien studieren konnte. Während ich am IKJ war, kam es dazu, dass ich mit Suptrapto Suryodarmo und Agoes Jolly arbeiten konnte, die meiner Meinung nach die Pioniere der performance art in Indonesien sind. Durch sie traf ich weitere Künstler, wie Halim und Budi Otong. Als Sebastian Matthias mich also zu einem Tre‘en einlud, waren wir schlussendlich in der Lage über ein Werk zu reden, das in Jakarta gemacht wird. Aufgrund meiner vorherigen Erfahrung war ich sofort interessiert, obwohl es schon eine Weile her war, dass ich mich einem Projekt solcher Art gewidmet habe.

Basierend auf Ihrer Diskussion mit Sebastian Matthias haben Sie bislang für das Konzept des „künstlichen Parks“ Montagearbeiten gemacht. Wenn ich mir Ihre Geschichte anhöre, erinnere ich mich, dass Sie vorher schon an einigen Werken gearbeitet haben, die ein ähnliches Thema hatten. Warum sind Sie so interessiert an „Parks“, vor allem an künstlichen Parks mit Pflanzen, die aus Plastik gemacht wurden?

Es ist wahr, ich habe mich mit diesem Thema schon vorher befasst und bin immer noch daran interessiert. Warum ausgerechnet das Konzept eines Parks? Vielleicht gibt es hier eine Verbindung zu meinem Hintergrund in Architektur. Als Architekt bin ich dazu angehalten, mich an Formen zu bedienen, die schon existieren: Ich widme mich gebräuchlichen Objekten, in dem Sinne, dass jene nicht das Werk eines reinen Künstlers sind. Normalerweise sind Objekte dieser Art in Massen angefertigt und leicht zu bescha‘en. Ich selbst bin kein echter Künstler, ich habe keine entsprechende Ausbildung im erweiterten Sinne, ich bin nicht jemand, der seine Arbeiten auf Ästhetik abstimmt oder seine eigenen Gefühle durch seine Kunstwerke ausdrückt. Aber ich habe eine bestimmte Liebe zu Spielsachen, besonders zu jenen, die man auseinander- und wieder zusammenbauen kann, jene, die man zu etwas anderem formen kann.

Haben Sie auch in Indonesien Situationen erlebt, die Ihr Interesse zu solch, wie Sie vorhin erwähnten, “gebräuchlichen” Objekten, verstärkt haben?

Da gibt es einige, ja. Um das in einen sozialen Kontext zu betten, beziehe ich mich auf die heutigen Massen: Wir haben die Tendenz dazu, alles was in dieser modernen Welt künstlich ist, in Massen zu produzieren. Ich kann mich hier auf das stützen, was ich bei dem Betreten der Mangga Dua Mall erlebe. Manche kopierte, „künstliche“ Sachen kommen dem Original sehr nahe, während es andere wieder nicht tun.

In der Tanzproduktion von volution/ groove space haben Sie neben Sebastian Matthias und deutschen Tänzern auch mit anderen indonesischen Künstlern wie Irwan Ahmett, Cut and Rescue und dem Modedesigner Didiet Maulana gearbeitet. Wie bewerten Sie diese unterschiedlichen Konstellationen und die Möglichkeit zur Kollaboration? Sind sie vielleicht beunruhigt, dass das, was Sie gemeinsam kreieren für andere nicht leicht zugänglich sein könnte?

Eigentlich würde ich auch gerne wissen, warum Sebastian sich dazu entschieden hat, in letzter Minute mit uns allen zusammenzuarbeiten! (lacht). Um ehrlich zu sein, habe ich schon mehrmals mit all diesen Künstlern zusammengearbeitet, bis auf Didiet Maulana. Aber ich denke nicht, dass ich mir Sorgen um unsere Zusammenarbeit machen muss. Tatsächlich macht es mehr Spaß mit Menschen zu arbeiten, mit deren Arbeitsgewohnheiten und künstlerischer Einstellung man bereits vertraut ist. Ich bin sehr interessiert daran, die Ergebnisse all unserer Diskussionen zu sehen, unserer Tre‘en während der Produktionsphase und natürlich auch der finalen Au‘ührung.