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Kakehashi-Literaturpreis© Goethe-Institut Tokyo / Nele Brönner

Kakehashi-Literaturpreis

Der Kakehashi-Literaturpreis wird seit 2013 alle zwei Jahre durch das Goethe-Institut Tokyo und das Unternehmen Merck KGaA verliehen, um die deutschsprachige Gegenwartsliteratur und ihre Übersetzungen in Japan zu fördern.

Die nächste Ausschreibung des Kakehashi-Literaturpreises ist geöffnet ab Herbst 2023.


Über den Preis

Der Preis wird seit 2013 alle zwei Jahre ausgelobt. Die Übersetzer*innen schlagen dabei deutschsprachige Autor*innen zur japanischen Übersetzung vor, deren literarische Werke sich mit Themen der Gegenwart auseinandersetzen. Der mit insgesamt 20.000 Euro dotierte Kakehashi-Literaturpreis dient der Auszeichnung herausragender Autor*innen, deren literarische Arbeit für eine japanische Leserschaft entdeckt werden soll, aber auch den Übersetzer*innen und Verleger*innen für ihre besondere Rolle im kulturellen Austausch.

Merck Merck ist ein führendes deutsches Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie. Als lebendige Gemeinschaft von Spezialisten entwickeln wir Technologien für ein besseres Leben und liefern hochwertige, spezialisierte Produkte in den Bereichen Healthcare, Life Science und Electronics. Der Kakehashi-Literaturpreis ist einer von derzeit fünf Literaturpreisen, mit denen das Unternehmen Literaturförderung weltweit unterstützt.
 
Goethe-Institut Logo grün horizontal © Goethe-Institut Das Goethe-Institut e.V. ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Wir fördern die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland und pflegen die internationale kulturelle Zusammenarbeit. Wir vermitteln ein umfassendes Deutschlandbild durch Information über das kulturelle, gesellschaftliche und politische Leben in unserem Land. Unsere Kultur- und Bildungsprogramme fördern den interkulturellen Dialog und ermöglichen kulturelle Teilhabe. Sie stärken den Ausbau zivilgesellschaftlicher Strukturen und fördern weltweite Mobilität. In über 90 Ländern sind wir Partner für alle, die sich aktiv mit Deutschland und seiner Kultur beschäftigen und arbeiten eigenverantwortlich und parteipolitisch ungebunden.


Preise der vergangenen Jahre

Preisträger*innen Kakehashi-Literaturpreis 2022 © Goethe-Institut Tokyo Der diesjährige Kakehashi-Literaturpreis geht an den Schriftsteller Artur Becker und die japanische Übersetzerin Dr. Tsuzuko Abe. Unter sieben Einreichungen hat die Jury Artur Beckers Roman "Drang nach Osten" ausgewählt.
Artur Becker wurde 1968 geboren als Sohn polnischdeutscher Eltern in Bartoszyce (Masuren). Seit 1985 lebt er in Deutschland. Er schreibt Romane, Erzählungen, Gedichte und Aufsätze, auch ist er als Übersetzer tätig. Artur Becker ist Mitglied im P.E.N.- Zentrum Deutschland und im Exil-P.E.N.-Club sowie im Verband deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di. Artur Beckers Werk wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis 2009, dem DIALOG-Preis der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband e.V. 2012und mit zahlreichen Aufenthaltsstipendien im Ausland, u.a. in New York, Venedig, Santiago de Chile. 2020 wurde ihm die ChamissoPoetikdozentur verliehen. Der Roman Drang nach Osten erschien 2019 im weissbooks Verlag, Frankfurt am Main.

