Anlässlich des Europatags am 9. Mai präsentiert EUNIC Ireland (European Union National Institutes for Culture) das Kurzfilmprogramm der EUNIC Short Shorts from Europe 2021 in Dublin, Cork und online. Die Auswahl besteht aus europäischen Kurzfilmen der Genres Action, Komödie, Animation und Drama aus den Heimatländern von zehn EUNIC Ireland-Mitgliedern.
Gemeinsam formen die Beiträge der teilnehmenden Länder Österreich, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, Polen, Portugal, Spanien und dem Vereinigten Königreich ein vielfältiges Programm von innovativen, zeitgenössischen Regisseur*innen. Ergänzt werden die Kurzen Kurzfilme durch Beiträge des Cork International Film Festival, des Irish Film Institute und der Limerick School of Art and Design. Der deutsche Beitrag ist der preisgekrönte Kurzfilm "Revolvo" von Francy Fabritz (2019).
British Council präsentiert "The Chippie" von Louis Norton Selzer Spielfim, Horror - UK - 2020 - 7' - Englisch
(C) Film Still "The Chippie"
Deon Williams ist verschwunden. Seine Freunde haben ihre Theorien darüber, wer für das Verschwinden verantwortlich sein könnte, und führen es immer wieder auf die Autoritätspersonen zurück, die ihnen das Leben schwer machen. Doch ein Verdächtiger sticht besonders hervor - der zwielichtige Besitzer der heruntergekommenen Pommesbude. Deons Bruder Junior beschließt, dort hinzugehen und die Wahrheit herauszufinden.
Louis Norton Selzer ist halb Amerikaner, aber gebürtiger Londoner mit schwarzem Humor und einer Vorliebe für das Absurde. Seit 2015 arbeitet er als freiberuflicher Regisseur/Redakteur mit einem Schwerpunkt auf das Schreiben und Inszenieren von Erzählungen. Sein jüngster Film, "The Chippie", wurde 2019 vom BFI Network Kurzfilmfonds gefördert.
Polnische Botschaft präsentiert "Story" von Jola Bańkowska Animation - Polen - 2019 - 5' - ohne Dialog
(C) Film Still "Story"
"Story" ist eine Reflexion über den modernen Menschen im Zeitalter der allgegenwärtigen Technologie. Wir sehen Menschen beim Durchschauen von Storys – eine beliebte Tätigkeit auf vielen Social-Media-Plattformen –, die ihrer Lebensrealität einsam, verloren oder gleichgültig gegenübertreten. Die Handlung spielt sich an einem Tag ab und wird in kurzen, oft (auto)ironischen Szenen erzählt, in denen die virtuelle Welt in der Realität versinkt.
Jola Bańkowska (1992) ist eine polnische Regisseurin und Animatorin, die in London lebt. Sie studierte Grafik-Design mit Spezialisierung auf Animationsfilm an der Kunstakademie in Warschau. Ihr Debütfilm "Story" wurde auf der 69. Berlinale uraufgeführt, gewann anschließend Preise in Jordanien, Frankreich, Griechenland und Polen und läuft derzeit auf zahlreichen Festivals in aller Welt.
Istituto Italiano di Cultura präsentiert "Correre" von Nicholas Bertini Animation - Italien - 2020 - 3'59" - englische Untertitel
(C) Film Still "Correre"
Es braucht eine ruhige Hand, um einen gelungenen Lauf auszuführen. "Correre" (italienisch für "rennen") ist nicht nur eine Handlung, es ist ebenso ein Wort. Hierbei sind Handschrift, Buchstaben, Kursiv- oder Großbuchstaben die charakteristischen Merkmale dieses Wort-Laufs. So wird zwar niemand zu einer schönen Handschrift gezwungen – vielleicht ist diese jedoch die einzige Möglichkeit, nicht über unsere eigenen Worte zu stolpern.
Das Werk von Nicholas Bertini (1987) ist durch eine beständige Suche nach visuellen und audio-visuellen Experimenten gekennzeichnet. Seine Aufmerksamkeit zielt darauf ab, die Merkmale zu erkennen und zu entschlüsseln, welche die neuen, visuell-experimentellen Alphabete kennzeichnen. Seit 2014 produziert er Animations- und Experimentalfilme, diese bestimmten seine Forschung.
Irish Film Institut präsentiert "Ciall Cheannaigh" von Mike Lawlor mit der Guinness Film Society Film Group Dokumentarfilm - Irland - 1969 - 11'50" - ohne Dialog
(C) Film Still "Ciall Cheannaigh"
Ciall Cheannaigh (irisch für "shopping sense") fängt die Strukturen des Vorstadtlebens der 1960er Jahre in Dublins erstem Einkaufszentrum außerhalb der Stadt ein. Im Stil des Cinema Verité zeichnet der Film einen Tag in den Dunnes Stores in Cornelscourt, im Süden der Grafschaft Dublin, auf - vom Eintreffen der ersten Kund*innen in der Morgendämmerung bis zu den letzten, die das Geschäft in der Abenddämmerung verlassen. Begleitet wird der Film von der Musik des traditionellen irischen Musikers Dónal Lunny.
Die Guinness Film Society Film Group, ein Ableger der Guinness Film Society (die in den frühen 1950er Jahren zu dem Zweck entstand, ihren Mitgliedern Filme jenseits des Mainstreams zeigen), wurde im Februar 1968 gegründet. Die Gruppe, der unter anderem Mitarbeiter der Guinness Brauerei angehörten, drehte zwischen 1968 und 1971 vier kurze Dokumentarfilme, für die sie mehrere Preise erhielten.
Limerick School of Art and Design in Zusammenarbeit mit dem Richard Harris International Film Festival präsentiert "Tatiana" von Marta Di Giovanni Dokumentarfilm - Irland/Italien - 2021 - 6'22"
(C) Film Still "Tatiana"
Tatiana ist ein kurzer Dokumentarfilm, der von Erinnerungen handelt und davon, wie diese Erinnerungen in etwas Greifbares und Kreatives verwandelt werden. Es ist eine Geschichte, die den künstlerischen Lebensweg der sibirischen Fotografin, Tatiana Evonuk, und ihre tiefe Verbindung zur Kunst erzählt. Die Handlung wird aus der Sicht von Tatiana Evonuk erzählt, die den gesamten Dokumentarfilm mit ihrer Off-Stimme begleitet.
Marta di Giovanni studiert Fernseh- und Filmproduktion im dritten Jahr. Sie lässt sich vom alltäglichen Leben und von Begegnungen mit Menschen inspirieren und versucht, sich mit den Geschichten anderer zu identifizieren. Mystik und düstere Stimmung, das Spiel mit Verstand und Wahrnehmung der Menschen sowie ‚open endings‘, in die jede*r seine/ihre eigenen Erfahrungen mit einbringen kann, sind dabei die große Leidenschaft der Filmemacherin.
Das Kurzfilmprogramm wird präsentiert von EUNIC European Union National Instituts for Culture.