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Berlinale Blogger 2018
Blue Wind Blows

Blue Wind Blows
© Tetsuya Tomina

In Tetsuya Fuyens erstem Spielfilm folgt man einem Jungen auf geheimnisvoller Spurensuche in der Einöde Sados, einer ablegengen Insel zwischen Japan, Korea und Russland.

Freitag, 23. Februar, 13:30 Uhr
Tetsuya Fuyens Blue Wind Blows (2018) feierte auf der diesjährigen Berlinale seine Uraufführung. Er wurde in der Kategorie „Generation“ gezeigt, die vor allem einem jüngeren Publikum einen besseren Zugang zum Film verschaffen möchte und in der Tat waren im Kinosaal nicht wenige Kinder unter den Zuschauern.

 
zwischen Japan, Korea und Russland

Ao wohnt mit seiner Mutter in einer kleinen Stadt auf der Insel Sado. Aos Vater ist auf dem Weg, um ihm ein Geburtstagsgeschenk zu kaufen, plötzlich verschwunden. "Ob ihn wohl ein Ungeheuer erwischt hat?" fragt sich Ao. Seine Mutter wartet täglich auf die Rückkehr ihres Ehemannes. Ihr Kindheitsfreund Amano ist seit jeher heimlich in sie verliebt, doch in einer so kleinen Stadt, in der sich jedes Gerücht wie ein Lauffeuer verbreitet, wagen sie es nicht, sich näher zu kommen. Wer auf dieser Insel zwischen Japan, Korea und Russland lebt, der entwickelt schnell ein Gespür für die feinsten Nuancen. Hier in der Millionenstadt Berlin im fernen Deutschland, kann einem leicht auch unbemerkt ein Prominenter über den Weg laufen. Im Vergleich mit solcher Anonymität ist das Leben auf einer kleinen Insel etwas ganz anderes. „Wie sieht nur die Zukunft unserer Kinder in einer so durcheinander geratenen Welt aus?“ fragt sich Aos Großvater. Kann man auf einer abgelegenen Insel aufwachsen und problemlos in eine globalisierte Gesellschaft eintreten?

 
eine Welt jenseits von Ungeheuern

Sayoko, Aos Klassenkameradin, wird regelmäßig von drei Mädchen gequält. Als eine Art Protestreaktion darauf, beginnt Sayoko, Bücher aus der Schulbücherei zu stehlen, wobei sie Ao erwischt. Sayako kann Aos Familienprobleme verstehen, hat sie selbst doch mit ähnlichen Sorgen zu kämpfen und freundet sich mit ihm an. Furchtlos laufen sie zusammen dem Seewind entgegen durch das verarmte Dorf und die weite Ebene der grünen Insel.
 
Doch ist Sayoko selbst vielleicht ein Kind aus einer anderen Welt, in die sie zurückkehren muss? Und war es wirklich ein Ungeheuer, dass Aos Vater mit sich genommen hat?
 
Beim anschließenden Q & A gibt der junge Regisseur einen Einblick in die geheimnisvollen Fragestellungen. „Ich selbst habe das Gefühl gehabt, er wäre nicht wirklich 'weg'“ - bechreibt er seine Reaktion auf den Tod seines Vaters. So verbindet sich in seinem Film nicht von ungefähr die Realität des Verschwindens mit der Vorstellung von einem unsichtbaren Ungeheuer: „Es geht um das, was man sehen kann – und um das, was man nicht sehen kann" - und das auf eine sehr poetische Art und Weise.

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