Dr. Tsuzuko Abe studierte mit dem Rotary-Stipendium an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (1992-93), dann mit dem Stipendienprogramm der polnischen Regierung an der Universität Warschau (1995-97), gefolgt von einem Studium an der European University Viadrina Frankfurt (Oder) (1997-2001) als DAAD-Stipendiatin. Nach ihrer Rückkehr nach Japan arbeitete sie als Justizdolmetscherin und ist seit 2016 Lehrkraft für Deutsch an der DoshishaUniversität in Kyoto.2010 wurde sie für die Übersetzung von Alissa Walsers Am Anfang war die Nacht Musik mit dem 2. Preis des Literarischen Übersetzungswettbewerbs des Goethe-Instituts Japan in Tokyo ausgezeichnet. 2019 promovierte sie mit einer Arbeit zum Thema „Die Erosion der ‚Modellregion‘ – Der politische Rechtsrutsch in Polen und die deutsche Minderheit“. 
„In seinem Roman Drang nach Osten begibt sich der deutsch-polnische Autor Artur Becker auf die Spurensuche seiner Großeltern im ostpreußischen Masuren. Durch sein virtuos-einfühlsames Erzählen bringt er die Erfahrung eines Grenzgängers im 21. Jahrhundert mit jener der Grenzgebietsbewohner Nachkriegspolens ins Gespräch. Sein Roman zeigt den Lesenden, wie sorgsam man mit der Vielschichtigkeit der Geschichte umgehen kann, um daraus eine kritische, offene, europäische Identität zu stiften. Die Übersetzerin Dr. Tsuzuko Abe, die nicht nur in Deutschland, sondern auch in Polen studierte und sich mit der Sprache und Kultur von beiden Ländern auskennt, stellt eine ideale Vermittlerin dieses anspruchsvollen Europabuches dar. Der Blick auf die Beziehung zwischen Osteuropa und Deutschland ist auf dem japanischen Buchmarkt noch zu selten vertreten und von brisanter Aktualität. Der Roman kann seinem japanischen Publikum damit einen neuen Horizont eröffnen, der langfristig an Bedeutung gewinnt. Die Jury befand das Übersetzungsprojekt, das es schafft, auf verschiedenen Ebenen zwischen Zeiten und Kulturen Brücken zu schlagen, einstimmig für würdig, mit dem Kakehashi-Literaturpreis 2022 ausgezeichnet zu werden.“
Die Jury des Kakehashi-Literaturpreises 2022 besteht aus

Jury-Präsident Hr. Prof. Fuminari Niimoto (Professor, Meiji-Universität, Fachbereich Kunst und Literatur, Preisträger Kakehashi-Literaturpreis 2016)

und den weiteren Jury-Mitgliedern
  • Fr. Prof. em. Kaoru Noguchi (Professor em., Chuo-Universität, Fakultät Literatur)
  • Fr. Dr. Katja Cassing (Verlegerin und Übersetzerin, Cass Verlag)
  • Hr. Assoc. Prof. Jisung Kim (Associate Professor, Tokyo Metropolitan University, Fachbereich Geistes- und Sozialwissenschaften, Preisträger Kakehashi-Literaturpreis 2020)
  • Hr. Andreas Christian Rau (Head of Marketing Oncology Japan, Merck Japan)
  • Hr. Peter Anders (Institutsleiter, Goethe-Institut Tokyo)

Treffen der Jury
Die Sitzung der Jury fand im April 2022 statt. 

Kakehashi-Literaturpreis 2020: Kruso, Lutz Seiler Der diesjährige Kakehashi-Literaturpreis geht an den deutschen Schriftsteller Lutz Seiler und den japanischen Übersetzer Jisung Kim. Unter 17 Bewerbungen fiel die Entscheidung der Jury auf „Kruso“, den Debütroman von Lutz Seiler.

 ©Jürgen Bauer / Suhrkamp Verlag Der Autor Lutz Seiler, geboren 1963 in Gera, arbeitete nach der Berufsausbildung als Zimmermann und Maurer und studierte anschließend Geschichte und Germanistik an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale). Zunächst hatte sich der gebürtige DDR-Autor als Lyriker einen Namen gemacht, bevor er 2014 mit „Kruso“ sein erfolgreiches Prosa-Debüt gab. Für sein literarisches Werk erhielt Seiler mehrere Preise, darunter den Bremer Literaturpreis, den Uwe-Johnson-Preis, den Deutschen Buchpreis und 2020 den Preis der Leipziger Buchmesse. Er lebt und arbeitet in Berlin und Stockholm.

  ©Kei Tokunaga Der Übersetzer Dr. Jisung Kim, geboren 1987 in Osaka, studierte Internationale Politische Ökonomie und Germanistik in Tokyo und in Berlin. Seit 2018 arbeitet er als Assistenzprofessor am Germanistischen Seminar, Waseda Universität, Tokyo. Zahlreiche Publikationen zur deutschen Gegenwartsliteratur. Sein Aufsatz zu Uwe Johnson wurde mit dem Förderpreis der Gesellschaft zur Förderung der Germanistik ausgezeichnet. Bald erscheint seine Monographie zu Uwe Johnson im renommierten Hosei-Unipress. 2019 hat er Thomas Melles „Die Welt im Rücken“ ins Japanische übersetzt. Er lebt in Yokohama.
Mit dem Roman „Kruso“ gelingt es dem Autor Lutz Seiler, ein wichtiges literarisches Porträt zur Wende vorzulegen. Durch Seilers Fokussierung auf den Fluchtort, eine marginale Ostseeinsel, wird ein ganz anderer Einblick in die Endphase der DDR vermittelt, als man von journalistischen Reportagen gewohnt ist. In einer poetisch dichten Prosa hat der Autor die politischen Ereignisse der Wendezeit so verfremdet, dass der Text stets an der Grenze zwischen Fantastik und Realismus oszilliert. Der Roman „Kruso“ nimmt damit eine besondere Position in der Reihe der Wenderomane ein, dem man wünscht, vom japanischen Lesepublikum entdeckt zu werden. Die Übersetzung ins Japanische soll das ermöglichen. Der Übersetzer Jisung Kim hat nicht nur durch zahlreiche Aufsatzpublikationen seine umfassenden Kenntnisse der deutschen Gegenwartsliteratur belegt, sondern auch einen ausgezeichneten Ruf als kompetenter Übersetzer anspruchsvoller literarischer Texte erworben.
Die Jury des Kakehashi-Literaturpreises besteht aus

Jury-Präsident Herr Prof. Hiroshi Yamamoto, Professor an der Waseda Universität Tokyo

und den weiteren Jury-Mitgliedern:
  • Frau Dr. Ilma Rakusa, Schriftstellerin und Übersetzerin Zürich, Preisträgerin des Merck-Kakehashi-Literaturpreis 2016)
  • Frau Prof. Miyuki Soejima, Professorin für Germanistik, Otaru University of Commerce Sapporo
  • Herr Prof. Hiroaki Sekiguchi, Professor für Germanistik, Meiji University Tokyo
  • Herr Shogo Morita, Präsident, Misuzu Shobo Verlag Tokyo
  • Herr Dr. Roman Maisch, CEO und Präsident Merck Performance Materials Ltd. Japan Tokyo
  • Herr Peter Anders, Institutsleiter Goethe-Institut Tokyo
Treffen der Jury
Die Sitzung der Jury fand im Mai 2020 statt. 

Von Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

Literatur kann wie kaum eine andere Kunstgattung die Gesellschaft spiegeln, verhandeln, untereinander vermitteln und fehlende Brücken bauen. Das gilt insbesondere in unserem Zeitalter, in dem ohne kulturelles Verständnis die Welt immer weniger lesbar wird. Der Kakehashi-Literaturpreis des Unternehmens Merck und des Goethe-Instituts Tokyo fördert diesen literarischen Brückenschlag zwischen Japan und Deutschland. Unter 17 Bewerbungen fiel die Entscheidung der Juroren in diesem Jahr auf „Kruso“, den Debütroman von Lutz Seiler und auf den Übersetzer Dr. Jisung Kim.

Es sind die Schriftsteller, die eine Vielzahl an Stimmen deutlich machen können, die mehrere Identitäten beschreiben können. Und ebenso ist es bei den Übersetzungen. Die unermessliche Kunst und Leistung der Übersetzerinnen und Übersetzer ist, dass sie in der Muttersprache die Werke fremdsprachiger Autoren neu erfinden und dabei nicht weniger kreativ sind als die Autorinnen und Autoren des Originals. Wilhelm von Humboldt sagte: „Mehrere Sprachen sind nicht ebenso viele Bezeichnungen einer Sache, sie sind verschiedene Ansichten derselben.“

„Kruso“ ist ein großes Buch über das Ende der DDR, aber auch ein großes Buch über die Frage, wie Freiheit zu leben ist. Die Übersetzung des Romans „Kruso“, der in den Monaten vor dem Mauerfall angesiedelt ist, bietet den japanischen Leserinnen und Lesern insofern die Gelegenheit, der jüngeren deutschen Geschichte nachzuspüren. Gerade in Zusammenhang mit dem Jubiläum der Wiedervereinigung, die sich in diesem Jahr zum 30. Mal jährt, hat die Jury eine gute Wahl getroffen.

Herzlichen Glückwunsch zum Kakehashi-Preis 2020!
2018年の受賞者、作家クレメンス・J・ゼッツ氏と翻訳者犬飼彩乃氏 © Goethe-Institut Tokyo, Yohta Kataoka Unter den sieben Bewerbungen fiel die Entscheidung der Jury des Merck-Kakehashi-Literaturpreises auf den österreichischen Autor Clemens J. Setz und seine japanische Übersetzerin Ayano Inuakai, die den vieldiskutierten Roman „Indigo“ von Clemens J. Setz zur Übersetzung vorgeschlagen hat.
Clemens J. Setz, geboren 1982 in Graz. Studierte einige Jahre Mathematik und Germanistik. Ab 2007 Publikation von Romanen und Erzählungen. Zuletzt erschien: „Bot“ (Gespräche, 2018), „Der Trost runder Dinge“ (Erzählungen, 2019), „Die Bienen und das Unsichtbare“ (2020). Auszeichnungen: Wilhelm-Raabe-Preis 2015, Berliner Literaturpreis 2019, Kleist-Preis 2020. 

Ayano Inukai wurde 1977 in Nagoya, Japan geboren. In Tokyo studierte sie Germanistik an der International Christian University und an der Tokyo Metropolitan University, wo sie 2011 zum Doktor der Philosophie promovierte. Seit 2014 ist sie als Assistenzprofessorin an der Tokyo Metropolitan University tätig. Im Jahr 2018 erhielt sie den Kakehashi-Literaturpreis und ist Übersetzerin des Romans „Indigo“ von Clemens J. Setz. 
Clemens J. Setz gilt als einer der innovativsten Schriftsteller seiner Generation und wird im deutschsprachigen Feuilleton seit Jahren zurecht als literarischer Shootingstar gefeiert. Der österreichische Schriftsteller beschäftigt sich selbst als ‚Nerd‘ mit zahlreichen gesellschaftlichen Aspekten des digitalen Zeitalters und entwickelt in seinen Texten kuriose Geschichten, die von detailversessenen Recherchen in wissenschaftlichen und quasiwissenschaftlichen Bereichen und von einer teils exzentrischen Vorstellungskraft leben. In seinem genuin autofiktionalen Roman, dessen Ich-Erzähler den Namen des Autors trägt, treibt Setz das Spiel mit Fakten und Fiktionen auf die Spitze und transferiert das romantische Doppelgänger-Motiv in die multiplen und virtuellen Realitäten unserer Zeit. Im hochtechnisierten Japan, das nicht zuletzt die technikaffine „Otaku“-Bewegung zur globalen Subkultur beigesteuert hat, fallen die Romane des deutschsprachigen Meisters der „Nerd-Literatur“ gewiss auf besonders fruchtbaren Boden… Die herausragenden literaturwissenschaftlichen, übersetzungstechnischen und sprachlichen Kompetenzen von Ayano Inukai zeigen sich in ihrer hochpräzisen und von sprachlicher Verve gekennzeichneten Probeübersetzung, in der bereits ihre skrupulöse Suche nach intertextuellen Bezügen erkennbar wird, die sie weit über das literarische Feld hinaus in Diskurse der Popkultur und der digitalen Kultur führt. Wir können Frau Inukai mit großer Überzeugung als geradezu ideale Übersetzerin für den Roman bezeichnen. Die Jury entschied folglich, dass der Merck-Kakehashi-Literaturpreis 2018 dem Schriftsteller Clemens J. Setz und der Übersetzerin Ayano InukaiI verliehen wird.
Die Jury des Kakehashi-Literaturpreises besteht aus

Jury-Präsident Professor Hiroshi Yamamoto,  Waseda Universität Tokyo

und den weiteren Jury-Mitgliedern:
  • Prof. Masahiko Tsuchiya, Städtische Universität Nagoya
  • Prof. Hiroaki Sekiguchi. Meiji Universität Tokyo
  • Kaoru Noguchi, Prof. em. Chuo Universität
  • Ilma Rakusa, Schriftstellerin, Preisträgerin des Kakehashi-Literaturpreises 2016
  • Dr. Ralf Annasentz, Geschäftsführer von Merck Ltd. in Japan
  • Peter Anders, Institutsleier Goethe-Institut Tokyo
Fachliche Beratung:
Heike Friesel, Leiterin des Bereichs Literatur- und Übersetzungsförderung, Goethe-Institut München

AUS DEM UNTERNEHMEN MERCK

Johannes Baillou, Tokyo, 2018.11.15, Vorsitzender des Gesellschafterrates der E.Merck KG
"Es ist uns als Merck-Familie und als Unternehmen ein Anliegen, die Menschen und Kultur der Länder, in denen wir aktiv sind, besser zu verstehen und den Menschen in unseren Gastländern auch ein wenig die Kultur unserer Heimat näherzubringen. Ein weiterer Aspekt dieser kulturellen Aktivität ist mir ebenfalls sehr
wichtig: Gute Manager sollen nicht ausschließlich Fachleute sein. Wer über Jahre unter sich ständig wechselnden Bedingungen in unterschiedlichen Kulturen erfolgreich sein will, muss auch über den Tellerrand hinausblicken. Die Beschäftigung mit Literatur kann dabei helfen."
Kakehashi-Literaturpreis 2016 © Goethe-Institut Tokyo, Yohta Kataoka Unter vierzehn Bewerbungen fiel die Entscheidung der Jury des Merck-Kakehashi-Literaturpreises in diesem Jahr einstimmig auf Ilma Rakusas Erinnerungspassagen Mehr Meer und ihren Übersetzer, Fuminari Niimoto.
llma Rakusa wurde am 2. Januar 1946 in Rimavskä Sobota (Slowakei)
geboren. Nach Aufenthalten in Budapest, Ljubljana und Triest
übersiedelte sie im Jahre 1951 gemeinsam mit ihren Eltern nach Zürich.
Von 1965 bis 1971 studierte Rakusa Slawistik und Romanistik in Zürich
Paris und St. Petersburg. Zwischen 1971 und 1977 arbeitete sie als '
Assistentin, später auch Lehrbeauftragte am Slawischen Seminar der
Universität Zürich. Rakusa übersetzt aus dem Französischen
Russischen, Serbokroatischen und Ungarischen und ist als P~blizistin
für die NZZ und DIE ZEIT tätig. Zudem ist sie Mitglied der Deutschen
Akademie für Sprache und Dichtung. Heute lebt llma Rakusa als freie
Schriftstellerin in Zürich.

Prof. Fuminari Niimoto, geboren am 10. September 1964 in Hiroshima, ist Professor für deutschsprachige Literatur am Tsuda College in Tokyo.
Ausbildung und beruflicher Werdegang:
- 1990 Magisterabschluss an der Tokyo-Universität
- 1992/93 Studium an der Universität Paderborn
- 1990-93 Doktorkurs an der Tokyo-Universität
- 2002/03, 2009/10 Forschungsaufenthalt an der Universität Lausanne
in der Schweiz
Seit 2010 ordentlicher Professor für Germanistik am Tsuda College.
Forschungsschwerpunkte:Deutschsprachige Gegenwartsliteratur, Schweizerische Literatur,Übersetzungswissenschaft.
Jurypräsident, Prof. Masahiko Tsuchiya, begründet seine Entscheidung mit der wachsenden Bedeutung des Begriffs „Transnationalität“ im globalen Zeitalter. Ilma Rakusa sei eine der wichtigsten transnationalen Autorinnen im deutschsprachigen Raum.  Ihr Hauptwerk „Mehr Meer“ zeichne sich, auch dem Wortlaut einiger Literaturkritiker folgend, durch drei Merkmale aus, die Schönheit der poetischen Sprache,  die gattungsüberschreitende Relevanz des Werks und die multikulturellen Erfahrungen. Der Leser reist mit der Erzählerin durch verschiedene Länder Europas, teilt ihre Erfahrungen, folgt ihrem Strang der Jugenderinnerungen. Unwillkürlich stellt sich beim Leser aus Japan ein Nachempfinden der Gemeinsamkeiten und Bruchlinien der europäischen und japanischen Geschichte ein. Aus diesem Grund bietet die Übersetzung von Ilma Rakusas Werk der japanischen Leserschaft eine kostbare Gelegenheit, Stimmen und Schritte einer Grenzgängerin zwischen Sprachen und Kulturen kennen zu lernen. Hinzu kommt noch, dass Fuminari Niimoto Ilma Rakus Buch gut kennt, bereits mehrere literarische Übersetzungen veröffentlicht hat und daher als einer der besten Übersetzer der Erinnerungspassagen von Ilma Rakusa gelten kann. Sein Vorschlag überzeugte neben weiteren interessanten Einreichungen alle Jurymitglieder einstimmig.
Die Jury des Kakehashi-Literaturpreises besteht aus

Jury-Präsident Prof. Masahiko Tsuchiya (Nagoya Gakuin Universität)

und den weiteren Jury-Mitgliedern:
  • Hatsumi Motoi, Nippon Unviersität Tokyo
  • Reika Hane, Chuo Universität Tokyo
  • Kaoru Noguchi, Prof. em. Chuo Universität Tokyo
  • Hiroshi Yamamoto, Waseda Universität Tokyo
  • Ralf Annasentz, Merck Ltd Japan, CEO
  • Dr. Barbara Richter-Ngogang (Leiterin Bibliothek und Information, Goethe-Institut Tokyo)
Fachliche Beratung:
Heike Friesel, Leiterin des Bereichs Literatur- und Übersetzungsförderung, Goethe-Institut München
2014 ging der Kakehashi-Preis an Arno Schmidts "Seelandschaft mit Pocahontas", das von Jun Wada übersetzt wurde. © Goethe-Institut Tokyo Unter sechzehn Bewerbungen fiel die Entscheidung der Jury des Merck-Kakehashi-Literaturpreises (jetzt: "Kakehashi-Literaturpreis") einstimmig auf Arno Schmidts experimentelle Erzählung Seelandschaft mit Pocahontas und seinen Übersetzer, Jun Wada.
Merck und das Goethe-Institut verliehen im Herbst 2014 erstmals den Merck-Kakehashi-Literatur- und Übersetzungspreis (jetzt: "Kakehashi-Literaturpreis"). Ausgezeichnet werden deutsche Autoren, deren literarische Arbeit für eine japanische Leserschaft entdeckt werden soll.
Arno Schmidt, 1914 in Hamburg geboren, war nach dem Abitur und einer kaufmännischen Lehre 1937 - 1940 graphischer Lagerbuchhalter in Greiffenberg (Schlesien) und von 1940 bis 1945 Soldat, überwiegend in Norwegen. Ab 1947 lebte er als freier Schriftsteller u.a. im Saarland und in Darmstadt, ab 1958 in Bargfeld, Kreis Celle. Arno Schmidt starb 1979 in Celle.

Jun Wada, geboren am 15. März 1987 in Tochigi, ist Angestellter der Stadtverwaltung in Tokyo. Von 2005 bis 2013 studierte er an der Waseda Universität in Tokyo mit Magisterabschluss in Germanistik. Seine 2013 veröffentlichte Magisterarbeit trägt den Titel: "Zwei Fotoalben - Arno Schmidts Schichtwelt".
Die Juroren des Merck-Kakehashi-Literaturpreises haben sich einstimmig für Arno Schmidts experimentelle Erzählung „Seelandschaft mit Pocahontas“ aus dem Jahre 1953 sowie seinen Übersetzer Jun Wada entschieden. Der Vorsitzende der Jury, Professor Yuji Nawata (Chuo Universität Tokio), begründete die Entscheidung der Jury mit der fortwährenden Entwicklungsfähigkeit und Aktualität von Arno Schmidts experimenteller Literatur und Jun Wadas hervorragend kommentierter Probeübersetzung: „Jun Wada gelang es, Schmidts Aktualität und die Geltung seines Schaffens zu zeigen. Die Förderung durch den Preis wird den weltweit rezipierten Schriftsteller der japanischen Leserschaft endlich zugänglich machen.“
Das Preisgeld für den Schriftsteller nimmt die Arno Schmidt Stiftung entgegen, die sich um das Erbe des berühmten Autoren verdient macht. 
Die Jury des Kakehashi-Literaturpreises besteht aus

Jury-Präsident Prof. Yuji Nawata (Chuo Universität Tokyo)

und den weiteren Jury-Mitgliedern:
  • Prof. Hiroshi Yamamoto (Waseda Universtität Tokyo)
  • Arne Schneider (Goethe-Institut München)
  • Dr. Barbara Richter-Ngogang (Leiterin Bibliothek und Information, Goethe-Institut Tokyo)
  • Dr. Karl Röser (Geschäftsführer der Merck Ltd., Japan, in Tokyo)

AUS DEM UNTERNEHMEN MERCK

Karl-Ludwig Kley, Tokyo, 2014.10.17, Former CEO, Merck KGAA, Darmstadt, Deutschland
"Mit dem Merck Kakehashi Literaturpreis wollen wir einen Beitrag leisten, das zu ändern. Wir möchten die japanische Übersetzung von wertvoller deutscher Gegenwartsliteratur fördern. Literatur, die Grenzen überschreitet und literarische, sprachliche und kulturelle Brücken zwischen Deutschland und Japan baut."

Kontakt

Hannah Janz
Leitung Information & Bibliothek

Goethe-Institut Tokyo ​
Tel.: +81 3-3584-3201
hannah.janz@goethe.de

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